DIE EHRE DER GERMANEN

Germanische Krieger von der Trajansäule/Rom, 113 n.0
 
DIE EHRE DER GERMANEN
 

 

Wie bekennt sich Friedrich Nietzsche im „Der Antichrist“ des Jahres 1888 als ein bewusster Sohn des Nordens ?: „Sehn wir uns ins Gesicht. Wir sind Hyperboreer - wir wissen gut genug, wie abseits wir leben. ,Weder zu Lande noch zu Wasser wirst du den Weg zu den Hyperboreern finden‘: das hat schon Pindar von uns gewusst. Jenseits des Nordens, des Eises, des Todes - unser Leben, unser Glück . . . Wir haben das Glück entdeckt, wir wissen den Weg, wir fanden den Ausgang aus ganzen Jahrtausenden des Labyrinths. Wer fand ihn sonst ?“ Den Griechen galt Hyperborea als sagenhaftes, paradiesisches Land im weiten Norden. Seinen Bewohnern, den Hyperboreern, wurde eine besonders enge Verbindung mit dem Gott Apollon und dessen Kult zugeschrieben. Zum Apollonfest kämen Schwärme von Singschwänen und stimmten in die Hymnen der menschlichen Sänger ein. Der weise Dichter Pindar (ca. 522-446 v.0) beschrieb die Hyperboreer als ein gesegnetes Volk, das weder Alter noch Krankheit kennt und sich mit Tanz, Gesang, Flöte und Leier ganz dem Dienst der schönen Künste, der Musen hingäbe. Ein antiker Schriftsteller, Hekataios von Abdera (um 300 v.0), berichte von der „hyperboreische Insel „Helixoia“ und den „riesenhaften Kindern des Nordwindes“, nördlich der Keltenländer. Ausführlicher berichtete der kundige Herodot (480-424 v.0) von den Hyperboreern, beispielsweise, dass das Insel-Heiligtum des Apollon in Delos regelmäßig in Weizenstroh gewickelte Weihegeschenke aus Hyperborea erhalte. Aber zuvor hätten hyperboreische Sendboten, wie die beiden Jungfrauen namens Arge und Opis, die Götterbilder von Apollon und Artemis-Eileithyia nach Delos gebracht und von dort hätte sich der Kult dieser Götter über ganz Ionien verbreitet. Der strahlend schöne, jünglingshafte, blonde Sonnengott Apollon offenbart sich in seiner geglaubten nordischen Wesenheit als ordnender, reiner und reinigender, geheimnisvoller, unbestechlich strenger Schutzgott der Moral und Vernunft, auch der Weissagung, der Dichtkunst und der Künste allgemein. Als die reinste Ausprägung des hyperboreischen Typus erwuchsen den Nordlanden die germanischen Völker, welche jene Fülle von überlegenen Voraussetzungen in sich tragen, den geforderten „Übermenschen“ Nietzsches hervorzubringen, der allein die elementar-leiblichen und geistig-moralischen Herausforderungen des Lebenskampfes zu meistern verstand und ebenso zukünftig verstehen wird. Sie sind das sublimierte, das geadelte Selektionsprodukt, sie sind der feinste Wein aus der anthropologischen Kelter der Gottnatur auf Erden. Kein irdischer Mitbewerber, um die „Krone der Menschheit“, kommt diesen Nordvölkern an Schönheit von Anmut des Leibes und des Logos gleich ! Ihre lichte Geistigkeit, ihre schimmernde Haut, ihr Himmelsblau der Augen und das Sonnengespinst ihrer Haare ließen diese Menschen in den Anschauungen der übrigen Erdenbewohner zu Göttern gedeihen. Überall auf der Erde gelten ihre Maßstäbe, die geglaubte Regel lautet: „Je heller Haupt und Haut umso heller der Kopf“ und umso mehr stehen dem Träger dieser Merkmale Führungsbefähigungen, also Krone und Zepter, zu. Die Deutschen sind laut einer Untersuchung der britischen Universität Ulster das intelligenteste Volk in Europa. Mit einem durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 107 liegen die Deutschen einen Atemzug vor den Niederländern (107) und den Polen (106), [die überwiegend slawisierte Ostgermanen sind], wie die britische Tageszeitung „The Times“ am 9.12.2008 berichtet. Es folgen Schweden (104) und Italiener (102), [die in Norditalien zum großen Teil Nachkommen der Langobarden sind]. Mit einem Durchschnitts-IQ von 100 liegen die Briten zwar abgeschlagen hinter der Spitzengruppe, aber immerhin sind sie noch klüger als die Franzosen (94). Die letzten Plätze nehmen Rumänen, Türken und Serben ein. Der Verfasser der Studie, Professor der Psychologie Richard Lynn, sieht in dem Klima in Nord- und Mitteleuropa den Grund für den IQ-Vorsprung. Mehr Kälte, mehr Gehirn. Die kalten Temperaturen haben nach Ansicht des Professors die hiesigen Gehirne voluminöser werden lassen. Auch die militärischen Siege der Briten gegen die Franzosen im Laufe der Jahrhunderte sieht Lynn unter anderem mit seinem Befund erklärt: Es sei ein Gesetz der Geschichte, dass das militärische Lager mit dem größeren IQ gewinne. Diese Regel gelte allerdings nicht, wenn - wie bei den Deutschen im Zweiten Weltkrieg der Fall - die Armee zahlenmäßig stark unterlegen sei. Ein Zitat des genialen Giordano Bruno (1548-1600): „Gebe, o Jupiter, dass die Deutschen ihre Kräfte erkennen und ihren Fleiß auf höhere Dinge richten, dann werden sie nicht Menschen, sondern Götter sein !“ Der Anschauungsunterricht der Überlegenheit von deutsch-germanischen Menschen und Staatsgebilden ließen im Laufe der Jahrhunderte immer erneut militärische Koalitionen entstehen, um den „Klassenprimus“ zu beseitigen oder zumindest stark zu schwächen. Die beiden „Dreißigjährigen Kriege“ liefern dafür die ersten ins Auge fallenden Beispiele: Von 1618 bis 1648 und von 1914 bis 1945. Germanen, sowie deren unmittelbare deutsche Nachkommen, führten ganz allein Europa an die geistige und materielle Spitze der Welt. Sie verhinderten den asiatischen Ausgriff nach Westen, sie bremsten oder besiegten Hunnen, Madjaren, Mongolen und Türken. Sie besiegten und beendeten das völkerzerstörende römische Sklavenhalter-Imperium ebenso wie das perfide, völkerseelentötende römische Ungeheuer der Vatikankirche. Sie erzwangen mit der protestantischen Reformation, auch einen Grad der innerkatholischen Besinnung. Auch in Westeuropa schlugen und stoppten Germanen die räuberischen Sarazenen, so dass Europa europäisch bleiben konnte. Und vom seit Steinzeittagen nordisch bestimmten Asturien aus, im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, vollzog sich die Reconquista, zur Befreiung von der islamisch-afrikanischen Maurenherrschaft auf dem Kontinent. Und ohne langobardische- und normannisch-germanischen Blutzufuhr aus dem Norden, sowie dem deutschkaiserlichen Eingreifen, wäre ganz Italien den afrikanischen Sarazenen anheimgefallen. Selbst die Eroberung der riesigen letzten maurischen Festungswälle auf spanischer Erde wäre ohne den meisterlichen Einsatz deutscher Kanoniere kaum geglückt. Die Innovationskraft der Deutschgermanen, insbesondere was ihr Erfindungsreichtum anbelangt, ist im Weltmaßstab unübertroffen, wenn er in Relation ihrer geringen Populationen gewertet wird, zu vergleichsweise negroiden, indianischen, indischen, vorderasiatischen und fernöstlichen, mit zum Teil, massengesellschaftlichen großstädtischen, Zivilisationsballungen. In vereinfachter Darstellung darf gesagt werden, dass die Wiege der modernen Welt - von den Naturwissenschaften, der höheren Mechanik-Lehre bis zur Quantenphysik - im germanischen bzw. deutsch bestimmten Dreieck Berlin-London-Paris liegt -, wobei der Begriff „deutsch“, in seinem Ursinne aus „thiudisk“ zu verstehen ist, womit das vorchristlich-pagane, gemeingermanischen Volk gemeint war, aus dem das spätere und heutige Eurogermanentum hervorging.
 
Schon der Historiker Cornelius Tacitus (58-120 n.0), selbst möglicherweise gallischer Herkunft, beschrieb die Germanen in seiner Schrift „Germania“ als ausgezeichnetes Volk, ohne „fremde Ehemischungen aus anderen Nationen“, mit „trotzig wilden und blauen Augen, rötlichen Haaren und von stattlichem Körperbau“. Auf den schnöden Mammon, auf „Silber und Gold“, legte man keinen Begehr; von römischen Gesandten geschenkte „silberne Gefäße“ galten ihnen nicht aufregender als die von geringem Werte, „wie die aus Ton gefertigten“. Auf „äußeren Prunk“ legen sie keinen Wert, allein ihre Schilde, also ihre Sippen- und Stammessymbole, „bemalen sie mit ausgesuchtesten Farben“. Wir hören wie demokratisch und vernunftgetragen die sozialen Einrichtungen waren: „Ihre Könige besitzen keine unbegrenzte oder freie Gewalt, und die Führer stehen an der Spitze mehr durch Musterhaftigkeit als durch Machtvollkommenheit, bewundert, wenn sie kampfgewandt, wenn sie hervorleuchtend sind, wenn sie vor der Schlachtlinie führen, wie es noch den NS-Offizieren im Weltkrieg zur Ehre gereichte. Tacitus berichtet: „Übrigens ist ihnen weder hinrichten noch fesseln, nicht einmal schlagen erlaubt.“ Wenn überhaupt, stand das allein den Priestern zu, nicht eigentlich zur Strafe, noch aus Befehl des Führers, sondern weil gleichsam die Gottheit es gebietet, die sie unter den Kriegenden gegenwärtig glauben; und daher tragen sie Bilder und gewisse heilige Zeichen, aus den [heiligen] Hainen geholt, in die Schlacht.“
 
Dass der hyperboreisch-nordische Menschenschlag der schönste, gesündeste und langlebigste ist, wurde von Kennern nie bezweifelt. Denn Schönheit ist nichts anderes als geformter Ausdruck von Gesundheit und ein kerngesunder Geist kann nur in einem gediegenen Körper wohnen. Die erbarmungslosen Witterungen der nordischen Eiszeiten, mit ihren generationenlangen Ausscheidungen von allen Schlechtgeratenen, Unfähigen und geistig Stumpfen hat es bewirkt, dass das Erfolgsmodell des starken, sonnengeistigen, anmutigen, rechtwinkligen Goldenen-Schnitt-Typus gedieh. Um das Jahr 120 v.0 hatten die hyperboreischen Stämme der Kimbern, Teutonen und Ambronen ihre jütländischen Heimaten verlassen, wegen dem Vordingen des Meeres, zunehmender Landknappheit und Bevölkerungswachstum, wie es bereits der Historiker Poseidonios (135-51 v.0) beschrieb. Teutonenkönig Teutobod (um 125-101 v.0) geriet nach verlorener Schlacht im Jahr 102 v.0 verwundet in Gefangenschaft und wurde im röm. Triumphzug mitgeführt, wo er durch seine riesige Körpergröße auffiel. Er überragte alle Trophäen. Ein Berichterstatter namens Florus bemerkte: „Er, der sonst vier, ja sechs nebeneinander aufgestellte Rosse zu überspringen gewohnt war, vermochte auf der Flucht kaum eines zu besteigen“. Germanenkrieger überragten alle damals bekannte Menschentypen. In Prokops „Gotenkrieg“ heißt es beispielsweise: „Kaiser Justinian sah [Gotenkönig] Witigis mit seiner Gattin freundlich an und bewunderte die Körpergröße und Schönheit der Barbaren.“ (3,1). Über die Schönheit der Goten gibt es zahlreiche Berichte. Prokopius (um 500-562), der Geheimschreiber des byzantinischen Feldherrn Belisar, gibt in seinem Buch „Vandalenkrieg“ z.B. an: „Früher wie jetzt waren es meist gotische Stämme; die größten und berühmtesten die Goten, die Vandalen, die Westgoten und die Gepiden. … Sie alle unterscheiden sich wohl voneinander dem Namen nach, wie schon bemerkt, im Übrigen aber gar nicht. Alle haben sie weiße Hautfarbe, blonde Haare, sind groß von Gestalt und schön von Gesicht. Sie gehorchen denselben Gesetzen und haben dieselbe Religion, nämlich die arianische. Auch haben sie eine Sprache, die gotische, und ich glaube wohl, dass sie ursprünglich einem Volk angehört und sich dann später nach den Namen ihrer Führer unterschieden haben. Von alters her saßen sie jenseits der Donau. Dann nahmen die Gepiden die Gegend um Singedon [bei Belgrad] und Sirminium [an der Save] ein, diesseits und jenseits der Donau, wo sie noch zu meinen Zeiten gewohnt haben.“ (1,2). Nach der wandalischen Niederlage: „Denn die römischen Soldaten, die bettelarm waren und sich nun plötzlich im Besitz gewaltiger Schätze und wunderschöner Weiber sahen, blieben ihrer Sinne nicht mächtig und schienen unersättlich in ihren Lüsten.“ (1,4). Der Autor beschreibt den oström. Feldherrn Belisar als tugendsam: „Obgleich er zahllose gotische und vandalische Weiber als Kriegsgefangene hatte, und so schöne, wie sie sonst kein Mensch je gesehen…“ (3,1), Oder: „… ritt ein gotischer Mann namens Viliaris, von gewaltiger Größe und furchtbarem Aussehen, ein kühner und tapferer Held, gepanzert von Kopf bis Fuß, mitten vor das Gotenheer …“ (3,4). Doch das Aufsehen, das die hohen Menschen aus dem Norden erregten, ist ja viel älter. Es hat sich in Passagen der hebräischen Bibel erhalten. Schon die Invasionen der „Seevölker“, im letzten Drittel der 13. Jh. v.0, die bis vor die Tore Ägyptens gelangten, führten nordeuropäische Kriegerscharen mit sich. Hebräer, unter ihrem Häuptling Moses, hatten den Auftrag erhalten, das Land Kanaan vom Südosten aus zu erkunden, kamen zurück und berichteten: „Wir kamen in das Land, in das du uns geschickt hast: Es ist wirklich ein Land, in dem Milch und Honig fließen. … Doch das Volk, das im Land wohnt, ist stark und die Städte sind befestigt und sehr groß. Auch haben wir die Söhne des Anak dort gesehen. Amalek wohnt im Gebiet des Negeb, die Hetiter, die Jebusiter und Amoriter wohnen im Gebirge und die Kanaaniter am Meer und am Ufer des Jordan.“ Einige Leute waren der Auffassung, das Land gewinnen zu können, doch die Kundschafter erwiderten: „Nein, wir können nicht zu dem Volk hinaufziehen; es ist stärker als wir. … Das Land, das wir durchwandert und erkundet haben, ist ein Land, das seine Bewohner auffrisst; das ganze Volk, das wir in seiner Mitte gesehen haben, ist von riesigem Wuchs. Sogar die Riesen haben wir dort gesehen; die Anakiter gehören nämlich zu den Riesen. Wir kamen uns selbst klein wie Heuschrecken vor und auch ihnen erschienen wir so.(Mose 13,31-33) Die Herren der Küstenstädte und des Hinterlandes waren nordisch-mykenische See- und Landfahrer, sog. Philister, gegen die die vorderasiatischen, kleinen, braunhäutigen Israeliten über Jahrhunderte ankämpften. Eine dieser Auseinandersetzungen ist im typisch gottesgerichtlichen Einzelkampf zwischen David und Goliat festgehalten worden. Dass der winzige Jude mit der „feigen“ fernhintragenden Schleuderwaffe den Kampf entscheidet, lag mitnichten im Sinn eines fairen Duells: „Da trat aus dem Lager der Philister ein Vorkämpfer namens Goliat aus Gat hervor. Er war sechs Ellen und eine Spanne groß. Auf seinem Kopf hatte er einen Bronzehelm und er trug einen bronzenen Schuppenpanzer, der 5000 Schekel wog. Er hatte bronzene Schienen an den Beinen und zwischen seinen Schultern hing ein Sichelschwert aus Bronze. Der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum und die eiserne Speerspitze wog 600 Schekel. Sein Schildträger ging vor ihm her.“ (1 Sam. 17,4-7) Wir sehen hier den Eindruck eines frühgermanischen Hyperboreers geschildert. Sehr verständige, schriftgelehrte, rabbinische Mystiker sind bis heute von der antagonistischen Identität der „Kinder Amalek“ (als Enkel Esaus bezeichnet) und der Germanen bzw. Deutschen überzeugt. Im Buch „Amos“ heißt es, die Philister seien aus „Kaphtor“ (Kreta) gekommen. Die Deutung, dass die Philister des alten Palästinas, vor Ankunft der Exodus-Juden, indogermanische Nordeuropäer waren und nicht etwa mittelmeerische Kreter-Minoer, bestätigte 2019 ein Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Leon Levy-Expedition, die das Erbgut aus Philister-Grabstätten der Hafenstadt Ashkelon untersuchten. Der Atlantis-Experte Jürgen Spanuth (1907-1998) sagte das seit den 50er Jahren und in seinen Büchern, z.B. „Die Philister - Das unbekannte Volk - Lehrmeister der Israeliten“ (1980) und „Die Phönizier - Ein Nordmeervolk im Libanon“ (1985), voraus. Neben Lob und Ehrfurcht vor den tatkräftigen blonden Heroen des Nordens ging und geht gleichermaßen immerfort seit Jahrtausenden, seitens der Neider und Hasser, die Hetze gegen: „die Philister“, „die blonden Bestien“, den „Furor Teutonicus“, „die Vandalen“, „die arianischen Goten“, „die Ketzer“, „die Deutschen“, „die Preußen“, „die Nazis“. Gegen ein einziges Volk in der langen Historie haben es gewisse Dunkelmänner zuwege gebracht, zeitweise die gesamte Völkerwelt aufzuwiegeln, sie gegen die deutschen Grenzen anrennen zu lassen, um diesem einen Volk mittels zweier Weltkriege, den endgültigen Garaus zu machen. Einen kleinen Trost vermag der deutsche Dichter Gottfried, August Bürger (1747-1794) zu spenden, von dem das Wort stammt: „Wenn dich die Lästerzunge sticht, so lass dir dies zum Troste sagen: Die schlecht'sten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen.“
 
Der überragende germanische Edelsinn offenbart sich in seiner ganzen Schönheit hinsichtlich des Umgangs mit dem „Schwachen Geschlecht“. Der germanische Krieger fürchtet den Tod nicht, aber umso mehr die entehrende Gefangennahme seiner Frauen, die er als „unüberstehlich fürchtet“. Sie ehren die Weiber wie kein zweites Volk. „Ja, dass selbst ein heiliges und prophetisches Wesen denselben [den Frauen] innewohne, glauben sie. Man weist ihren Rat nicht ab oder vernachlässigt ihre Aussprüche. „Wir selbst“, schrieb Tacitus, „haben unter Vespasianus (nun bei den Göttern) die Veleda gesehen, welche lange bei den Meisten für ein Gottwesen galt. Aber auch in älterer Zeit verehrten sie göttlich eine Albruna und mehrere Andre, nicht aus Kriecherei, noch als ob man sie zu Göttinnen machte.“ Die sittliche Kultur einer Nation wird durch Intensität und Vernünftigkeit ihrer gelebten Religiosität gekennzeichnet. Auch darin überflügeln die Germanen vergleichbare Völker bei weitem. Die „Germania“ bezeugt: „Im Übrigen halten sie es der Größe der Himmlischen nicht für gemäß, die Götter innerhalb Wänden zu bannen oder irgendeiner Erscheinung des menschlichen Antlitzes ähnlich zu bilden. Haine und Wälder heiligen sie, und nennen mit den Namen persönlicher Gottheiten jenes Geheimnisvolle, das sie allein durch fromme Anbetung schauen.“ Der inbrünstige germanische Gottesglaube förderte die Hoffnung auf das Eingreifen höherer Mächte ins menschliche Schicksal, ebenso wie die Gottesbestimmtheit der Loosorakel durch Runenstab-Würfe. Tacitus schreibt dazu: „Götterzeichen und Loose beobachten sie wie nur immer Andere. Der Loosung nach gewohnter Art ist einfach. Einen Zweig, von einem Fruchtbaume abgehauen, schneidet man in kleine Stäbchen [Buchenstäbchen = Buchstaben], unterscheidet diese durch gewisse Zeichen [Runen] und streut sie über ein weißes Tuch blindlings und auf’s Ungefähre. Alsbald hebt, wenn in Staatssachen Befragung geschehen wird, der Priester der Gemeinde, wenn in Häuslichen, bloß das Haupt der Familie, zu den Göttern flehend und gegen den Himmel aufblickend, dreimal ein Stäbchen auf, und deutet die aufgehobenen nach dem vorher eingedrückten Zeichen. Wehrten sie, so ist für denselben Tag über dieselbe Sache keine Befragung mehr; ward aber statt gegeben, so ist noch Bestärkung durch Götterzeichen erforderlich. Und wirklich ist auch hier jener Brauch bekannt, der Vögel Stimmen und Flug zu befragen. Dem Volke eigentümlich ist, auch der Rosse ahnendes Wittern und Mahnen zu versuchen. Für die Gemeinde werden sie in den nämlichen Wäldern und Hainen genährt, ganz weiß und von keinem irdischen Dienste unrein berührt; sie, mit dem heiligen Wagen beschwert, begleitet der Priester und König oder Häuptling des Staates und beobachtet ihr Wiehern und schnaubendes Knirschen. Und keine andere Weissagung hat größeren Glauben nicht bloß bei dem Gemeinvolk, sondern bei den Vornehmen, bei den Priestern, denn sich halten diese für Diener der Götter, jene für deren Wissende.“ Die Stuttgarter Senke war solch ein Weidegrund der heiligen Pferde, unter dem Namen „Stuotgarten“ (Stutengarten“). Wie es zur Hochschätzung der Pferde kam ist offenbar, denn bekanntlich scheinen sie einen 6. Sinn zu haben und sind dem Menschen dergestalt überlegen. Früh ahnen Pferde Erdbeben wie Unwetter über Luftdruckveränderungen, was außerhalb des menschlichen Vermögens steht. Das oding‘sche Runensystem, von 24 Stäben, muss zur Zeit des Tacitus in der weiten Germania bereits bekannt gewesen sein. Keine andere Schriftkultur der Erde hat jemals ein gleichwertiges sakrales Sprachmedium wie das ODING-FUÞARK hervorgebracht, mit dem auf grandiose Weise die Ratio-Teutonica Urständ feierte. In ihm wurde von einem Genie - wohl der Kimber Erul - dem Volk eine Schreibschrift im gleichen Guss geschenkt, wie einen luni-solaren Jahrweiser, verbunden mit dem Kerbstock der Götterlehre, der kosmogonischen Genesis, mit Elementenlehre. Dieser Runen-Kalender war aber kein Geniestreich ohne Vorläufer, ganz im Gegenteil, die astrologische Himmelsbeobachtung und die damit einhergehenden Zeitberechnungen gehören zum uralten Geisteserbe der Nordvölker. Schon der um 1.400 v.0 geschaffene „Sonnenwagen von Trundholm“, nach einem Fundort bei Kopenhagen benannt, zeigt im Ornament des Sonnendiskus die von mir nachgewiesene luni-solare Jahresberechnung. Ebenso die bronzezeitlichen Kalendergefäße des brandenburgischen „Königsgrabes von Seddin“, aus 829 v.0., sowie die gleiche Buckeldekor-Urne von Herzberg und z.B. jene von Gevelinghausen (Hochsauerlandkreis). Für jeden Jahrestag wurde exakt ein Buckel gepunzt, 354 für das Mondjahr, 365 für ein Sonnenjahr. Und lange vorher schufen Nordmenschen die Kalenderwarten vom „Mittelberg“ zu Wangen-Nebra an der Unstrut, wo man die um 4.000 Jahre altehrwürdige „Himmelsscheibe“ fand, lediglich 23 km von der um 7.000-jährigen Kreisgrabenanlage bzw. dem Sonnenobservatorium Goseck („Gottesacker“) entfernt. Dort und am Isar-Donau-Winkel bei Meisternthal („Tal der Meister“) sind die uns bislang ältesten bekannten Sonnenkalenderbauten der Welt errichtet worden. So erkennen wir in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niederbayern die Wiegen europäischer Wissenschaftskultur.
 
Wie demokratisch sich die germanischen Gesellschaften führten beschreibt Tacitus: „Über kleinere Dinge beraten die Hohen, über größere alle, doch so, dass auch Dasjenige, dessen Entscheidung beim Volke ist, bei den Hohen durchgearbeitet wird.“ Über die Köpfe der Volksgenossen hinweg, so wie im heutige Brüsseler EU-System, wurde nichts entschieden. „Die Gemeinde versammelt sich, wenn nicht etwas Unerwartetes und Plötzliches einfällt, zu bestimmten Fristen, da der Mond anfängt oder voll wird. … Wie es der Masse gefällt, fasst man Platz, in Waffen. Stillschweigen wird durch die Priester geboten, welchen dann auch das Recht der Bestrafung zusteht. Hierauf wird der König oder das Volkshaupt, wie jeweils dessen Alter ist, wie der Adel seines Geschlechtes, wie sein Ruhm aus Kriegen, wie die Wohlredenheit, angehört, mehr mit der Geltung eines Zuspruchs, als durch die Amtsgewalt des Befehlens. Missfällt der Antrag, so verwerfen sie ihn durch Gemurre; gefällt er aber, dann schlagen sie die geschwungenen Waffen zusammen: die geehrteste Art des Beifalls ist es, mit den Waffen zu loben. … Es ist gestattet, bei der versammelten Gemeinde auch anzuklagen und Verfolgung auf Leben und Tod zu richten. Die Unterscheidung der Strafen geht nach dem Verbrechen: Verräter und Überläufer hängen sie an Bäumen auf, Feiglinge und Kriegsflüchtige und am Körper Geschändete senken sie in Kot und Sumpf, darüber eine Flechte geworfen. … In den nämlichen Versammlungen werden auch die Führungspersonen auserwählt, welche durch Gau und Mark das Recht handhaben. Jedem stehen hundert Gefährten aus dem Volke zur Seite, Rat zugleich und Bewährung.“ Kein zweites Volk kommt den Germanen an Sittlichkeit gleich, wie Tacitus geradezu schwärmerisch vorträgt: „Indessen sind dort die Ehen streng, und gar keinen Teil der Sitten darf man mehr loben. Denn fast nur sie allein unter den Barbaren sind mit Einer Frau zufrieden, ganz wenige ausgenommen, welche nicht der Wollust zuliebe, sondern ob ihres hohen Adels mit gar vielen Heiraten umworben werden. Ehegaben bietet nicht die Frau dem Manne, sondern der Frau der Mann. Gegenwärtig sind dabei die Eltern und Blutsfreunde, sie prüfen die Geschenke: Geschenke nicht nach Weiber-Tändelei gesucht, noch um damit die Neuvermählte zu putzen, sondern [nützliche] Rinder und ein aufgezäumtes Pferd, dann Schild nebst Frame und Schwert. Auf solche Geschenke nimmt man sein Weib, und ihrerseits bringt auch die Gattin dem Manne etwas an Waffen. Dies, glauben sie, ist das größte Band, dies die geheime Heiligung, dies des Ehebundes Götterschutz. Dass sich die Frau nicht außer den Gedanken nach Tugenden wähne, nicht außer den Unfällen der Kriege, wird sie schon durch der beginnenden Ehe eigentliche Weihe erinnert, sie komme als Gefährtin der Mühen und Gefahren, bestimmt das Gleiche im Frieden, das Gleiche in den Schlachten zu tragen und zu wagen. Dies künden die gejochten Rinder an, dies das gerüstete Pferd, dies die gereichten Waffen; so müsse gelebt sein, so gestorben; sie erhalte, was sie ohne Makel und gleich würdig ihren Kindern wiedergeben, was die Schwiegertöchter wiederum empfangen sollen, was auf die Enkel kommen müsse. Also im sichern Schutze der Keuschheit leben sie, durch keine Schauspiel-Lockungen verdorben, durch keine Reizungen der Gelage; der Schrift Geheimwege kennen Männer und Weiber gleichmäßig nicht. Äußerst selten ist in dem so zahlreichen Volke der Ehebruch, dessen Bestrafung augenblicklich und dem Manne überlassen ist. Abgeschnittenen Haares und entblößt jagt dieser sie vor den Augen der nahen Verwandten aus dem Hause und treibt sie mit der Peitsche durch das ganze Dorf, denn preisgegebene Scham duldet kein Verzeihen: nicht durch Schönheit, nicht durch Jugend, nicht durch Habe findet sie einen Mann. Lacht doch Niemand dort über das Laster, und verführen oder verführt werden, heißt nicht Welt. Besser freilich noch die Staaten, in welchen nur Jungfrauen heiraten, wo Hoffnung und Wunsch der Gattin bloß einmal erledigt wird. Also empfangen sie nur einen Gemahl, wie nur einen Körper und ein Leben, damit kein weiterer Gedanken, dass keine fernere Begierde lebe, dass nicht gleichsam den Ehemann sie lieben, sondern gleichsam den Ehebund. Die Zahl der Kinder beschränken oder gar eines der nachgeborenen töten, gilt als Schandtat. Und mehr vermögen da die guten Sitten, als anderswo gute Gesetze.“ Die heutigen Schändlichkeiten der Abtreibung oder der Antibabypillen hätten das redliche Vorstellungsvermögen der Alten Germanen absolut überfordert.
 
„In jedem Hause wachsen sie in Blöße und Ärmlichkeit zu diesen Gliedern herauf, zu diesen Körpern, die wir bewundern. Jeden nährt die eigene Mutter an der Brust, und nicht den Mägden und Ammen fallen sie anheim. Den Herren oder Knecht vermag man in keiner Tändelei der Erziehung zu unterscheiden: bei den nämlichen Herden, auf dem nämlichen Boden treiben sie sich, bis den Freien die Jahre scheiden, die Mannhaftigkeit anerkennt. Ganz spät ist der jungen Männer Liebesgenuss und darum ist unerschöpflich ihre Zeugungskraft. Auch die Jungfrauen werden nicht beeilt [nicht zur vorzeitigen Ehe gedrängt]: dieselbe Jugendfülle, ähnlich hohe Gestalt; entsprechenden Alters und kraftvoll werden sie Frau. Und die Kinder sind der Eltern Ebenbild in Stärke. Die Söhne der Schwester haben beim mütterlichen Oheim die nämliche Achtung wie an der Seite ihres Vaters. Manche halten jenes Band des Blutes für unverletzlicher und enger, und dringen beim Empfang von Geiseln mehr auf solche, überzeugt, dass diese die Stimmung fester und die Familie weiter beherrschen. Erben indess und Nachfolger sind Jedwedem die eigenen Kinder, und ein Testament gibt es nicht. Fehlen Kinder, so sind die nächste Linie in der Ergreifung des Besitzes die Brüder, Vaterbrüder, Mutterbrüder. … Kinderlosigkeit hat keinen Preis.“ Das hohe Lied der germanischen Noblesse singen auch tausende von Bautasteinen und Runensteinen im Norden. Es sind bronzezeitliche und eisenzeitliche Gedenkmale die über alle einstmals von Germanen erreichten Ländern verstreut zu finden sind, von Skandinavien, Deutschland, im polnisch okkupierten Ostdeutschland, Bornholm, England, Färöer, Grönland, Baltikum, bis zur Ukraine. Wohin Normannen, Wikinger, Waräger gelangten stellten sie die Ehrensteine auf, zur Erinnerung an einen vorzüglichen Toten. Dazu gehörten, für Germanen ganz selbstverständlich, auch verdiente, geliebte und hochgeschätzte Frauen. Das ist einmalig in der Welt. Nicht gering ist die Anzahl von Steinen, die für und von Frauen gesetzt wurden. Aus den Inschriften der rund 3.000 skandinavischen Runensteine, geht hervor, dass um 12 Prozent der erfassten Runensteine auf die alleinige Veranlassung von Frauen selbst errichtet worden sind, um 15 Prozent wurden von Frauen und deren Männern in Auftrag gegeben. Selbstständige Frauen verfügten demnach in den germanischen Gesellschaften über die finanziellen Mittel, solche Denkmäler aufstellen zu lassen. Das heute kolportierte Bild von der „vorchristlichen rigorosen Männergesellschaft“ erweist sich angesichts dieser Fakten als Trugschluss. Einige Beispiele: Auf der Seite des Runensteins von Tillitse/Lolland: „Toke ritzte diese Runen nach seiner Stiefmutter Thore, einer vornehmen Frau.“ Die beiden Runensteine von Sønder Vissing/Aarhus/Jütland: „Tove, die Tochter Mistives, Haralds des Guten, Gorms Sohns, Gemahlin, ließ diese Denkmäler für ihre Mutter machen.“ Runensteine von Jelling/Dänemark:„König Gorm errichtete dieses Denkmal für Thyra, seine Frau, die Zierde Dänemarks.“Der Große Rygbjergstein von Frederikshåb/Jütland: „Tue errichtete diesen Stein auf dem Grab seiner Frau Thorgunn. Mögen diese Runen lange leben“. Der Glavendrup-Stein bei Odense/Fünen, gesetzt von Frau Ragnhild, die den Stein zu Ehren von verschiedenen Männern errichten ließ: „Thor weihe diese Runen. Zu einem Feigling/Unhold werde der, der Gewalt gegen diesen Stein ausübt oder ihn wegschleppt zum Gedenken für einen anderen.“
 
Zu den germanischen Tugenden gehören Bescheidenheit, Selbstunterschätzung, Überbewertung fremder Erzeugnisse und Hochschätzung alles Fremden. Solche Grundhaltungen machen die Menschen offen für neue Impulse von außen und sind mithin entwicklungsgeschichtlich durchaus von Vorteil. Andererseits geht damit eine innere Demut einher, die zum Nachteil gereichen kann, wenn fremde Ansprüche minimierend auf die Selbsterhaltungsfunktionen einer Nation einwirken. Dies war der Fall als der jüdisch-orientalische Christianismus, von Missionsfanatikern geschürt, aufs germanische Denken einzutrommeln begann. Freilich gab es weise Seher, Warner und Abwehrkämpfer, doch eine betörte Masse Gutgläubiger überschätzte in der Christenkirchenpredigt die Aspekte der Liebes- und Friedensbotschaften, übersah gleichzeig in typisch germanischer Naivität, die Fallstricke des Abhängigwerdens von einem hebräischen Stammesgötzen, nämlich dem Wüstengott Jahwe/Jehova-Schaddai (gewalttätiger Zerstörer) und den dahinter lauernden Strukturen (Synagoge/Kirche) machtgieriger Priestergewalten. Der Mensch schließt von eigenen Denkweisen auf die seiner Mitmenschen und der germanische Mensch glaubt, die gradlinige Reinheit seines Innenlebens herrsche ebenso in den Seelen sämtlicher Menschenarten und ihrer artspezifischen Ideologien/Religionen vor; was ein fataler Trugschluss ist. Die Raffinesse, Verstellung, Verschlagenheit, der grobe oder feinere Wille zur Täuschung sind dem Germanen zuwider, nicht jedoch allen Mitbewerbern im gleichen Maße, um Gut, Geld und Gaue auf dem Planeten. So kam es, dass Germanen selbst halfen, das Virus des seelen- und volkszerstörenden Christianismus einzupflanzen. Als der röm. Soldatenkaiser „Konstantin der Große“ (270-337), der den Sonnengott (Sol invictus) verehrte, gegen die Stadt Rom zog, um deren Herrscher zu werden, entspann sich im Frühjahr 312 zunächst sein Kampf um Italien. Die germanischen Auxiliar-Einheiten der Hörnerhelme tragenden „Cornuti“ erfochten für Konstantin die Siege sowohl in der Schlacht von Verona und dann die Entscheidungsschacht an der Milvischen Brücke. Konstantin zog mit seinen hauptsächlich germanischen Soldaten gegen einen doppelt so starken Feind und gewann. Auch ließ sich Kaiser Konstantin von einer berittenen persönlichen Gardetruppe beschützen, der „scholae palatinae“, die überwiegend aus Germanen bestand. Dass er der Wegbereiter des Kirchenchristentums würde, war damals noch nicht abzusehen. Der Sonnengott erschien noch bis 325 in den kaiserlichen Münzprägungen. Die germanischen und gallogermanischen Truppen Konstantins glaubten, im Namen des Sonnengottes zu fechten und zu siegen, dass sich hinter dem solar erscheinenden „Christos“ ein cholerischer jüdischer Zimmermann verbarg, hätte sich zunächst keiner träumen lassen. Sie handelten im guten Lichtglauben. Das kam so: Der Alamannenfürst Krokus wirkte im Jahr 306 in britannischen York erheblich mit, bei der Erhebung Konstatins zum röm. Kaiser. Im Jahre 310 war Konstantin, nach einem Feldzug in Gallien, nach seiner Residenz Trier, dem „Rom des Nordens“, zurückgekehrt. Zuvor besuchte er die große Kultanlage des Apollo-Grannus bei Grand in den Vogesen. Dort erlebte er im Kreise seiner Männer die Erscheinung eines himmlischen Sonnenhalos, einer Lichterscheinung in Form von Ringen, die durch Spiegelung des Sonnenlichts an Eiskristallen in der Atmosphäre entstehen. Dem später alleinregierenden Kaiser wurde das Zeichen anfangs als positives Omen des Schutzgottes Sol Invictus gedeutet. Konstantin ließ sich eine Standarte und seinem Helmschmuck mit diesen Zeichen anfertigen, den ineinander geschriebenen griechischen Buchstaben Chi (X) und Rho (P). Auch seinen Truppen befahl er, damit ihre Schilde zu markieren. Sie wollen es anfangs nicht, denn sie besaßen ihre Stammessinnzeichen, schließlich fügten sie sich. Seinen germanischen Sieghelfern aber waren es die Runen gibor/Gabe () und wunjo-Wonne/Glück (), also Glücks-Gabe, Sieg-Gabe. Man vermutet, dass es der am Trierer Hof tätige greise christliche Intellektuelle Lactantius war, welcher dem Kommandanten die Buchstabenkombination als „Christusmonogramm“ ausdeutete, also als angebliche „Sonne der Gerechtigkeit“ (Sol Iustitiae). Die Christen besaßen zu dieser Zeit nur 5 bis maximal 10 Prozent Bevölkerungsanteile im Gesamtreich, im Westen bedeutend weniger, in der Armee gab es so gut wie keine. In ihrem Glauben an das Gute-Wahre-Edle verhalfen Germanen dem scheinheiligen Christentum zum Sieg.
 
Die germanische Tugendhaftigkeit lobte noch Bischof Salvian von Marseille (400-475) zum Beginn des Mittelalters. Er schilderte in seinem Werk „De gubernatione Die“ die moralische Sauberkeit der germanischen Menschen - Wandalen und Goten - seiner Zeit, an denen sich die Römer ein Vorbild nehmen sollten. „Den sittenreinen Germanen verleihe Gott mit Recht den Sieg, während er die sittenlosen Römer in ebensolcher Gerechtigkeit unterliegen lasse.“ Die Vandalen schritten in Karthago gegen die Laster der Großstadt ein. So bezeichnet der Kirchenmann in seiner Schrift „Von der Weltregierung Gottes“ die neuen Germanenvölker im Bereich des röm. Imperiums in mancherlei Hinsicht als vorbildhaft. Während der Kämpfe von 422 sollen die Wandalen die arianische Bibel gegen ihre röm. Gegner gehalten haben und gerade so wie die Stimme Gottes Offenbarungen des Heils gegen die röm. Truppen gerufen haben. Man verstehe an den Fakten, wie Gott die Dinge sehe: Die Barbaren wachsen von Tag zu Tag, die Römer dagegen entwickeln sich zurück. „Die Barbaren blühen, die Römer verwelken.“ So stilisiert Salvian die Vandalen zu Soldaten Christi für eine neue sittlichere Weltordnung. „Sie sind wirklich gut und liebreich zueinander“, schrieb er, „ob vornehm, ob gering. Daher flüchtet zu ihnen, wer bei uns arm und gering, und findet dort gutherzige Aufnahme und Zuflucht. Der Druck auf die unteren Klassen fehlt, und damit der Klassenhass. Auch kennen sie nicht die raffinierte Lüsternheit unserer Schauspiele. Der Gote und Vandale ist keusch im Vergleich mit uns. Daher auch ihr Wagemut, der aus ihrem Gottvertrauen fließt. In Gottes Hand legen sie den Sieg. Wir aber sind nicht nur an Geld arm, sondern auch an Sittlichkeit. So ist es ein gerechtes Gericht, dass Gott die Welt an die Barbaren gibt.“ - „Erröten wir doch und schämen wir uns ! Schon bei den Goten ist niemand unkeusch als die Römer, bei den Vandalen nicht einmal mehr die Römer. So sehr drang bei ihnen der Eifer für die Keuschheit durch, so stark war die Strenge der Zucht. Nicht allein, dass sie selbst keusch sind, nein, ich muss eine ganz neue Tatsache anführen, eine unglaubliche, eine fast unerhörte Tatsache: sie haben sogar die Römer keusch gemacht !“ („De gubernatione Dei“, 23) Infolge der wandalischen Sittlichkeit kam es bei ihrer Plünderung der Stadt Rom, unter Wandalenkönig Geiserich/Gaisarīks (um 389-477), im Jahre 455, weder zu Morden, Vergewaltigungen, Kirchenschändungen noch zur Brandschatzung. Wie verlogen wirkt, angesichts der historischen Faktenlage, das heutige böse Wort vom „Vandalismus“ !
 
Nicht erst als ordnende Herren in römischen Niedergangsbezirken, nein, schon in ihren Heimatgauen verhielten sich Germanen sozialer, redlicher und vernünftiger als es bei anderen Völkern üblich war, beispielsweise hinsichtlich ihrer Freundschaften und insbesondere den Feindschaften, wie Tacitus erläutert: „Jene dauern aber doch nicht unversöhnlich, denn selbst der Mord wird mit einer gewissen Zahl Rinder und andrer Tiere gesühnt, und die gesamte Sippe nimmt die Genugtuung bindend an, zum Vorteil des Gemeinwesens, weil Feindschaften, wo Freiheit ist, von größerer Gefahr sind. Den geselligen Mahlen und gastlichen Bewirtungen hängt kein anderes Volk ausgeprägter nach. Irgend einem der Sterblichen das Dach wehren, gilt als Versündigung. Jeder empfängt den Gast mit einer dem Besitzstand entsprechend bereiteten Mahlzeiten. Wenn diese ausgehen, ziehen sie, der eben der Wirth war, nun als Zeiger einer weiteren gastlichen Stätte und als Begleiter, zum nächsten Hause ungeladen. Und dies tut nichts, mit gleicher Freundlichkeit empfängt man sie. Niemand unterscheidet, was das Recht des Fremden betrifft, den Bekannten von dem Unbekannten. Dem Scheidenden, wenn er etwas verlangt, zu entsprechen ist Sitte, und auf der andern Seite die gleiche Unbefangenheit im Verlangen. Sie haben ihre Freude an Geschenken; doch rechnen sie die gewährten Geschenke nicht auf, und binden sich nicht durch die empfangenen. Das ganze Verhalten zwischen Gastfreunden ist wohltuend gefällig."
 
Es gibt kein Volk so treu und ehrlich wie Germanen, wie Deutschgermanen, denen die Aufrichtigkeit ein seelenverankertes Bedürfnis war und ist. Die germanische Treue machten sich röm. Truppenführer und Herrscher - von Cäsar bis Kaiser Augustus, Nero und Galba - zunutze, welche sich ihren loyalen und zuverlässigen germanischen Leibwachen anvertrauten. Oft waren es Bataver und Ubier. Man nannte sie „Germani corporis custodes“ oder „cohors Germanorum“. Erst durch eine unmotivierte Entehrung mit Entlassung aus dem Dienst kam es zum Bataveraufstand des Jahres 69/70, dem sich auch Kelten anschlossen, sowie die hochgewachsene Jungfrau und Seherin Veleda vom Stamm der Brukterer, welche in einem Turm lebte, unweit der Lippe. Die „Warägergarde“ war eine im Jahre 988 gegründete aus skandinavischen Wikingern bestehende Leibegarde der byzantinischen Kaiser, die für ihren bedingungslose Treue und Loyalität dem Kaiser gegenüber gefürchtet war. Ab etwa 1066 wurden auch Angelsachsen eingestellt. Das Ende der Warägergarde kam mit der Eroberung Konstantinopels bei der sie als einzige byzantinische Militäreinheit wirksamen Widerstand zur Stadtverteidigung leistete. Von der unbedingten germanischen Treue zur gegebenen Zusage, also der Unmöglichkeit wortbrüchig zu werden, berichtet Tacitus im Zusammenhang mit der Leidenschaft zum Würfelspiel, in dem man eine Art Gottesurteil verstand: „Das Würfelspiel, man muss sich wundern, üben sie unbetrunken als etwas Ernstes mit solcher Unvernunft für Gewinnen und Verlieren, dass, wenn Alles dahin ist, sie im äußersten und letzten Wurfe die Freiheit und den Körper daran setzen. Der Besiegte tritt in freiwillige Knechtschaft, obgleich jugendkräftiger, obgleich stärker, lässt er geduldig sich binden und verkaufen. So groß ist die Hartnäckigkeit in der fehlerhaften Sache; sie selbst nennen es treue Ehrlichkeit.“ Im römischen Gemeinwesen konnten Sklaven aus purer Lust an der Folter oder zur Belustigung im Zirkus zu Tode gebracht werden. Das war in Germanien undenkbar: „Einen Sklaven peitschen und mit Kerker und Strafarbeit züchtigen, ist selten; ihn zu töten, pflegen sie, doch nicht aus Zucht und Strenge, sondern im Sturm und Zorn, wie einen Feind, nur dass es straflos ist.“ So wenig die Germanen ihre Knechte hemmungslos ausbeuteten, so wenig trieben sie in anderer Hinsicht übermäßig gierigen Besitzerwerb. Tacitus  bezeugt: Wucher treiben und ihn über die Zinsen erstrecken, ist unbekannt, und deshalb mehr gemieden, als wenn es verboten wäre. Die Äcker werden entsprechend der Zahl der Pflanzer zu wechselnder Benutzung von Allen zusammen besetzt, um sie alsbald unter die Einzelnen nach würdigendem Ermessen zu verteilen. Leichtigkeit des Verteilens gewahren der Felder weite Flächen. Das Saatland wechselt man alljährlich, und es bleiben Äcker übrig. Denn sie wetteifern nicht mit der Fruchtbarkeit und dem weiten Umfang ihres Bodens durch Müh’ und Arbeit, um Obstpflanzungen anzulegen, Wiesen abzugrenzen und Gärten zu wässern. Nur Getreide wird der Erde abverlangt.“ Indem die Ländereien zum Bebauen von der Volksgemeinschaft nur geliehen waren, wurden Bodenspekulationen unmöglich gemacht.
 
Die Chatten/Hessen beschreibt Tacitus besonders anerkennend, weil sie dem ihnen gefährlich nahe gerückten Rom-Imperium relativ loyal begegnen mussten. „Germania“ Kap 29 f: „Unter diesen allen [dem Tacitus näher bekannten] Völkern sind in der Tapferkeit die vornehmsten die Bataver. Nicht viel vom Ufer, sondern die Insel des Rheines bewohnen sie, einst ein Stamm der Chatten und ob eines heimatlichen Zwiespaltes übergetreten in jene Sitze … Es dauert die Ehre und Auszeichnung der alten Gemeinschaft; denn keine Auflagen entwürdigen sie, kein Zöllner drückt sie aus: von Lasten freigehalten und von Steuern, nur für Verwendung in den Schlachten zur Seite gestellt wie Wehr und Waffen, werden sie zum Kriege aufbewahrt. In dem nämlichen Gehorsam steht auch der Mattiaken Stamm … So leben sie nach Sitz und Gebiet am eigenen Ufer, nach Geist und Herz bei uns, im Übrigen den Batavern ähnlich, nur dass sie durch des eigenen Landes Boden selbst und dessen Himmel schärferer Stimmung sind. … Das Volk hat härtere Körper, straffe Glieder, drohende Miene und größere Lebendigkeit des Geistes. Sie haben, für Germanen, viel Berechnung und Geschick: Erlesene an die Spitze stellen, auf die Vorgesetzten hören, Reih’ und Glied halten, die Gunst des Augenblicks erkennen, den Sturm aufschieben, des Tages verfügen, die Nacht umwallend sichern, das Glück unter Zweifelhaftes zählen, die Tapferkeit unter das Sichere, und, was das Seltenste und nur bei Berechnung wahrer Kriegsordnung möglich, mehr auf den Führer geben, als auf das Heer. Ihre ganze Stärke ist im Fußvolk, welches außer den Waffen auch mit Eisengerät und Mundvorrat belastet wird. Andere sieht, man in’s Treffen ziehen, die Chatten zum Kriege: selten sind Streifzüge und zufälliges Gefecht. Den Reiterstreitkräften allerdings ist das eigen, rasch den Sieg gewinnen, rasch zu weichen; doch steht die Hurtigkeit neben der Furcht, das Zaudern naher bei der Festigkeit. Kap 32: „Was auch andern Völkern der Germanen bei seltener und besonderer Mutigkeit des Einzelnen im Gebrauche ist, das ward den Chatten zur Übereinstimmung: sobald sie Jünglinge sind, Haupthaar und Bart wachsen zu lassen, und erst, wenn ein Feind erschlagen, die angelobte und der Tapferkeit verpflichtete Kopftracht abzulegen. Über Blut und Todesbeute gestellt, lichten sie die Stirne, und dann erst, meint man, haben sie den Lohn für die Geburt entrichtet, würdig des Vaterlandes und der Eltern. Feigen und Unkriegerischen bleibt der Wust. Die Allertapfersten tragen überdies einen eisernen Ring (weil dies etwas Schimpfliches ist in des Volkes Augen), gleichsam eine Fessel, bis man sich durch eines Feindes Tötung davon befreit. Vielen der Chatten gefällt für immer diese Tracht, und selbst grau sind sie also gezeichnet, den Feinden zugleich und den Ihrigen gewiesen. Bei diesen steht der Anfang aller Schlachten; dies stets das Vordertreffen, erschütternd für den Blick. Denn nicht einmal im Frieden werden sie milderen Antlitzes zahm. Keiner hat Haus oder Feld oder irgend ein Geschäft; wie sie eben zu Andern kommen, werden sie ernährt, reich lebend von Fremdem, des Eigens Verächter, bis greisen Alters Erschöpfung sie für solch’ harte Mannhaftigkeit unfähig macht.“ Hier beschreibt Tacitus die Einrichtung eines stehenden Heeres bzw. eines Soldatenstandes, für dessen Unterhaltung die gesamte germ. Bürgerschaft aufzukommen hatte. „Zunächst den Chatten wohnen am Rhein, der, in seinem Bette nun schon sicher, Grenzwehr zu sein vermag, die Usipier und Tencterer. Die Tencterer tun sich, über den gewohnten Ruhm der Kriege, durch Kunst der Reiter-Kriegsordnung hervor, und des Fußvolkes Lob bei den Chatten ist nicht größer, als bei den Tencterern das der Reiter. So haben es die Alten eingeführt, die Späten tun es ihnen nach; das sind der Kinder Spiele, dies der jungen Männer Wettstreit, als Greise bleiben sie dabei. Neben dem Gesinde, Haus und den Nachfolgerechten werden die Rosse vererbt; es überkommt sie der Sohn, nicht, wie die übrige Erbschaft, der Erstgeborene, sondern welcher eben wildtapfer im Kriege ist und der Tüchtigere.“
 
Vom Gemeinschaftsbewusstsein der Germanen gibt Tacitus in den „Annalen“ einen Einblick. Der Cheruskerfürst Armin (17 v.0-21 n.0) brachte im Jahre 9, in der Schlacht im Teutoburger Wald, den Römern, die aus Germanien eine Provinz machen wollten, eine Vernichtung ihres Invasionsheeres bei, in der drei Legionen aufgerieben wurden. Tacitus: „Er war der wahre Befreier Germaniens.“ Der geschlagene röm. Zwingherr und Feldherr Varus gab sich selbst den Tod. J. Wolfgang v. Goethe (1749-1832) hatte die germanische Seele gut erkannt, er schrieb an seinen Freund J. P. Eckermann am 6.4.1829 u.a.: „Die Germanen brachten uns die Idee der persönlichen Freiheit, welche diesem Volke vor allem eigen war. Die Reformation kam aus dieser Quelle wie die Burschenverschwörung auf der Wartburg …“ In Tacitus „Annalen“ 59 f, heißt es, dass Die Kunde von der Unterwerfung des Segestes und dessen Aufnahme bei den Römern germanischerseits, je nachdem sie für Krieg oder Frieden gestimmt waren, Hoffnung oder Schmerz. Und weiter: „Den Arminius, von Natur schon heftig, trieb es wie wahnsinnig umher, dass ihm die Gattin geraubt, dass sein Kind unter dem Herzen der Mutter in Sklaverei sein solle. Er flog durch die Gaue der Cherusker, Krieg gegen Segestes, Krieg gegen den Caesar fordernd…. Er führe freilich den Krieg nicht durch Verrat, nicht gegen schwangere Frauen, sondern offen und gegen Bewaffnete. Noch schaue man in Germaniens Hainen die römischen Feldzeichen, die er den heimischen Göttern aufgehängt habe. Immerhin möge ein Segestes das bezwungene Ufer bebauen und den Sohn wieder zum Priester am Altar von Menschen machen. Wer ein Germane sei, der könne nie entschuldigen, dass er zwischen Elbe und Rhein einst Ruten, Beile und Toga gesehen habe. Andere Stämme wüssten nichts von der römischen Art zu herrschen, darum auch nichts von ihren Henkerbeilen, nichts von Abgabenzahlungen; … Wenn ihnen Vaterland, Eltern und eigene Brauchtümer lieber sei als Gewaltherren und neue Kolonien, so sollten sie dem Arminius zu Ruhm und Freiheit folgen und nicht einem Segestes zu schimpflicher Knechtschaft !“ Und das mörderische Metzeln der Römer ging weiter. Kaiser Augustus gab den Plan Germanien zu erobern nicht auf. Dass unsere germanischen Urahnen nicht anders als wir Heutigen völkisch-vaterländisch empfinden konnten, geht aus Schilderungen des Tacitus in seinen „Annalen“(2,5-10) hervor, wo es um die letzten mörderischen Unternehmungen des röm. Feldherrn Nero Claudius mit dem nicht erworbenen, sondern geerbten Titel „Germanicus“ (Germanenbesieger) i.J. 16 n.0 an der Weser geht. Der national gesinnte germ. Freiheitsheld Armin spricht über den Fluss hinweg mit seinem im Römerheer dienenden Bruder Flavus (Blonder), der als röm. Soldat ein Auge verloren hatte. Flavus erklärt dem Bruder wie es zu dem Verlust kam und welchen Lohn er von den Römern dafür erhielt. Arminius spottet über solch „elenden Lohn der Knechtschaft“. Darauf geriet die Unterhaltung der cheruskischen Brüder zum Streitgespräch. Tacitus schreibt: „Nun begannen sie in entgegengesetztem Sinn, dieser von Roms Größe, von der Macht des Caesar und den schweren Strafen der Besiegten: Wenn Arminius sich freiwillig unterwerfe, dürfe er auf Gnade hoffen; auch seine Gattin und sein Sohn würden nicht feindlich behandelt. Jener weist auf die heiligen Ansprüche des Vaterlandes, auf die angestammte Freiheit, die heimischen Götter Germaniens, auch auf die Mutter, die ihre Bitten mit ihm teile: er solle doch nicht seine Nächsten und Verwandten, ja das ganze Volk, im Stich lassen und verraten, statt ihr Führer im Krieg zu sein.“ Die beiden vermochten sich nicht zu einigen, so wenig wie sich Patrioten und Volksverräter - beide sicherlich aus wohlerwogenen Gründen - jemals verstehen und akzeptieren konnten. Armin, der siegreiche Cheruskerfürst, musste vergeblich warten, dass ihm der Markomannen-König Marbod, mit seinen vereinigten Germanenstämmen, gegen die Römerangriffe zu Hilfe eilen würde. Der trieb leider eine verblendete romfreundliche Politik, die ihm selbstverständlich nicht gedankt wurde; Rom kannte nur das Gesetz des perfiden, gnadenlosen Imperialismus. So ist es nur zu verständlich und gleichzeitig erhellend für das vorhandene germ. Gemeinschaftsgefühl, dass Armin ihn als „Vaterlandsverräter“ schmähte, der sich den Römern anbiedere (Tacitus, „Annalen“ 2, 44, 2). Einen anderen Bericht gibt Tacitus in der „Germania“ vom germanischen Volksbewusstsein: „Nun muss von den Sueven [in Mecklenburg, Brandenburg] gesprochen werden, die nicht bloß ein Volk haben, wie z. B. die Chatten und Tencterer. Denn den größten Teil Germaniens behaupten sie, in besondere Nationen und Namen überdies geschieden, obwohl sie gemeinsam Sueven heißen. Kennzeichen dieses Volkes ist’s, das Haupthaar seitwärts zu richten und in einem Knoten knapp zu unterbinden; so trennen sich die Sueven von den übrigen Germanen, so der Sueven Freie von den Knechten. Was bei den andern Völkern wegen gewisser Verwandtschaft mit den Sueven oder (wie oft eintritt) aus Nachahmung selten ist und auf die Zeit des blühenden Mannesalters eingeschränkt, - bei den Sueven streift man bis zur Altersgrauheit das aufgesträubte Haar zurück und bindet es oft gerade auf dem bloßen Scheitel. Die Hohen tragen es auch noch mehr geziert. Dies ist ihre Sorge für Schönheit, aber für eine unschuldige; denn, nicht um zu lieben oder geliebt zu werden, - zu einer gewissen Hoheit und Schrecklichkeit geputzt schmücken sie, dem Krieg gewidmete Männer, so recht sich für der Feinde Augen. Als die ältesten und edelsten der Sueven nennen sich die Semnonen. Die Glaubwürdigkeit dieses Alters wird durch ihre Religion bekräftigt. Zu bestimmter Zeit treten alle Stämme desselben Blutes durch Gesandte in einen Wald zusammen, ehrwürdig durch der Vorfahren Heiligung und uralte Gottesfurcht.“ Dann wird in einem heiligen Ritus ein Opfer dargebracht. „Dieser Hain hat auch noch eine andere heilige Scheu: Niemand betritt ihn, außer mit einer Fessel gebunden, als Unterwürfiger und offen die Macht der Gottheit bekennend. Fällt er etwa, so ist aufgehoben werden und aufstehen unerlaubt: über den Boden hin schieben sie sich hinaus. Und dieser ganze Dienst geht darauf, dass nach ihrem Glauben von hier aus des Volkes Ursprung komme, hier ihr Gott, der Herrscher-König Aller, sei, das Übrige untertan und dienstbar. Ansehen gibt weiter der Semnonen ganze Lage: in hundert Gauen wohnen sie und durch die Größe solcher Körperschaft wird bewirkt, dass sie sich als das Haupt der Sueven erachten.“
 
Die Sueben aus dem Norden der Germania waren es schließlich, die unter der Bezeichnung Alamannen den römischen Limes im 3. Jahrhundert zerbrachen, der so lange die gallogermanischen Lande willkürlich zerteilt hatte. Herbe Rückschläge gab es bei der Rückeroberung der von den Römern unterjochten Gebiete. Diese nur langsam voranschreitende Befreiung ergab sich aus der römischen Taktik, Germanen gegen Germanen auszuspielen und auch auf den Schlachtfeldern gegeneinander zu stellen. Immer spielt dabei der Mammon die verderbliche Hauptrolle. Eine große Industrie- und Handelsnation - bei nüchtern-desillusionierter Betrachtung, nur ein zusammengewürfelter, bastardierter, hässlicher, blutiger, perfider Gewalthaufen - verfügt nun mal zumeist über die Finanzmittel, ein reines, edles Naturvolk mit der Geldkatze zu strangulieren. Germanen wurden einerseits versklavt, andererseits zum Dienst verpflichtet, als Legionäre, als Gladiatoren, als Hilfs- und Verwaltungskräfte. Rom blieb der genius malus und diabolus für die Germanen, der sie gegeneinander hetzte, um sie ausbluten zu lassen. Die römischen Kaiser gingen darin voran, die römischen Päpste folgten dem gleichen Rezept. Der Dreißigjährige Krieg (von 1618 bis 1648), welcher Deutschland seine Führungsrolle in Europa und um 40 Prozent seiner Bevölkerung kostete, war einer ihrer gelungenen Machenschaften. Mit gekauften germanischen Truppen Germanen zu besiegen gelang den Herren des Geldes jahrhundertelang leider viel zu oft. Wie sollte sich der notleidende Einzelmensch vor für seine Nation verhängnisvollen Entscheidungen bewahren ? Er vermag den weltpolitischen Überblick nur selten zu gewinnen. Es wäre die Aufgabe der großen germanischen Führer gewesen, die aber seit dem Einsickern des völkernegierenden, fremdgeistigen Chistianismus in die Köpfe und Seelen dafür systematisch blind gemacht worden sind. Als dann Germanen trotz alledem die Oberhand gewannen, waren sie seelisch zu schwach, konsequent zu handeln, so wie es die Römer mit germanischen Städten, dem chattischen Mattium und mit dem punischen Karthago getan hatten, nämlich gänzlich auszulöschen. Die Westgoten unter Alarich hätten im August 410 Rom zerstören können. Odoaker hätte im Jahr 476, nach der Erhebung seines Sohnes Thela zum ersten germanischen Kaiser Roms, mit seinen Herulern, Skiren und Thüringer die Stadt auslöschen können. Der Ostgote Theoderich der Große hätte im Jahr 493, als Nachfolger Odoakers ebenfalls die römische Brutstätte der Intrigen ausradieren können, er tat es so wenig wie im Mai 1527 die deutschen Landsknechte aus Schwaben und Tirol, unter ihrem protestantischen, papstfeindlichen Führer Georg von Frundsberg. Die Stadt des mit Frankreich verbündeten kriegerischen Papstes, die den Germanen und Deutschen so ungeheuer viel Unbill angetan hatte, hätte es wohl verdient gehabt, schwerer bestraft zu werden, doch sie wurde wieder einmal nur geplündert.
 
Wenn auch nicht aus Sicht der Vernunft, so doch der Ehre, ist es Germanen anzurechnen, dass sie nicht in gleicher Weise feindliche Städte ihre Rache kosten ließen, wie es verwerflicher römischer Brauch gewesen war. Wichtiger und weitblickender wäre es wohl gewesen, die germanischen Stämme und Staaten zu vereinigen, zu einer weltmächtigen Großgemeinschaft, welche auf Dauer die tatarische und arabische Gefahr für Europa hätte bannen können. Freilich nicht in der Art der katholisch-fränkischen Karolinger, mit Versklavung und Massenmord, wie es an Alemannen und Sachsen geschah. Der Gote „Theoderich der Große“ (451-526), der „Dietrich von Bern“ deutscher Heldensage, besaß die geistige Größe, Stärke und politische Macht, ein erfolgversprechendes Bündnissystem aller germanischen Völker anzustreben. Es scheiterte an seinem hartnäckigen Gegenspieler, dem katholischen Frankenkönig Chlodwig I. (466-511), der sich um 507 mit dem byzantinischen Kaiser Anastasius I. gegen die West- und Ostgoten verbündete. Er handelte historisch gesehen ebenso egoistisch, kurzsichtig und unanständig wie es der britische Premierminister Winston Churchill (1874-1965) tat, der die weltgeschichtliche Chance nicht wahrnehmen wollte, als der weitblickende deutsche Führer Adolf Hitler (1889-1945) ihm die germanische Bruderhand zu reichen sich anbot, um den Bau zu beginnen für ein „Großgermanisches Reich deutscher Nation“, auf das er letztlich abzielte. Aus kleinlichem englischem Egoismus, also um eines historisch unbedeutenden wirtschaftlichen Vorteiles willen, inszenierte er lieber einen Welt- und Vernichtungskrieg gegen das germanische Zentralvolk, als einen großen Gemeinschaftsgedanken zuzulassen, der den britischen Commonwealth-Horizont zwar hinter sich gelassen hätte, doch die Zukunft der Germanen und der weißen Völker insgesamt hätte absichern können.

 

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