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„Römischer Kaiser“
von Werner Graul (1905-1984)
 
DIE KAROLINGER
(Erzväter der Unfreiheit)
 
Mit einem „Pippin“ fing es an,
„Hausmeier“ war er nur,
er hatte den Katholen-Tick,
da lief was aus der Spur.
 
Die Not begann mit „Karl Martell“,
der Macht an sich gerafft,
das Königtum des Merowing,
er hat es abgeschafft.
 
Sohn „Karlemann“ war von Natur
nicht anders eingestellt,
die Alemannen schlachtet‘ er
auf Cannstatts blut‘gem Feld.
 
Sein Brüderchen das „Pippin“ hieß,
setzt' sich die Krone auf,
da nahm das arge Frankenreich
noch schlimmeren Verlauf.
 
Der hatte einen langen Sohn,
auch „großer Karl“ benannt,
der wollt‘ gar Kaiser werden,
vom ganzen Abendland.
 
Um sich zu überhöhen,
braucht‘ er den Papst dazu,
der nämlich sollt‘ ihn krönen,
der Eitelkeit zur Ruh‘.
 
Dem Papst in Rom zu Willen,
wurd‘ Karl zum Heidenschreck,
er löschte Langobarden aus
und Sachsen, zu dem Zweck.
 
Da fing das deutsche Unheil an,
Germaniens Freiheit sank
und war fortan so leidensschwer
römisch-katholisch krank.
 
Der Karolinger Christen-Wahn,
wurd‘ zu Europas Fluch -,
des Geistes Freiheit deckt seither
rom-kirchlich‘ Leichentuch.
 

 

Die fränkische Sippe der Karolinger wurde zum Fluch für das Abendland wegen ihrer verantwortungslosen Hinneigung zum romkirchlichen Katholizismus, um des privaten Vorteils ihrer herrschsüchtigen Familie willen. Sie kamen aus dem Status der „Hausmeier“, also der Verwaltungsbeamten des Merowingerreiches. Zielbewusst rangen sie sich an die Spitze der Reichsführung und setzten dabei auf die Unterstützung des Klerus, welcher im ehemaligen Gallien, wegen der über Jahrhunderte fortdauernden Römerherrschaft und deren Umschwenken zur christlichen Staatsreligion, zu großem Einfluss gekommen war. Die Macht dieser Hausmeier beruhte auf Kenntnis der Verwaltungsorganisation und -logistik, von ihnen waren die behördlichen Funktionsträger abhängig. Was den Karolingern fehlte, war die höhere sakrale Legitimation, wie sie die Merowingerkönige besaßen, welche aufgrund ihres eingewurzelten Volksadels für die Untertanen als ausgezeichnet galten. In dem Maße wie die Karolinger nach der absoluten Königsmacht griffen, erkannten sie das schmerzhafte Fehlen der höheren Weihen die sie, bestenfalls aus dem Kleinadel kommend, nie besaßen. So kam es zu dem Zweckbündnis zwischen den Usurpatoren der Staatsgewalt, den Karolingern, mit den katholischen Klerikern, Mönchen und fanatischen Laien, die immer auf jene weltlichen Mächte gelauert hatten, die sie zum vollen Erfolg des christlichen Religionsmonopols führen sollten. Der Christianismus, mit seinen zentral gesteuerten Angriffsaktivitäten, wurde allerorten von oben nach unten ins Volk befohlen und gezwungen, indem den Fürsten dadurch Vorteile vorschwebten oder seitens des Klerus konkret angeboten worden sind.
 
Der Christianismus an sich wäre nicht so voller Übel gewesen, wenn es sich um eine freie Spielart des Geistes hätte handeln dürfen. Es gab in später römische Kaiserzeit unendlich viele dieser christlichen Sekten, die sich ins Volksleben hätten anstandslos synkretistisch eingeschmiegt, wie es die irischen, schottischen und die arianischen Kirchen getan haben. Was sich aber in der alten imperialen Hauptstadt des Römerreiches abspielte, war etwas ganz anderes als das Leben und Verbreiten eines reinen Gottesglaubens. Eine römisch-katholische Großstadtbande von maffioser Struktur übernahm nahtlos die imperialen Verwaltungsnetze, mitsamt der Technik ihrer Handhabung durch den romstädtische Verwaltungsadel, zur weiteren Beherrschung des nunmehr angestrebten, angeblich rein geistig-geistlichen Führungs- und Verwaltungsapparates. Alle Lügen, Anmaßungen, Urkundenfälschungen und Terrorakte dieser Römisch-Päpstlichen sind aus dem Verlangen geschehen, die römische Macht über die Völker der Welt mit anderen Mitteln unter allen Umständen am Leben zu erhalten -, und daraus die gewünschten Vorteile zu ziehen. Man kann das den römischen Seilschaften kaum verdenken, zu lange genossen sie die Privilegien der stadtrömischen Patriziergeschlechter die sich über Jahrhunderte am Blut und am Schweiß der unterjochten  Völker genährt und gemästet hatten. Derartige Pfründe gibt man nicht leichten Herzens  auf. Seitdem sich die Traditionen des Selbstverständnisses und verbaler Auslegungstechniken dieser Kamarilla gefestigt hatten, strebte sie danach, wieder in der altbekannten fast bedingungslosen Weise römischer Diktatoren und Kaiser in Europa herrschen zu können. So wie römische Kaiser über die Vasallenkönige der einzelnen Völkerstämme bestimmen konnten, so wollte auch der römische Papst über die Könige der Völker erhoben sein. Papst „Gregor der Große“ (540-604) formulierte es ganz deutlich und unmissverständlich.
 
Das Verhängnis war nun, dass  diese beiden Gruppierungen, der Karolinger und Rompäpstlichen - man kann es schon deutlich sagen - beide machtgierig bis zur kriminellen Bedenkenlosigkeit, sich gegenseitig zu ihrem Vorteil benutzten, wie in einer „Großen Koalition“, zwischen der jede gesunde Opposition zermalmt werden kann, was über Jahrhunderte hinweg auch geschah. Die Bluttaten der Welt-Macht konnten noch so schauerlich sein, die kooperierende Geistliche-Macht segnete den Terror ab, erklärte ihn für „gottgewollt“, wie auch die gesamten katholischen Herrscherhäuser als „von Gottes Gnaden“, also von Gott - vom Bibel-Gott - bestellt und gesegnet bezeichnet wurden. Eine Hand wusch die andere und der abfallende Rebbach für „Schwert und Weihwasserkessel“ war gewaltig. Da man gemeinhin jede nichtchristliche Herrschaft mitsamt ihren Territorien als „unrechtmäßig“ deklarierte, waren alle deren Besitztümer vogelfrei und es wurde lediglich eine militärische Machtfrage, wie schnell man sich in die Verfügungsgewalt dieser fremden Güter setzen konnte. Das Zusammengeraffte teilte man dann in Königsgut und Kirchengut auf. Strenge Strafgerichte donnerten auf jene Unangepassten nieder, welche dieses Räubersystem auf die eine oder andere Art und Weise nicht hinnehmen wollten. Die Kreuzzüge gegen Häretiker, Ketzer und Hexen zogen ihre blutigen Furchen durch die Geschichte des „Christlichen Abendlandes“. Die Geistesfreiheit wurde von Karolingern, und denen die in ihre Fußstapfen traten, in vereinter Kraft mit dem päpstlichen Stuhl zu Rom, ganz offiziell aus dem europäischen Denken verbannt. Dass dieses Herrschaftssystem nur erhalten werden konnte, auf Kosten von zahllosen Entrechteten, Verfolgten, Verjagten, Geblendeten, Gefolterten, Verkrüppelten und an Leib und Seele Geschändeten, kann man sich unschwer denken.
   
Die karolingischen Bluthunde
 
„Pippin der Mittlere“ (635-714) wurde Vater von Hausmeier „Karl Martell“ (688-741), dessen Söhne waren Karlmann (706-754) und „Pippin der Jüngere“ (714-768). Karlmann bekam das „Ostfrankenland“ und befahl 746 das „Blutbad von Cannstadt“, wobei der gesamte Adel der Alemannen ermordet wurde, so dass das Land ins Frankenreich eingegliedert werden konnte. Der zweite Sohn, „Pippin d. Jüngere“ („Pippin III.“ oder „Pippin der Kurze“) bekam das Westfrankenreich. Er setzte sich als erster Karolinger die fränkische Königskrone auf, von den echten Merowingerkönigen hörte man danach nichts mehr; sie wurden in Klosterhaft gesteckt oder umgebracht. Schon unter „Karl Martell“ geschah die Eingliederung Mainfrankens und des Thüringerreiches. Der angelsächsische Missionar Willibrord erhielt die Erlaubnis, mit seinem Glaubenseifer Unruhe zu stiften. Ihm wurden in den Jahren 704 und 717 Schenkungen zuteil, denn er hatte Karl Martell gegen seine Konkurrenten unterstützt. Der dem Papst ergebene angelsächsische Missionar Bonifatius durfte in Mainfranken und Thüringen nicht nur Klöster, sondern auch Bistümer gründen. Karlmann und sein Nachwuchs wurden zugunsten der „Pippen III.“-Seite ausgeschaltet. Der Sohn von „Pippin III.“ („dem Kurzen“) wurde „Karl der Große“ (747-814). Dieser strebte die römisch-katholische Kaiserwürde an, anstatt ein von römischer Bevormundung gänzlich befreites germanisches Großreich zu errichten, wie es der weisere arianische Ostgote Theoderich im Sinn gehabt hatte. Es war der imperiale verbrecherische Katholizismus der das Frankenreich gegen seine germanischen Brüder und Schwestern so rigoros anstachelte und wüten ließ. Der katholisch besessene und anderseits mit ihm kühl kalkulierende Karl - mit seinen vielen pfäffischen Beratern - hat den dauernden Fluch der geistigen Knebelung über die nachrömische Ära verhängt. Er hat der von Germanen endlich zu Fall gebrachten alten Römerperfidie, zu einer bis heute anhaltenden Wiederauferstehung verholfen -, nämlich zur lukrativen Einflussnahme nördlich der Alpen und dem Erdkreis. Karl verlangte nach dem Segen der Romkirche, die sich selbst die geistliche Macht erschlichen und ergaunert hatte. Zwei Schurken bestätigten sich im Akt der „Kaiserkrönung“ Karls, im Jahre 800, gegenseitig ihre Lauterkeit und garantierten und legitimierten sich ebenso gegenseitig ihre Herrschgelüste für alle Zukunft.

König Karl griff die Langobarden in Italien an und ließ sich zu deren König im Jahr 774 krönen. Erst durch die Zerstörung des Langobardenreiches konnte sich die unheilige Macht des römischen Kirchenstaates, zum Nachteil Europas, entfalten. Karl griff die Sachsen an und unterjochte sie in einem dreißigjährigen Vernichtungskrieg (772-804). Im Jahre 782 ließ er bei Verden an der Aller 4.500 Sachsen, die sich in ihrem verzweifelten Freiheitskampf hervorgetan hatten, an einem Tage hinmetzeln. Karl verbot bei Todesstrafe den Heimatglauben der Sachsen und setzte die landfremden schmarotzenden Mönche in ihren Klöstern über das Volk. Er bestimmte das Diktat zur Kirchensteuer. Dieses Zwangssystem währte über das gesamte Hochmittelalter bis zur Profanisierung unter Napoleon I.. Zehntausende hat Frankenkönig Karl von Haus und Hof in die Fremde getrieben. Menschen ganzer Landstriche ließ er deportieren. Im Jahre 788 beendete er die Selbständigkeit der Bayern. Er ging gegen Dänen, Ostelbische und Awaren vor. Im Jahre 1165 wurde der Heidenschlächter und Völkermörder „Karl der Große“ von einem Papst namens Paschalis III. „heiliggesprochen“.
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