26.12.2025

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Helene Bertha Amalie „Leni“ Riefenstahl (1902-2003) war eine deutsche Filmregisseurin, -produzentin und -schauspielerin sowie Drehbuchautorin, Schnittmeisterin, Fotografin und Tänzerin. Sie gilt als die wunderbarste und bedeutendste Persönlichkeit der Filmgeschichte. Sie war so rein und schön in ihrer weiblichen Körperlichkeit wie in ihrer Seele und ihrem Geist. Ich darf mich zu ihren unwandelbaren Verehrern und Bewunderern rechnen, die ihr die liebende Treue bewahrten, die sie allein verdient hatte ! Leni war so ganzheitlich schön und edel wie es ihre Film-Schöpfungen auswiesen.

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Leni Riefenstahls Ehemann war Peter Jacob (1909–1992), ein Hauptmann/Major der Gebirgsjäger, Ritterkreuzträger und späterer Schauspieler, Filmproduzent, den sie 1944 während der Dreharbeiten zu einem Film kennenlernte und heiratete. Die Ehe hielt nur wenige Jahre, sie wurde 1947 geschieden, weil er ihr hinreißende Liebesbriefe von der Ostfront und dortigen Kampfeinsätzen schreiben konnte, doch ihr nie treu zu sein vermochte. Trotzdem blieben die beiden freundschaftlich verbunden. Nach dem Krieg arbeitete er als Filmproduzent und heiratete 1956 die Schauspielerin Ellen Schwiers, mit der er zwei Kinder hatte. Major Hans-Peter Jacob war in WK II. bei der Gebirgstruppe eingesetzt, zunächst in Polen und Frankreich, dann im Balkanfeldzug (Griechenland), wo er das Ritterkreuz erhielt, und schließlich an der Eismeerfront (Arktis) in schweren Kämpfen.

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Leni Riefenstahl wurde als innovative Filmemacherin und kreative Ästhetin geschätzt. Durch ihr 1932 veröffentlichtes Regiedebüt „Das blaue Licht“, bei dem sie als Hauptdarstellerin, Regisseurin, Koproduzentin und Drehbuchautorin fungierte, wurden führende NSDAP-Politiker wie der Parteichef Adolf Hitler und der damalige Gauleiter der Partei von Berlin-Brandenburg Joseph Goebbels auf sie aufmerksam; beide haben sich in sie verliebt und machten ihr eindeutige Anträge.

Nach der im Jahr darauf erfolgten Machtübernahme der NSDAP erhielt Riefenstahl den Auftrag, die „Reichsparteitagstrilogie“ zu drehen; widerwillig nahm sie den Auftrag an. Die Propagandaproduktionen „Der Sieg des Glaubens“, „Triumph des Willens“ und „Tag der Freiheit“ – „Unsere Wehrmacht“ entstanden in den Jahren 1933 bis 1935. Für „Triumph des Willens“ erhielt Riefenstahl den „Deutschen Nationalen Filmpreis 1934/35“, die Auszeichnung für die beste ausländische Dokumentation bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1935 in Italien sowie den „Grand Prix“ auf der „Pariser Weltfachausstellung“.

Unter dem Titel „Olympia“ schuf Riefenstahl 1938 eine zweiteilige Dokumentation über die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Der begeisternde Film wurde als ästhetisches Meisterwerk gelobt. Sie bekam für ihr grandioses Werk u.a. den „Deutschen Nationalen Filmpreis 1937/38“, die „Coppa Mussolini“, eine olympische Goldmedaille vom „Internationalen Olympischen Komitee“ und den „Kinema-Jumpō-Preis“ von Japan verliehen.

Riefenstahls „Nuba-Bände“ sind berühmte Fotobücher der Filmemacherin über das Negervolk der Nuba im Sudan. Der erste große Band „Die Nuba - Menschen wie von einem anderen Stern“ (1973) und die Fortsetzung „Die Nuba von Kau“ (1976), die ihre monumentalen Fotografien dieses Stammes dokumentieren und weltberühmt machten. 2002 veröffentlichte Leni mit dem Dokumentarfilm „Impressionen unter Wasser“ ihr letztes imposantes Werk.

Zum Weltkriegsende wurde Riefenstahl in ihrem Haus bei Kitzbühel im April 1945 verhaftet und in das Gefangenenlager der 7. US-Armee nach Dachau gebracht, wo sie mehrfach unter entwürdigenden Umständen zu ihrer Rolle im NS-Staat verhört wurde. Am 03.06.1945 wurde sie krank, elend und ausgeplündert aus der Haft entlassen und kehrte in das inzwischen zur Französischen Zone erklärte Gebiet zurück. Sie wurde von ehrlosen und verbrecherischen französischen Besatzungsbehörden bestohlen, man ließ sie fast verhungern. Selbst Fallobst aufzulesen war streng verboten. Sie wollte unter diesem Besatzungsmacht-Terror nicht mehr weiterleben. Im Mai 1947 wurde Leni von den Franzosen wegen angeblicher Depressionen in eine psychiatrische Anstalt in Freiburg eingewiesen, in der sie mehrere Monate lang mit Elektroschocks „behandelt“ wurde. Man wollte sie seelisch zerbrechen oder umbringen. Die französischen Militärbehörden räumten nicht allein Lenis Konten leer, sie stahlen auch alle Unterlagene ihres in Arbeit befindlichen Films „Tiefland“. Und die Amerikaner klauten Leni ihre gesamten Filmmaterialien, die wie durch ein Wunder den Bombenkrieg überlebt hatten, aus einem Bunker in Berlin-Dahlem.  

Dann kam der Anschlag des schnöden Lügners und Verleumders Luis Trenker, der ein frei erfundenes „Tagebuch der Eva Braun“ herausgab, um des lockenden Mammons willen. In diesem Machwerk wird auch Leni Riefenstahl hemmungslos verleumdet, so beispielsweise, sie hätte Nackttänze vor Adolf Hitler aufgeführt und des Führers Lieblingsunterwäsche in Leder bevorzugt. Der zwiespältige Charakter Trenkers zeigte sich nach Kriegsende in seiner widerlichsten Abgündigkeit. Auch das linke Schmuddelblatt DER SPIEGEL (26.02.2015 von Marc von Lüpke) - „Als Leni nackt mit Adolf tanzte“ - beteiligte sich unverdrossen an der Vernichtung der Leni Riefenstahl, mit den ganzheitlich erlogenen Texten des gefälschtes „Eva-Braun-Tagebuchs“, das 1948 von Luis Trenker in die Welt gesetzt wurde. Trenker hat weitere widerlich-erfundene Schauergeschichten über Leni erzählt, aus purer Lust am Fabulieren, sich interessant machen zu wollen und aus Neid über Lenis Erfolge mit ihren grandiosen Berg- und Schnee-Filmen. Auch die besten Texte ihrer bösartigen Kritiker wirken auf unabhängige Geister nicht anders wie ein Unken von Kröten aus Sümpfen und Mooren gegen Lenis Schwanenflüge in sonnenüberstrahlte Frühlingshimmel hinauf. Ihre seelische Reinheit, ihre Leistungen und Ehrungen waren einzigartig.

Als die alliierten Terror-Flieger die deutsche Ordnung nieder-gebombt und aus den herrlichen deutschen Städten Ruinenlandschaften gemacht hatten, erhoben sich alle niederen Furien aus den Grüften und klebten der Leni Riefenstahl, jener Frau die der Welt so viel Hohes und Wunderbares geschenkt hatte, ein Hexen-Zeichen auf die Stirn und verfolgten sie, wie man es nicht anders im finstersten Mittelalter vorgelebt hatte, bis an ihr Lebensende. Wer erfahren mag, wie Lumpen, Lügner, Verleumder und Diebe der Leni ein grausames Martyrium bereitet haben, dem empfehle ich die Lektüre ihres Lebensberichts, in einer wunderbar-mitreißenden Sprache geschrieben, um von ihrem überaus starken, tapferen, abenteuerlichen Frauenleben, aber grausamen Schicksal Genaueres zu erfahren: „Memoiren. Leni RIFENSTAHL“, 1987, Mü., A. Knaus.