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Ogham-Alphabet und Oding-Runen im Vergleich

 

Das Leabhar Bhaile an Mhóta oder „Book of Ballymote“, von dem wir Aufschluss über das Geheimnis der Ogham-Buchstaben erwarten, stammt aus einer nordwestirischen Abtei und ist seinem Charakter nach durch und durch christmönchisch heillos verseucht, ist es doch aus dem spätmittelalterlichen 1390er Jahren auf uns gekommen. Ursprüngliche, echtheidnisch-druidische Relikte in dem Buch anzutreffen, ist eine spröde Hoffnung, das Echte war längst im christlichen Gedankensumpf untergegangen. Die seltsamsten und skurrilsten Ogham-Buchstabenamen hat das Ballymote-Buch überliefert, unter anderem jene von biblisch-altjüdischen Personen, aber auch die Listung aus scheinbar irischem Altertum beinhaltet keineswegs ein reines Pflanzen-, geschweige denn ein Baum-Alphabet, als eher eine Ansammlung von Begriffen, aus denen allein mit viel Glück eine Serie von Pflanzen herausgelesen werden können. Dass wir in dieser Textsammlung druidische Ursprünglichkeiten herauslesen könnten, ist nicht viel mehr als nur ein Erwartungswunsch. Wir wollen es trotzdem unternehmen und versuchen, die germanischen ODING-FUÞARK-Buchstaben vergleichsweise daneben zu stellen, um mögliche altzeitliche Übereinstimmungen herauszuhören, denn es wäre denkbar, dass gallische und germanische Mythenzüge aus verwandten oder gleichen Quellen stammen, lebten doch in selbstbestimmten langen Zeiträumen viele der bekannten Stämme beieinander und durcheinander und ob Druiden oder Parawaris, sie müssten sich folglich gegenseitig ausgesprochen und befruchtet haben, denken wir nur an die gemeinsamen Großunternehmungen wie den schicksalshaften Kimbern- und Teutonenzug, zum Beginn des ersten Jahrhunderts vor der Nullung unserer derzeitigen Zeitrechnung.
 
Besprechung der Ogham-Buchstaben
Vorbemerkungen
 
PIE = Proto-Indoeuropäisch. - Die englischen Erklärungen sprechen von „arboreal tradition”, („Baumtradition”) und „test-tree” („Versuchsbaum”), womit sie anmerken, dass es eine Erklärungstradition für diverse Begriffe gibt, die aber vage bzw. sprachwissenschaftlich unbelegt sind. Der im Folgenden vorkommende Begriff „Auraicept“ meint „Auraicept na nÉces“ („Leitfaden für den gelehrten Dichter“), was der Name einer Sammlung von Abhandlungen zur irischen Sprache aus dem „Leabhar Bhaile an Mhóta“ bzw. dem „Book of Ballymote“ ist. Als ursprünglicher Verfasser gilt der Gelehrte Longarad, der schon im 7. Jahrhundert mit den ersten Kapiteln begonnen haben soll. Nach einer anderen Überlieferung wurde das erste Buch des Werkes von Cenn Fáelad mac Ailella verfasst. Darin sind Informationen zur Ogham-Schrift enthalten, sowie zu Grammatik und Metrik des Irischen, wie sie von den filid („Dichtern“) verlangt wurde. Das Werk ist ein Versuch von Mönchen, die lateinischen Regeln auf ihre irische Muttersprache anzuwenden. Grundlagen sind die Werke der klassischen Grammatiker Aelius Donatus und Priscianus, sowie die Etymologiae von Isidor von Sevilla.
 
Beith, Altirisch Beithe bedeutet „Birkenbaum“, verwandt mit dem Mittelwalisischen bedw. Lateinisch betula gilt als entlehnt von dem gallischen Verwandten.
 
Luis, Altirisch Luis ist entweder im Zusammenhang mit luise „Lodern, Brand“ oder lus „Kraut“. Die Baumtradition hat hier caertheand, „Eberesche“ angegeben.
 
Fearn, Altirisch Fern bedeutet „Erlenbaum“, archaisches Irisch*wernā, so dass der ursprüngliche Lautwert [w] war.
 
Sail, Altirisch Sail bedeutet „Weidenbaum“, verwandt mit dem lateinischem Salix.
 
Nion, Altirisch  Nin bedeutet entweder „Gabel“ oder „Speicher/Heuboden“. Die Baumtradition hat hier uinnius, „Eschenbaum“ angegeben.
 
Uath, Altirisch Úath bedeutet úath „Grauen, Furcht“, die Baumtradition hat hier den „Weißdorn“ angegeben. Die ursprüngliche Etymologie des Namens und der Lautwert sind jedoch unklar. McManus (1986) schlug den Lautwert [y] vor. Peter Schrijver (vgl. McManus 1991: 37) schlug vor, dass, wenn úath „Angst“ mit dem lateinischen pavere verwandt ist, eine Spur von PIE*p ins Archaische Irisch hinein überlebt haben könnte, doch dafür gibt es keine unabhängigen Beweise.
 
Dair, Altirisch Dair bedeutet „Eiche“ (PIE *doru-).
 
Tinne, Altirisch Tinne bedeutet „Metallstange, Barren”, wie sich anhand der Kennings beweisen lässt. Die Baumtradition hat hier cuileand, „Stechpalme“ angegeben.
 
Coll, Altirisch Coll hieß „Haselnussbaum“, verwandt mit dem walisischen collen, korrekt erläutert als cainfidh „Helles Holz“ („Hasel“) durch die Interpretation der Baumtradition. Lateinisch corulus oder corylus ist verwandt.
 
Ceirt, Altirisch Cert ist verwandt mit dem walisischen perth, „Busch“, Lateinisch quercus „Eiche“ (PIE*perkwos). Es wurde verwechselt mit dem Altirischen ceirt „Lappen“, was sich in den Kennings widerspiegelt. Der Auraicept erläutert es als aball, „Apfel“.
 
Muin, Altirisch Muin: Die Kennings verbinden diesen Namen mit drei verschiedenen Wörtern, muin „Hals, Oberteil des Rückens“, muin „List, Finte“ und muin „Liebe, Wertschätzung“. Die Baumtradition hat finemhain, „Rebe“ angegeben.
 
Gort, Altirisch Gort bedeutet „Feld“ (verwandt mit Garten). Die Baumtradition hat edind, „Efeu“ angegeben.
 
nGéadal, Altirisch Gétal hat den Kennings nach eine Bedeutung von „töten“, vielleicht verkündigt zu gonid „töten“, von PIE gwen-. Der Lautwert im archaischen Irisch war also ein stimmhafter Labiovelar, [ɡʷ]. Die Baumtradition erläutert cilcach, „Besen“ oder „Farn“ angegeben.
 
Straif, Altirisch Straiph bedeutet „Schwefel“. Der archaisch-Irische Lautwert ist unklar, es kann ein Zischlaut sein, der sich von s unterscheidet, welches ja bereits durch Sail abgedeckt wird, vielleicht ein Reflex von/st/ oder /sw/. Die Baumtradition erläutert draighin mit „Schwarzdorn“.
 
Ruis, Altirisch Ruis bedeutet „rot“ oder „Rötung“, erläutert als trom, „Holunder“.
 
Ailm, Altirisch Ailm ist von unsicherer Bedeutung, möglicherweise „Kiefer“. Der Auraicept hat crand giuis .i. ochtach, „Tannenbaum“ oder „Kiefer“ angegeben.
 
Onn, Altirisch Onn bedeutet „Esche“, obwohl der Auraicept es als aiten „Stechginster“ erläutert.
 
Úr, Altirisch Úr, basierend auf den Kennings, bedeutet „Erde, Lehm, Boden“. Der Auraicept erläutert fraech „Heide“ (wohl „Heidekraut“).
 
Eadhadh, Altirisch Edad - von unbekannter Bedeutung. Der Auraicept erläutert crand fir no crithach „Testbaum“ (???) oder „Espe“.
 
Iodhadh, Altirisch Idad ist von unklarer Bedeutung, aber ist wahrscheinlich eine Form von ibhar „Eibe“, was die Bedeutung ist, die ihm in der Baumtradition gegeben wird.
 
Von den forfeda werden vier vom Auraicept erläutert. Die Forfeda sind die zusätzlichen Buchstaben des Ogham-Alphabets, jenseits des grundlegenden Inventars von zwanzig Zeichen. Die wichtigsten von ihnen sind fünf Forfeda, die in ihrem eigenen aicme oder Klasse angeordnet wurden und in alter irischen Periode erfunden wurden, mehrere Jahrhunderte nach der Hochzeit des Ogham-Gebrauches. Es sind die Laute, die dem ursprünglichen irischen Alphabet zu fehlen schienen: é (o) , ó (i) , ú (i) , p und ch.
 
Eabhadh, Altirisch Ebhadh mit crithach „Espe“;
 
Ór, „gold“ (vom lateinischen aurum); Die Baumtradition hat hier feorus no edind, „Spindelbaum oder Efeu“.
 
Uilleann, Altirisch Uilleand „Ellenbogen“; Die Baumtradition hat hier edleand „Geißblatt“
 
Pín, später Ifín, Altirisch Iphin mit spinan no ispin „Stachelbeere oder Dorn“.
 

Das Ogham Alphabet

Die Buchstaben sind in ihren vertikalen und horizontalen Varianten dargestellt. Die Namen und Laute, die durch die Buchstaben uath und straif dargestellt werden, sind unsicher. Es gibt viele verschiedene Versionen der Buchstaben-Namen, nicht allein die hier vorgestellten Pflanzen-Namen.
 
 
Book of Ballymote, Seite 103
Book of Ballymot, Seite 104
 
Right side/downward strokes
 
1. [b] (*betwi-s) Birke - 2. L luis [l] (*lubsti-) Eberesche - 3. F fearn [w] (*wernā) Erle - 4. S saille [s] (*salik-s) Weide - 5. N nuin [n] Esche
 
Left side/upward strokes
 
6. H úath [j] (*osato-) Weißdorn - 7. D duir [d] (*darek-s) Eiche - 8. T tinne [t] Stechpalme 9. C coll [k] (*koslas) Haselnussbaum - 10 Q ceirt [kʷ] (*kʷer[x]tā) Apfelbaum
 
Across/pendicular strokes
 
11. M muin [m] Rebe - 12. G gort [ɡ] (*gorto-s) Efeu - 13. NG gétal [ɡʷ] (*gʷēdtlo-) Farn/Ried - 14. Z straif [sw] or [ts]? Schwarzdorn - 15. R ruis [r] (*rudsti-) Holunder 
 
notches (vowels)
 
16. A ailm [a] Kiefer/Tanne - 17. O onn [o] (*osno-) Stechginster - 18. U úr [u] Heidekraut 19. E edad [e] Espe - 20. I idad [i] Eibe
 
 
 
Friedensspruch Altislands:
Versöhnt und gesellt,
bei Met und Mahl,
beim Richten und beim Raten,
soweit Feuer flammen,
Flur grünt,
Kind Mutter ruft,
Schiff schreitet,
Schilde blinken,
Sonnenschein Schnee schmelzt,
Föhre wächst,
Falke fliegt,
frühlingslangen Tag
Himmel sich wölbt,
Heimat bebaut ist.
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