13.05.2015 / 07.02.2026
            
 
DAS GÖTTLICHE WEIB

Ein heiles Wesen aus Sonnenflaum,
aus Birkenbiegen und Nordmeerschaum,
ist ein lichtdurchwobener Feen-Leib -,
ihn trägt das höchste germanische Weib.

Wenn Menschengeschlecht eine Brücke wär’,
gespannt über Gründe, so ungefähr,
vom äffischen Anfang zur Höhe hinan,
sich mählich zu nähern den Göttern an,

dann stünde auf einsamer Werde-Stuf’,
das blonde Weib das der Himmel schuf.
Kein anderes Wesen im Jetzt und Hier,
ist ferner dem Ursprung, dem Urzeittier.

Wollte Götterschönheit sich spiegeln seh’n,
säh’ sie wie Blüten im Winde weh’n,
wie sich Sonnensamen in Wellen pflanzt,
wie das blonde Weib über Wiesen tanzt.

Des Nordens Glaube bezeugte fürwahr,
die Seele erzeigt sich im goldenen Haar,
und liegt auch der Himmel im Seelengrund,
wird er im Blauglanz der Augen kund.

Mit dem heilen Sinn geht der helle Geist,
der klaren Gedankens zu Zielen reist,
der aus reinen Höhen die Welt erblickt,
im düsteren Wirrsal sich nimmer verstrickt.

Es wob aus Reinheit und Liebe und Treu’,
das Gottesgleichnis der Erde sich neu.
So steht auf der Spitze vom Brückenbau,
das Wundergebilde der deutschen Frau.
 

FRIJAS LICHTMESS

Der Februar ist seit alters ein Frauenmonat, in dem sich, wie in keinem anderen Monat, die weiblichen Feier- und Gedenktage häufen. Am 02. Februar feiert die Chistenkirche ihr Fest „Maria Lichtmess“, weil zu diesem Zeitpunkt, um Februar-Beginn, unzweideutig festzustellen, also zu messen ist, dass das Jahreslicht wieder zunimmt, sich die Tage längen und die Winterdunkelheit bald überwunden ist. Da die landesfremde Kirche in ihren religiösen Festangeboten sich zwangsläufig anhand der vorchristlich-heidnische Brauchtümern orientieren musste, dürfen wir davon ausgehen, dass auch „Maria Lichtmess“ einen altgläubigen Vorläufer gehabt haben muss, rechnen wir mit einem echt-deutschen Festtag namens „Frijas Lichtmess“.

In unserem germanischen ODING-Runenkalender steht im idealjahresschematischem Zeitpunkt, zu Februar-Anfang, die laukaz-lakuz-lin-Rune, also die weiblichen Heilzauber-Hilfsmittel: Lauch, Wasser und Leinen. Sie markieren das Runenmysterium des 4. ODING-Kalenderzeichens in Deutlichkeit als Symbol für das altgermanische Frauen-Frühlingsfest des Disablóts, zu dem die Feen, die Mütter, die Heilrätinnen geehrt und ihr Beistand für das kommende Jahr mittels ritueller Bräuche erfleht worden ist. Mehrere Bauernregeln betreffen den Lichtmess-Tag und bekunden seine alte Bedeutung für den Landmann: „Lichtmess trüb, ist dem Bauern lieb. Lichtmess aber licht, weicht der Winter nicht.“ - „Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ - „Lichtmess im Klee - Ostern im Schnee.“

Die jüdisch geprägte Kirche faselte gern von der hebräischen Bedeutung der Zahl 40 und predigte, dass 40 Tage nach Weihnachten, deshalb am 2. Februar „Lichtmess“ zu feiern sei, ein Tag den sie auch „Erscheinung des Herrn“ oder „Darstellung des Herrn“ nannte. Der jüdische Grund dafür wurde so beschrieben: Die Jüdinnen galten nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage lang als „unrein“ und nach der Geburt einer Tochter sogar doppelt so lange. Erst nach Ablauf dieser Fristen durften sie wieder in den Tempel gehen, um dort ihr Kind dem Rabbi vorzustellen. Diesen Unfug wollte die Kirche auch den Germaninnen aufschwatzen, aber die lachten nur über derlei fremd-frömmelnde Zumutungen. Erst 40 Tage nach der Geburt des Maria-Knaben Jehoschi-Jesus durfte sie ihn in den Tempel tragen -; was soll das uns Deutsche angehen ?!

In die gleiche Festzeit fällt das gallogermanische bzw. keltische Fest der Frühlingsgöttin Brigid, aus der die irische Christenkirche eine Nonne, Abtissin und schließlich eine „Heilige“ modelte. Ursprünglich galt sie als Tochtes des guten Gottes Dagda. Ihr Tag wurde mit Freudenfeuern, Lichterprozessionen und Kerzenweihen begangen. Man machte sich bereit für die gute, die sonnenvolle Wonnezeit, durch Reinigungen des Körpers und des Geistes, indem man badete und Birkenwasser zur inneren Reinigung kredenzte. Häuser und Stallungen hat man gereinigt, es wurde geräuchert und um Jahresheil und Fruchtbarkeit gebetet. Die Weiße Göttin zog übers Land. Wo sie ihren Fuß hinsetzte sprossen die ersten Frühlingsblumen aus der Scholle, die Schneeglöckchen, die mit ihrer weißen Farbe die Göttin wohl symbolisieren mochten.