31.12.2025

Schöne_Frau_22a.JPG

HEILIGES WEISSES WEIB

Einstmals, als die Welt geworden,
irrten nur Titanen-Horden,
ungeschlacht an Leib und Geist,
durch das Ur-Gefild‘ zumeist.

Dunkel, wie der Erde Schwärze,
waren Häute, wie das Herze.
dieser Urzeit-Chaos-Sippen,
Stammel-Laute auf den Lippen.

Auch die Menschen die erschaffen,
turnten haarig wie die Affen,
durch's Gestrüpp der Urwald-Äste,
 traurige, tumbe Erden-Gäste.

Da empfand die Gottheit Reue,
schuf die Schönheit, als das Neue.
Farbige Blumen, Schmetterlinge,
alle himmlisch-schönsten Dinge.

Beim Anblick einer weißen Taube,
schlafend in der Rosen-Laube,
erwuchsen Gott die Visionen,
vom weißen Weib in Erdenzonen.

Er dachte ein Geschöpf, so rein,
wie Milch sollt‘ hell ihr Körper sein.
Die Augen blau, ihr Haarschopf blond;
der Schöpfer hat es gut gekonnt.

Er schuf das Weib als Sehnsuchtsziel,
lenkte des Menschen-Schiffleins Kiel,
zur nordisch-hohen Rassen-Art,
der Menschheitswerdung schöne Saat.

So lasst das Weiße Weib uns feiern,
woll’n unsere Liebe nie verschleiern,
zu unseren Müttern aus Urzeiten,
ein reines Deutschtum zu bereiten.

Matthilde.JPG

Der Schöpfungswille zur Schönheit

In Ihrem zweiten Hauptwerk „Der Seele Ursprung und Wesen“ behandelt Mathilde Ludendorff eingehend die Voraussetzungen und die Art des Gotterlebens in der Menschenseele, überhaupt alle Grundgesetze der Seele der Lebewesen. Ihre Seelenlehre beginnt mit dem ersten Teil Schöpfungsgeschichte. Die ganze Schöpfung ist Vorstufe der Seele gewesen. Wer ihre Krönung, die Menschenseele, begreifen will, der muss zuvor die anderen Schöpfungsstufen, beim Äther und Urnebel angefangen, erfassen. Die Seele des Menschen ist der Mikrokosmos, in dem sich alle Schöpfungsstufen des Makrokosmos noch einmal wiederfinden. Sie schafft den bewussten Kosmos in sich. Sie ist nicht wesensgetrennt von der unbewussten Zellseele und der unterbewussten Tierseele, sondern umfasst sie beide in sich, bereichert durch das Erleben der Bewusstheit. In diesem Werk vereinigt sich höchste Philosophie und Religion mit Naturwissenschaft, um uns Menschen über uns selbst hinausgelangen zu lassen. Alle ungelösten Rätsel der Seelengesetze werden von dem klaren Lichte der Grunderkenntnis aus in wundervoller Übereinstimmung mit allen Tatsachen der Erfahrung und der Wissenschaft begreiflich gemacht. Da es für alle Zeiten für viele die Beweiskraft dieser gewaltigen philosophischen Schau erhöht, begrüßen wir die Tatsache, dass die Philosophin die Vorstufe zum ersten Lebewesen, die die Naturwissenschaft vergeblich gesucht hatte, verkündet und beschrieben hat, und dass vierzehn Jahre nach dem Ersterscheinen des Werkes (1923) die Naturwissenschaft den von der Philosophin benannten und beschriebenen Eiweiß oder Kolloidkristall fand! Im Frühjahr 1939 ward zu dem Werk die Dichtung geschaffen „Das Schöpfungslied in heiligen Nächten“, die nunmehr als erster Teil das Werk noch unendlich bereichert! Wie schon im Werk „Triumph des Unsterblichkeitwillens“ die Dichtung „Wie es die Seele erlebte“ dank der dichterischen Schönheit der Gestaltung den reichen Erkenntnisgehalt dem Menschen tief ergreifend übermittelt, so erst recht hier, wo vom Wesen Gottes aus das Werden des Alls erschaut und in dichterischer Schönheit dem Leser geschenkt ist. Eine weitere Bereicherung des Werkes sind die künstlerischen Zeichnungen von Lina Richter, die die wesentlichsten Schöpfungsstufen in künstlerischer Vollendung und dabei in wissenschaftlicher Treue darstellen. (154 Seiten)

Mathilde Friederike Karoline Ludendorff (1877-1966); geborene Mathilde Spieß, war eine deutsche Ärztin, Psychologin, Feministin und völkisch-religiöse Schriftstellerin. An der Seite ihres dritten Ehemannes Erich Ludendorff wurde sie eine bekannte Vertreterin der völkischen Bewegung. Sie begründete den „Bund für deutsche Gotterkenntnis“ und veröffentlichte dort eine Vielzahl aufklärender Schriften, die ein politisches Wirken der – von ihr so bezeichneten und verstandenen – „überstaatlichen Mächte“ des Judentums, der Jesuiten und der Freimaurer beschrieben.

Jugend und frühe Jahre: Mathilde Ludendorff wurde als eheliche Tochter des protestantischen Pfarrers Bernhard Spieß geboren. Ihre Jugendzeit verbrachte sie in Wiesbaden, wo sie ein privates Mädcheninstitut und die Städtische Töchterschule besuchte. Ungeachtet der relativ bescheidenen Verhältnisse, in denen die Familie lebte, ermöglichten die Eltern Mathilde und ihren Schwestern eine berufspraktische Ausbildung, was damals noch sehr unüblich war. Nach einer Ausbildung an einem Schullehrerinnenseminar von 1893 bis 1895 unterrichtete sie ab 1896 zunächst an einem Mädchenpensionat in Wi.-Biebrich. Nachdem sie genug Geld gespart hatte, um das Abitur nachzuholen, welches sie nach dem von 1900 bis 1901 erfolgten Besuch des Karlsruher Mädchengymnasiums 1901 erhielt, begann Ludendorff im Wintersemester 1901/1902 mit dem Studium der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo unter anderem August Weismann zu ihren Dozenten zählte (Vorlesungen über Deszendenztheorie).

Mathilde wies in ihren wissenschaftlichen Texten nach, dass es in der Evolution einen „Willen zur Schönheit“ gibt, und zwar über die Darlegungen des englischen Naturforschers Charles Robert Darwin (1809-1882) hinaus, der behauptete, dass die Evolution sich nur von Zweckmäßigkeitserwägungen hat leiten lassen.