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„Siegfrieds Tod“ von Hermann Hendrich, 1919
 
SIGURD GEMEUCHELT
 
Gemeuchelt liegt Sigurd am Born, es rinnt
sein Blut in den moosigen Grund.
Und im Buchenwipfel in luftiger Höh‘,
tun geschwätzige Meisen es kund.
 
Der dunkle Hagen, ein Schwarzalben-Sohn,
steht lauernd mit flackerndem Blick.
Ist die Untat gelungen, fasste der Speer,
oder ruft sich das Leben zurück ?
 
Noch einmal strafft sich der herrliche Leib,
er wendet zum Mörder sich hin
und schleudert den Schild mit brechender Kraft,
dann entflieht ihm der sterbende Sinn.
 
Die Missgunst, der Neid auf strahlendes Heil
hat die Düsteren immer beseelt,
aus ihren Schatten starren sie hin,
auf die Herrlichkeit die ihnen fehlt.
 
Und sie harren zeitlebens auf den Moment,
dass ihnen der Anschlag gelingt,
dass ihr unterirdisches Zauberwerk
den leuchtenden Hohen herniederringt.
 
Seit Urzeit ist Siegfried Germaniens Idol,
seine Saga gleicht einem Spiegelbild
germanischen Schicksals tragischer Lauf,
das sich jetzt an den Deutschen erfüllt ?
 
Immer heckten die Dunkelmächte am Plan,
ihre Rotten sind allzeit bereit -,  
arglos träumt Sigurd den Sonnentraum,
nie erkennt er den Trug seiner Zeit.
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