DIE VERSUCHUNG

 
Ilse Koch bekommt 1946 vom US-amerikanischen Ankläger einen Indio-Schrumpfkopf vorgehalten, mit der Unterstellung, man habe diesen im Hause der Fam. Koch gefunden......
 
DIE VERSUCHUNG
 
Grauenhaft ist wie in Kriegen
Menschen einem Wahn erliegen,
der ein Höllenfeuer schürt
das sie in Versuchung führt.
 
Wenn es geht um Tod und Leben,
wenn die Ur-Instinkte beben,
platzt die dünne Menschenhaut,
aus der die alte Bestie schaut.
 
Nicht alle zieht es derart nieder,
die allermeisten bleiben bieder.
Und manch‘ tapferer Soldat
treu des Krieges Pflichten tat.
 
Meistens sind‘s die feigen Hunde,
von solchen geht die böse Kunde,
wie sie Schreckliches begeh’n,
Mord- und Folter-Räder dreh‘n.
 
Es sind Kalfakter-Kreaturen,
kleine Leute die da spuren.
Wenn so einer Macht bekommt,
wird daraus ein Unmensch prompt.
 
Unholde welche Macht genießen,
die Mitmenschen aufzuspießen,
tun‘s nicht selten ohne Muss,
mit höchst sadistischem Genuss.
 
Also war‘s bei dem Geschehen,
wenn wir beide Seiten (!) sehen,
um „Buchenwald“ und Ilse Koch,
da bleiben offene Fragen noch !
 
Seltsames hatte man verhandelt,
Ilses Bildnis wurd‘ verschandelt,
verteufelt wurd‘ auch diese Frau,
in Weltkriegssiegers „Hexen-Schau“.
 
Doch waren die Ankläger reiner,
wer schien feiner, wer gemeiner ?
Allein die Causa „Schrumpfkopf“ war
nicht wirklich wahr und mehr bizarr.
 
SS-Justiz verfolgte und bestrafte unzuverlässige und kriminelle SS-Männer
 
Margarete Ilse Koch (1906-1967) hatte die Höhere Schule und Handelsschule besucht, erfuhr eine Ausbildung als Bibliothekarin und wurde dann Stenotypistin. Zu keiner Zeit war sie Mitglied der NS-Partei. Sie wurde die Ehefrau eines Buchenwald-Lagerkommandanten namens Karl Otto Koch (1897-1945). Dieser war Kriegsfreiwilliger in Weltkrieg I. und trat 1931 der SS bei, als Schatzmeister seiner NSDAP-Ortsgruppe und dann Ausbilder einer SS-Standarte. Unbekannte Unregelmäßigkeiten führten schon im darauffolgenden Jahr zu seinem Parteiausschluss. Aus ebenfalls unbekannten Gründen war er im folgenden Jahr bereits wieder in Sachsen im SS-Aufbau tätig. Er erhielt einige Aufgaben in den KLs und ab 1937 wurde er 1. Kommandant im KL-Buchenwald. Seine Ehefrau Ilse Köhler hatte er im gleichen Jahr als Sekretärin in Sachsenburg kennengelernt; sie wurde die Mutter dreier Kinder. Die SS-eigene Revision und Justiz erkannte in K.O. Koch einen Kriminellen der sich am Häftlingsgut vergriff und verhaftete ihn im November 1941. Durch SS-Führer Heinrich Himmlers persönliche Intervention kam Koch wieder frei und wurde Ende 1941 in das KL-Majdanek versetzt, erneut Lagerkommandant. Nach der Flucht von 86 sowjetischen Häftlingen wurde Koch 1942 wegen „Fahrlässiger Gefangenbefreiung“ beurlaubt, das Verfahren im darauffolgenden Jahre eingestellt. Seine Strafversetzung von der Waffen-SS zur allgemeinen SS blieb bestehen. Die Untersuchungen der Vorwürfe gegen K.O. Koch wurden weiter betrieben. Man warf ihm zwei Morde in seiner Zeit als KL-Führer von Buchenwald vor, nämlich Leute die angeblich „auf der Flucht erschossen worden“ seien. Angehörige der Wachmannschaft und Häftlinge wurden angehört. Die Ermittlungen wurden mit dem Einverständnis von Heinrich Himmler, durch das SS- und Polizeigericht Kassel bzw. dem SS-Richter Konrad Morgen, vorangebracht. Bei Durchsuchungen der Unterkünfte von Kochs ehemaligen Mitarbeitern fand man Geldbeträge, Schmuck und Zahngold verstorbener oder ermordeter Häftlinge. Im August 1943 wurde Koch schließlich erneut wegen Korruption und des Mordes an drei Häftlingen, zusammen mit seiner Ehefrau, durch die Gestapo verhaftet. Die Anklage lautete auf Korruption, Unterschlagung, Bereicherung an Häftlingsvermögen, Hehlerei, Körperverletzung und Mord. Er wurde zweimal zum Tode verurteilt und noch am 05.04.1945 von einem SS-Kommando hingerichtet. Seine letzten Worte waren: „Jungens, schießt gut !“ Seine Frau Ilse wurde in diesem Verfahren freigesprochen und aus der Haft entlassen.
 
Alliierte Sieger-Justiz verfolgte und bestrafte u.a. Ilse Koch
 
Ilse Koch wurde nach Kriegsende von der US-Armee als „Kriegsverbrecherin“ festgenommen, um als „Hexe von Buchenwald“ demonstrativ der Weltöffentlichkeit vorgeführt zu werden. Sie wurde vom „Militärtribunal in Dachau“ im Juli/August 1947 als die einzige weibliche Angeklagte - neben ca. zwei Dutzend deutschen Männern - zur Todesstrafe verurteilt, die wegen ihrer Schwangerschaft zur lebenslänglichen Haftstrafe geändert wurde. Ihr Sohn Uwe wurde im Oktober 1947 geboren. Koch bekannte sich in keinem Punkt der Anklage schuldig und legte erfolgreich Revision ein, worauf das Urteil auf vier Jahre reduziert wurde. Im Revisionsgesuch heißt es: „Die Macht der Propaganda und Massensuggestion kann niemals besser illustriert werden, als im Falle Ilse Kochs. Schon lange vor dem Prozess war sie bereits öffentlich als die 'Hexe von Buchenwald' schuldig gesprochen worden. Geschichten über sie gingen von Mund zu Mund und wurden mit immer neuen farbenfreudigen Einzelheiten ausgeschmückt. Aber, als es zur Beweisführung vor Gericht kam, da stellte sich heraus, dass diesen Geschichten die Substanz fehlte.“ Das angebliche Fotoalbum aus Menschhaut, war in Wahrheit aus Pappe, es lag den Unterlagen bei. Der US-General Lucius D. Clay, war für die Urteilsrevision verantwortlich. Ihm erschienen dafür die sachlichen Gründe ausreichend. Das Studium der Gerichtsprotokolle durch ihn und seine Rechtsberater hatten erwiesen, dass die Beschuldigungen gegen Ilse Koch nicht auf Beweisen, sondern hauptsächlich auf Hörensagen basierten. Es hieß, die Beweisführung gegen Koch sei fehlerhaft gewesen und würde einer objektiven Nachprüfung nicht standhalten können. Jetzt begannen die US-Medien einen solchen Protest-Tumult zu veranstalten, dass im Oktober 1948 ein erneuter US-Ukas dem Land Bayern befahl, ein weiteres Strafverfahren gegen Ilse Koch einzuleiten. Am 15. Januar 1951 wurde Ilse wegen „Anstiftung zum Mord, versuchter Mord und Anstiftung zur schweren Körperverletzung“ zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Ilse erhängte sich am 2. September 1967 in ihrer Zelle der Frauenhaftanstalt Aichach, wo sie seit 18 Jahren festgehalten worden war.
 
Die Dämagogie des Gesamtrahmens der Geschehnisse um Ilse Koch muten wie ein Kapitel aus Dantes „Inferno“ an. Während draußen in der Nachkriegsrealität Zehntausende, ja Millionen völlig unschuldiger deutscher Zivilisten und Soldaten zu Tode gepeinigt wurden - wenn sie ein gnädiges Glück fanden, erlitten sie einen schnellen Erschießungstod - exakt in diesem Inferno bemühen sich alliierte Rachespezialisten und später kollaborierende deutsche Richter die schöne blonden Frau zur einzigartigen „Hexe“ und zur „meistgehassten Frau der Welt“ zu stempeln. Diese völlig überzogen, superlative Hetze sollte im Zuge des Entwürdigungsprogrammes der Weltkriegssieger das „rotblonde deutsche Gretchen“ treffen. Eine „Nymphomanin“ soll sie zusätzlich gewesen sein. Man hatte Hunderttausende von dieser Sorte aus der Luft und auf dem Boden umgebracht, Ilse Koch bot nun die Chance diesen Massenmord nachträglich zurechtfertigen: „Seht her, wie sie sind, diese blonden, unschuldig wirkenden Weiber der Deutschen, es sind Bestien !“ Trotz aller Bemühungen konnte man der angeblich so „mordwütigen“ Ilse Koch eigenhändige Tötungen nicht zuweisen, aber - nach richterlicher Meinung - die „Anstiftung zum Mord“. Im seltsamen Widerspruch dazu steht der Fall des Häftlings und Zeugen Kurt Titz, der im Haus der Kochs auf dem Ettersberg Hausmanndienste verrichtete. Während einer kurzen Abwesenheit Ilse Kochs hatte er sich einmal von ihren Schnaps- und Weinvorräten sinnlos betrunken, die seidene Unterwäsche der Kommandeuse angezogen, sich von oben bis unten mit einer Flasche ihres französischen Parfüms begossen und in pervertierter Raserei die Spiegel und Möbel im Zimmer der Koch zertrümmert. Aber nichts geschah ihm, die angeblich so sadistische Ilse hatte ihm nicht einmal die Reitgerte über den Hintern gezogen, sonst hätte er das im Zeugenstand mit Wonne ausgesagt. Man warf ihr vor, eine „Tischlampe aus Menschenknochen“ mit einen „Lampenschirm aus Menschenhaut“ besessen zu haben; die Schauergeschichten darüber gingen, dank der Sieger-Medien, um die ganze Welt. Das US-amerikanische „Life“-Magazin tat sich hervor mit einer Titelgeschichte „Lady of the lampshades“. US-amerikanische und britische Medien titulierten sie als: „The Witch of Buchenwald”, „The Beast of Buchenwald“, „Queen of Buchenwald“, „Red Witch of Buchenwald“, „Butcher Widow“, „The Bitch of Buchenwald“. Der Angeklagten wurde der „Dokumentarfilm“ mit dem „Ilse-Koch-Lampenschirm“ gezeigt, zum heftigen Bedauern der Justiz war nicht ein einziges derartiges Beweisstück gegenständlich auffindbar. Ilse äußerte sich zu dem Vorwurf: „Dieser Lampenschirm befand sich niemals in meinem Besitz. Gerade die Tatsache, dass er von den Amerikanern 1945 im Hause Koch gefunden wurde, spricht dafür, dass er nicht mir gehörte. Ich wohnte doch seit 1944 in Saatz.“ Die realen Lampenschirme der Ilse Koch, so stellte es schon Dr. Konrad Morgens Untersuchungspersonal fest, vor Ankunft der US-Amerikaner in Buchenwald, sind sämtlich aus gewöhnlichem Pergamentpapier. Von gegerbter Menschenhaut ist im ganzen Hause keine Spur zu finden, trotz nochmaliger genauer Durchsuchung durch die Gestapo, die diesen Häftlingsgerüchten auch schon akribisch nachgegangen war.
 
In der gleichen Nachkriegszeit als man Ilse Koch medial zur „Hexe von Buchenwald“ stempelte, durch zum Teil monströse Unterstellungen, deren Wahrheitsgehalt heute nicht mehr recherchiert werden können, ließen die Weltkriegssieger, auch in den Gefangenlagern der Westalliierten, Hunderttausende verhungern und wurden deutsche Gefangene auf vielfältigste Arten und Weisen vom Leben zum Tode befördert. Dieser historische Zynismus findet kaum eine Parallele in der jüngeren Weltgeschichte. Die sich moralisch überlegen dünkenden US-Ankläger scheuten sich nicht, ihre deutschen Opfer, mit denen sie kaum weniger willkürlich umsprangen, wie sie es den deutschen Lagerwachmannschaften vorwarfen, mit Maßnahmen zu zermürben, wie z.B. der Vorführung von „Schrumpfköpfen“ aus dem Berliner Völkerkundemuseum, mit der Diktion, es seien die massakrierten Köpfe von KL-Gefangenen. Diese Rache- und Schauprozesse der Kriegssieger in West und Ost waren kein Ruhmesblatt der Menschlichkeit und Wahrheit. Auch die Schergen der Sieger erlagen nachgewiesenermaßen allzu oft den Versuchungen, bei Ausübung der Macht über wehrlose Menschen, zu Unmenschen zu werden !
 
Die Menschheitsverbrechen der US-Politik und der US-Army
 
Die schier unglaubliche Doppelmoral der US-Administrationen, sowie der US-Army, welche stets scharf die Vergehen anderer Nation anzuprangern pflegen, ihrerseits aber die schlimmsten Menschheitsverbrechen begehen, findet in dieser heuchlerischen Extremform kaum ihresgleichen. Die US-Verbrechen an deutschen Menschen, insbesondere auch nach Abschluss der Kampfhandlungen des Weltkrieg II., könnten dicke Aufzeichnungsbände füllen. Während und nach dem „Angriffskrieg“ der USA (2003-2011) gegen den Irak, der mit bewusst erlogenen Kriegsbegründungen begonnen wurde, sind „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ in Masse begangen worden. Der US-„Verteidigungsminister“ Donald Rumsfeld billigte im Dezember 2002 in einem nicht öffentlichen Vermerk 16 spezielle Verhörmethoden für das US-KL Guantanamo, darunter, dass Gefangenen durch Hunde Angst gemacht wird, dass sie sich bei Verhören nackt ausziehen oder bis zu vier Stunden unbequeme Haltungen einnehmen müssen, Isolationshaft, Verhöre bis zu 20 Stunden und den Entzug warmer Mahlzeiten. Der Schutz der „Genfer Konventionen“ wurde diesen US-Gefangenen verwehrt. Ebenso wurde bekannt, dass die USA Gefangene zum Foltern an andere Staaten übergeben würden. Im Abu-Ghuraib-Gefängnis waren Folterungen, Vergewaltigungen und Morde an der Tagesordnung. Die meisten der Insassen seien „Unschuldige, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren“, gestand Abu-Ghuraib-Kommandantin Karpinski. An den Folterungen waren nach Angaben eines US-Wissenschaftlers auch Ärzte beteiligt. Diese hätten mit ihrem Verhalten ethische Werte der Medizin gebrochen und Menschenrechte verletzt, schreibt der amerikanische Bioethiker und Doktor der Medizin Steven Miles in „The Lancet“. Die im Mai 2004 aufgetauchten erschütternden Fotografien zeigen nackte Gefangene der US-Army die zum Oralsex und zum Onanieren gezwungen werden, an Elektrokabel zu Schein-Hinrichtungen angeschlossen werden, die mit Kot beschmiert werden, von Hunden angefallen werden und tote Gefangene. Nach Auskunft von CBS hat die US-Army wesentlich mehr Fotos dieser Art. Der US-Soldat Joshua Casteel, der in Abu-Ghuraib gedient hat gab an: „Sie haben dort mit dem Einsatz der Spezialeinheiten die Insassen regelmäßig befragt. Es gab auch oft Folterungen. Beispielsweise wurden die Gefangenen nackt in eiskaltes Wasser gestellt und dann in einem Raum mit Klimaanlage, die auf extrem hohe Temperaturen gestellt wurde. Ihre Hände wurden mit Hämmern geschlagen. Auch Baseballschläger wurden benutzt.“ 2013 wurde durch Recherchen der Britischen Zeitung „Guardian“ bekannt, dass die vom US-Militär in Lateinamerika eingesetzten Techniken zur Unterdrückung von Oppositionellen ab 2003 auch im US-besetzen Irak zur Anwendung gelangten. Dazu gehörten auch „alle Arten von Foltertechniken zur Gewinnung von Geständnissen“, darunter Elektroschocks, Aufhängen an den Füßen und das Ausreißen von Fingernägeln. Dies sei von höchsten Stellen des US-Militärs genehmigt gewesen. Der Versuchung, rechtlos gemachte Kriegsgefangene zu schinden, zu foltern und zu ermorden konnten US-Soldaten und Soldatinnen weder im Nachkriegsdeutschland, noch in Afghanistan und dem Irak widerstehen.