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DIE „BEFREIUNG“


Ich war ein Kind, es herrschte Krieg,
Soldaten standen Posten -,
die Mutter wurde ernst und schwieg,
der Vater kämpft’ im Osten.

Im Himmelsblau zog silbern hin,
ein Bomber-Strom nach Frankfurt,
verbrannt ist Mutters Schwägerin,
mit ihrem Baby, nach Geburt.

Die Stadt glich einem Trümmermeer,
wir stiegen über Ziegel,
zerbombte Häuser rings umher,
das war des Feindes Spiegel.

Die Feinde hab’ ich selbst erlebt,
da war’n sie nicht gelinder,
zwei Flieger sind herangeschwebt,
sie schossen auf uns Kinder.

Dann kam der Feind in unsre Stadt,
das Panzer-Rasseln tobte,
die Menschen war’n des Krieges satt,
doch keiner Feinde lobte.

Die Leute um mich standen stumm,
sie murrten oder schwiegen.
man nahm dem Feind das Bomben krumm,
als niederträcht’ges Siegen.

Ich habe niemand jubeln seh’n,
„befreit“ fühlte sich keiner,
sah manches Aug’ voll Tränen steh’n
und glücklich war nicht einer !


 

Gerhard Hess


 

PS: Der große massenmörderische Unsinn der Städtebombardements - Die Flächenbombardierung von deutschen Innenstädten hatte militärisch keinen Sinn, weil sich die Industrie nicht in den Innenstädten befindet. -- Eine Bilanz der Bombardements von Frankfurt am Main 1941-1945 -78 Bombenangriffe - 18 Tieffliegerangriffe - 5.559 Tote, davon 4.822 Frankfurter. - 1939 waren es 550.000 Einwohner, im März 1945 noch etwa 260.000 Einwohner, davon 50 % obdachlos - fast 50 % der Wohnungen zerstört - fast alle öffentlichen Gebäude zerstört - Frankfurt wurde von 18 Mio. m3 Trümmerschutt bedeckt. -- (Der US-Luftterror gegen Zivilisten ging weiter: z.B. Hiroshima, Nagasaki, Bagdad, Falludscha)

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