Brach sich Jesus in Indien ein Bein ?

 
Ist der christliche Christus eine lautliche und semantische Nachahmung des älteren indischen Krischna ? Lesenswert dazu ist das Werk „Erlösung von Jesu Christo“, 1931,
von Dr. Mathilde Chemnitz-Ludendorff (1877-1966).
 
Brach sich Jesus in Indien ein Bein ?
 
Wie war das mit Jesus in Indien,
fiel er vom Pferd und brach sich ein Bein ?
Floh er nach Kaschmir als Emigrant,
nach seiner scheintödlichen Kreuzigungspein ?
 
War der Tod Jesus am Kreuz eine Lüge,
eine fromme Legende der jüdischen Jünger,
gut ausgedacht für die Weltmission,
als unschlagbarer Propaganda-Dünger ?
 
Erfuhr er von Buddhas Erlösungslehren,
der „Tekton“, der pfiffige Zimmermann,
welcher Scheintote aus dem Schlaf erweckte
und eine Art Buddhismus für Juden ersann ?
 
Oder wanderte Jesus nach Frankreich aus,
mit Maria-Magdalena, der Ehefrau,
gründete dort „Katharer“ und „Albigenser“;
kein Satz der Bibel sagt das genau ?
 
Starb Jesus-Yuzasaf hochbetagt als Greis,
liegt er begraben im nordindischen Sringagar,
wo er die „verlorenen Schäflein“ besuchte,
was ist nun Schwindel und was ist wahr ?
 
Starb „Jesus“ als Greis, oder doch am Kreuz,
ist er „aufgefahren“, oder ist er das nicht ?
Als „Issa“ hing er nicht am Kreuz oder Pfahl,
als „Jeschua“ stand er zurecht vor Gericht.
 
War „Christus“ ein zweiter „Krischna“ nur,
durch milde Züge des „Buddha“ verklärt ?
Wurd' Ur-Mutter „Maya“, zur „Mariam“-„Maria“,
die ihn an kosmischen Brüsten genährt ?
 
War der Tod Jesus am Kreuz eine Lüge ?
Lebte er vor und/oder nach seiner Kreuzigung in Indien ?
 
Nicolas Notovitch (1858-1916) war ein Rabbinersohn aus Kertsch/Krim/Russland. 1887 unternahm er eine Indienreise, 1889 ging er nach Paris, wo er für einige Zeitungen Artikel verfasste. Zeitweise wurde er - wohl wegen einer verleumderischen Unterstellung gegen den russischen Botschafter Baron Arthur v. Mohrenheim - in die Verbannung nach Sibirien geschickt. 1894 veröffentlichte er seine Schrift „La vie inconnue de Jésus-Christ“ (Das unbekannte Leben Jesu Christi), die schon bald in weitere Sprachen übersetzt wurde, unter dem Titel „Die Lücke im Leben Jesu“. Die Geschichte lautet, dass der sog. „Jesus von Nazaret“ in seiner Jugend Galiläa verlassen hätte und lange in Indien gelebt haben soll. Dort habe er den Buddhismus und Hinduismus erfahren und daraus seine eigene Lehre gemixt. Notovitch berief sich dabei auf einen Text in zwei Manuskripten („zwei dicke, in Pappe gebundene Bücher“), den er bei seiner Indienreise 1887 von einem Lama-Priester in dem buddhistischen Kloster von Hemis (Ladakh) erklärt und sogar vorgelesen bekommen hätte. Diesen Text nannte er: „Das Leben des Heiligen Issa“. Darin steht auch geschrieben, dass Jesus beim Ritt durch die Berge vom Pferd fiel und sich ein Bein brach. Bei späteren Nachprüfungen ergab es sich, dass Notovitsch seinen gesamten Sermon frei erfunden hatte. In diversen Hindu-Kreisen und von der sog. „Ahmadiyya-Bewegung“ wurde das Machwerk hingegen positiv aufgegriffen. Zwei Theorien halten sich jedoch hartnäckig: 1.) Jesus habe zwischen seinem zwölften und dreißigsten Lebensjahr Indien besucht. 2.) Jesus habe keine Kreuzigung erfahren bzw. eine solche überlebt und sei nach Nordindien gereist. In der Hauptstadt von Kaschmir, Srinagar, könne sein Grab besucht werden. Interessant zu wissen ist, dass im Islam die Meinung vorherrscht, Jesus sei nicht am Kreuz gestorben, sondern ein anderer Mann sei an seiner Stelle gekreuzigt worden. Der jüdische Talmud behauptet aber, Jesus sei sehr wohl am Kreuz gestorben, nach einer juristisch korrekten Verurteilung, aber natürlich nicht „auferstanden“. In dieser für Christen wichtigen Frage widersprechen sich Talmud und Koran.

Prof. Fida Mohammed Hassnain fertigte eine Schrift, die vom Imam der Londoner Moschee, J. D. Shams, erstmals im Jahr 1939 veröffentlicht worden war: „The Tomb of Jesus Christ in India“. Im Jahr 1973 ist Hassnain, der in Deutschland als Autorität galt, in der Illustrierten „stern“ zitiert worden (Nr. 16, „Jesus starb in Indien“). Im Englischen erschien 1976 eine Veröffentlichung von A. Faber-Kaiser mit dem Titel „Jesus died in Kashmir“, die sich ebenso auf Hassnain bezog. Und 1981 berichtete Erich von Däniken in seinem Buch „Reise nach Kiribati“ von seinem Besuch in Kaschmir, wo er diesen Prof. Hassnain interviewte. Dieser sagte über Jesu Tod und Grab in Kaschmir: „Die Beweiskette ist lückenlos. Sie kann vor jedem Gericht bestehen.“ (S. 219) Einige Resonanz fand das Thema, als im Jahr 1983 Holger Kerstens Buch „Jesus lebte in Indien“ veröffentlicht wurde. 1984 berichtete die Illustrierte „BUNTE“ (Nr. 47, „Wo starb Jesus wirklich ?“), über die Kaschmirreise einer Forschungsgruppe unter der Führung von Kurt Berna, der auch unter den Namen Hans Naber und John Reban schrieb. Er hatte bereits im Jahr 1957 eine Schrift mit dem Titel „Jesus ist nicht am Kreuz gestorben“ veröffentlicht. Ein Buch widmete auch der Autor Siegfried Obermeier diesem Thema: „Starb Jesus in Kaschmir ? Das Geheimnis seines Lebens und Wirkens in Indien“. Als Resonaz auf die vielen Diskussionen veröffentlichte der deutsche Indologe und Tibetologe Dr. Günter Grönbold im Jahr 1985 eine wissenschaftliche Kritik der genannten Bücher und Autoren, mit dem Titel „Jesus in Indien - Das Ende einer Legende“. Doch die modernen Jünger der Überlebenslegende sind nicht zu überzeugen. Auf einer Netzseite heißt es: „Später segelte er mit Maria nach Narbonne im Südwesten Frankreichs, wo sie von einer jüdischen Gemeinde in Rennes-les-Bains aufgenommen wurden. Dieser Ort befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von Rennes-le-Chateau, wo der ortsansässige Priester Bérenger Saunière 1890 unwiderlegbare Beweise unter anderem dafür gefunden hat, dass Jesus im Jahr 45 n. Chr. noch am Leben war. Ihm wurde vom Vatikan eine große Summe dafür gezahlt, dieses Geheimnis für sich zu behalten. Interessanterweise gibt es in Rennes-le-Chateau ja heute noch den Tour, Turm Magdala. In Rennes-les-Bains lebte Yeshua lange Zeit mit Myriam-Maria von Magdala. Sie hatten drei Kinder. Nach dem Tod von Maria mit über 90 Jahren wanderte Jesus von Frankreich nach Zentralasien aus, wo er nochmals ein Kind, Saraa, hatte und dort im Alter von etwa 150 Jahren starb.“
 
Auch die US-Forscherin Suzanne Olsson liefert angeblich den Beweise für das Überleben des Jesus in Indien. Ihr Buch: „Jesus liegt in Kaschmir begraben !“, 2005. Sie sagte im Interview mit Tahir Chaudhry: „Die Vorstellung, dass Jesus für die Sünden der Menschen starb, ist ein großer Irrtum. Denn eine Sünde ist keine Sünde, bis nicht ein Gesetz oder eine Handlung existiert, durch das sich etwas als Übertretung oder Sünde identifizieren lässt. Es gibt im Christentum die 10 Gebote: Acht von ihnen sind identisch im Buddhismus und fünf im Hinduismus. Diese Gebote richten sich gegen Lügen, Stehlen, Töten und sexuelles Fehlverhalten. Jesus betonte das moralische Verhalten basierend auf diesen Geboten. Ich glaube, dass er als Lehrer für Moral und Rechtschaffenheit hervorragende Arbeit geleistet hat. Reicht das nicht als Mission aus ?“ Dass Jesus nichts wusste von der freien Erfindung des Rabbiners Paulus aus Tarsus, es könne einer „für die Sünden der gesamten Menschheit sterben“ ist absolut sicher. Dabei handelt es sich allein um eine typisch altjüdische Ritus-Vision, nämlich die vom „Sündenbock“, welcher einmal im Jahr mit den Verbrechen des gesamten Judenvolkes belegt wurde, um dann in die Wüste getrieben zu werden, womit - nach Vorstellung der Rabbinen - die Sünden ausgelöscht würden. Jesus gab bekannt, so heißt es ausdrücklich in der Bibel: „Ich bin nicht gesandt [zu allen] denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel“ (Mt, 15:24). Der Reformwille des Jeshua-Jesus galt allein seinem eigenen Volk, über dessen kulturellen Tellerrand er als einfacher, letztlich ungebildeter Handwerker (Tekton), gar nicht in der Lange war, hinaus zu blicken.
 
Für die asiatische Welt ist diese Legende ohnehin noch lange nicht zu Ende. Die Theorie des Todes Jesu (Yuz-Asaf) in Kaschmir vertrat der Gründer der „Ahmadiyya“, Mirza Ghulam Ahmad, in seinem Werk „Massih Hindustan Mein“ (Jesus in Indien) seit 1891. Basierend auf mündlichen Überlieferungen der Kashmiri, soll es sich bei „Yuz-Asaf“ (Jesus der Versammler) um den Juden Jesus von Nazaret handeln, der nach Srinagar in Kaschmir geflohen sei, wo er bis zu seinem Tod im Alter von 120 Jahren gelebt habe. Arabische, persische und kaschmirische Geschichtswerke der dortigen großen Historiker hätten zum Teil ausführlich von Jesus, der unter dem Namen Yuz-Asaf als Mitglied von Karawanen von Palästina nach Indien (erste Reise) bzw. nach der Kreuzigung und seiner Rettung vom Kreuz nach Kaschmir reiste (zweite Reise), berichtet. Lokale Ortsnamen würden ebenfalls von Jesus in Kaschmir zeugen, der in lokalen Sprachen auch als „Isa“ bzw. „Issa“ oder „Aisha“ bekannt sei. Vertreter der Theorie weisen auf den Text des „Tarikh-i-Kashmir“ von Khwaja Hassan Malik aus dem 17. Jahrhundert hin, in dem berichtet wird, dass Yuz-Asaf im Jahre 78 nach Kashmir gekommen sei. Der Eintrag ist jedoch mittlerweile unlesbar verblasst.
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