DIE SONNEN-SPIRALE DER ZEIT

 
a = Wird als „bronzenes Diadem“ bezeichnet, aus Grab 26a von Pitten, Bez. Neunkirchen, Niederösterreich (größte Breite 6 cm, Durchmesser 19 x 18 cm). In den beiden Schlaufen der Doppelspirale, eindeutige Sonnenbildnisse - b = Bronzener Schmuckanhänger mit S-förmiger Doppelspriale aus der kosziderzeitlichen Siedlungsphase der Füzesabony-Otomani-Siedlung von Nižná Myšľa (okr. Košice-okolie/SK), Ostslowakei. Nižná Myšľa ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Fundstellen der europäischen Bronzezeit. Die Ausgrabungen, die seit den 1970er Jahren vor Ort stattfinden, erbrachten Hunderte von Gräbern im Zusammenhang mit einer der befestigten Siedlungen der Otomani-Füzesabony-Kultur im Kapatenbecken. - c = Bronzefunde vom Gräberfeld vom Niederösterreichischen Pitten. tatzenkreuzförmige Zierplatten, mit vier Doppelspiralen (in der Form wie sie auch als Einzelanhänger zur Frauentracht getragen wurden) und stachelförmig-solarem Mitteldorn (Grab 2); wahrscheinlich Brustschmuck der Frauen. (Siehe dazu Wolfgang David, „Die Zeichen auf der Scheibe von Nebra und das altbronzezeitliche Symbolgut des Mitteldonau-Karpatenraumes“, 2010) Unzweifelhaft stand der Karpatenraum mit dem skandinavischen Norden in kultureller Verbindung, so dass gleiche Sinnbilder für die Sonne, die Sonnenbewegung und das mythische Jahr entwickelt oder ausgetauscht wurden.
 
                         
Bronzezeitliche Plattenfibeln (Gewandspangen) aus Oscar Montelius, „Bohuslänska Fornsaker“ (1877), Fig. 8a, Spänne af brons - Vegstorp i Kareby“ Schon diese Plattenfibel-Symbol-Zusammenstellungen zeigen den Sinn des nach innen oder nach außen gedrehten Doppelwendels in nicht misszuverstehender Eindeutigkeit. Der aus Erdensicht spiralige jährlich Sonnenweg nach Norden und zurück nach Süden, ist die Sinnhinterlegung der Doppelspiralen. Die Spirale ist das Symbol für den jährlichen Heilsweg der Gottnatur. In Verbindung mit dem Motiv der Himmelserhaltung, einer gedachten Weltendachstütze, ergab sich für unser Vorfahren die Allsäule, nach altsächsischer Mundart Irminsul (gewaltige Säule) geheißen. Dieses Vorstellungsbild führte zu einem weiteren Ideenmotiv, dass sich die Sonne zur Sommer-Sonnenwende auf der Himmelssäule eine Weile ausruhen würde, bevor sie sich erneut auf Wanderschaft begibt, nämlich der des Abstieges.
 
Sonnenspriralen auf meinen Felsritzbilder-Abreibungen Skandianviens
 
 
Gott stemmt den Zeit-Kreis mit der Zeit-Spirale - Felsritzbild von Solbäraren, Ekeberg / Norrköping / Schweden - Bitte beachten, oben links im Bild ebenfalls eine Doppel- bzw. S-Spirale - Die diesbezüglichen Deutungen von Herman Wirth (1885-1981), als eine Form der Odal-/Odil-Rune, sind falsch. Wirth  schreibt in „Des Großen Gottes älteste Runen“, 1939, S.18: „Die verschollene germanische Rune ódil ist von mir in den „Annales Brunwilarenses“ (Vatikan Hs. Urbin 290 membr. fol.) nachgewiesen worden. Auf fol. 71b dieses aus der Abtei Brunweiler bei Köln stammenden Codex hat ein hochdeutscher Mönch um 988 n. Chr. zwei nordgermanische Runenreihen, eine in Alphabet-Folge und eine in Futhark-Folge aufgezeichnet. Auf diese beiden Runenreihen hatte schon 1871 H. F. Massmann in „Runen aus Rom und Wien“ hingewiesen. In einer Erzählung von Ende 11. Jh., der „Fundatio monasterii Brunwilarensis“, berichtet ein Mönch vom Bau einer zunächst hölzernen Kapelle. Es gibt eine Äbte-Liste aus dem 17. Jh. im „Liber sancti Nicholai episcopi in Bruwilre“. Die verschiedenen Schreibweisen meinen das Kloster Brauweiler bei Köln. Siehe dazu mein GOD-Aufsatz: DIE VERGESSENE ÓDIL-RUNE - Weil die Odil-Rune des Klosters Brauweiler als Doppelschleife gedeutet werden könnte, von der Art eines vertikalen Unendlichkeitszeichens, schloss Wirth - sehr gewagt - auch jedes offene S-Zeichen wäre mit der Odil-Rune sinn-identisch. Die offenen S-Symbole sind aber Bildkürzel für die Doppelspirale des Sonnenweges und haben mit dem Schlingen-Zeichen (oder Odil-Doppelschlingen-Zeichen) keine semantische Gemeinsamkeit.  
  
 
Das Pferd als Symbol der Zeit - Aus Kruppe und Mähnenkamm wachsen ihm die Sonnenspiralen - Felsritzbild von Röndalen, Svansvik / Insel Tjörn / Bohuslän / Schweden
 
Himmelstalund in Norrköping / Schweden - Schiff führt im Bug die doppelte S-Spirale, dahinter Lebensbäumchen mit auf- u. abwärts gerichteten Zweigen, dahinter könnte möglicherweise das Sonnenzeichen einer Ing-Rune vorhanden sein.
 
 
„Labyrinth“-Spiraltanzplatz auf Inselchen Ramnö (südlich Kungsbacka / Schweden) - 26.07.1987 - ich mit Boot am Kiesstrand
 
 
Doppelspirale in zentrischen Kreisen - Bardal, Steinkjer / Norwegen - Abrieb vom Juli 1987
 
 
Nordisches Jahresschema mit Jahres-Doppelspirale. - Der Jahrgott zwischen den beiden Symbolen für Aufgang und Abgang (Sonnenpferd + Totenschiff). Rechts daneben Wiederholung der Jahreshälften-Metapher in Gestalt von zwei sich spiegelnden Männern (Alken-/ Dioskuren-Motiv). - Region Ryland / Bohuslän / Schweden
 
 
Felsritzbild der von mir erkannten bronzezeitlichen Ur-Irminsul von Kasen / Bohuslän / Schweden
 
Zentralsäule der Krypta von der Michaelskapelle in Fulda - Es handelt sich um den von mir erkannten Original-Irminsul-Rest -, der von Frankenkönig Karl im Jahre 772 bei Eresburg/Obermarsberg gelegten und von seinem Freund den Abt Sturmius nach Fulda entführten Trophäe über das sächsische Altheidentum. - Unsinnig ist die Angabe, es handele sich um ein normales Ionisches Spiralkapitell, denn diese wiesen nie unsymetrische Spiralköpfe auf.
 
 
Das Bild der Spirale und Doppelspirale als Inbild des göttlichen Heilsweges ist ein schon megalithisches Zeichen. Es hat sich, aus Urtagen tradiert, z.B. noch in den hessischen und fränkischen Fachwerkbauten auf den Eckständern erhalten. - Nach menschlich-irdischer Schau spiralt sich die Sonne im Laufe des Jahres in den Norden hinauf und in zweiter Jahreshälfte wieder in ihr südliches Grab zurück, um im nächsten Januar erneut ihren Weg auf den Nordberg zu beginnen. Dort, unter dem Himmelspol und Nordstern, vermuteten unsere germanischen Ahnen die Weltstütze, die Irminsul.

Diese goldene Scheibenfibel (Frauen-Gewandspange) des 10. Jh. wurde bei dem Wikinger-Hafen Haithabu (Schleswig) gefunden. Sie zeigt in Granulationstechnik das vorchristliche religiöse Motiv der Weltsäule bzw. All-Stütze oder Irminsul unter dem Himmelsdach, mit den daran befestigten Fixsternen (Planeten).
 
KIRCHEN-CHRISTLICHE VERTEUFELUNG
DER ALTGLÄUBIGEN SONNENSPIRALE
 
 
Gotändischer Taufstein-Sockel von Karby (gleiche Form in Riesby-Kirche, von Kreuzchen flankiert) / Schwansen / Schleswig-Holstein - Papierabrieb. - Mischform des verballhornten heidnischen Sonnenspiral-Säulen-Baumes
Godländischer Taufsteinsockel von Alt-Hadersleben / Dänemark - Papierabrieb mit zwei widerwärtigen Tieren (Bär und Wildschwein) - die das Heidentum symbolisieren sollen, bei Anbetung des sykretistischen Spiral-Säulen-Baumes
Tympanon der Kirche zu Falslev / Randers / Dänemark (Foto vom 15.07.1987) - Zwei „heidnische“ Tiere beten die Weltsäule (Irminsul) an, die den Himmelsbogen stützt, über den die Sonnenspirale verläuft.