09.02.2026

Bölter_Hans.JPG

Hans-Joachim Röll schrieb das Buch über Hauptmann Johannes „Hans“ Bölter: „Als Panzer-Ass in Ost und West“, 07.05.2014

Dies ist die Geschichte von Hauptmann Johannes Bölter, mit 139 Abschüssen von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen einer der erfolgreichsten Panzerkommandanten des Zweiten Weltkrieges.

Geboren am 19.02.1915 in Mülheim an der Ruhr, verpflichtete sich der gelernte Installateur im Alter von achtzehn Jahren als Freiwilliger bei der Reichswehr. Nach Stationen in der 3. Schwadron / Reiterregiment 10, der Kraftfahrabteilung 4 in Leipzig und verschiedenen Lehrgängen kam er zum „Panzerregiment 1“ nach Erfurt. Als Zugführer in der 8. Kompanie des „Panzerregiments 1“ der „1. Panzerdivision“ nahm er am Polen- und Westfeldzug teil.

Der Feldzug gegen die Sowjetunion im Juni 1941 führte den Oberfeldwebel und Zugführer bis vor die Tore Leningrads. Ab September 1941 der Heeresgruppe Mitte unterstellt, stieß die „1. Panzerdivision“ im Zuge des Vorstoßes auf Moskau in Richtung Kalinin vor. Bei der Eroberung der Stadt zog sich Johannes Bölter eine Verwundung zu, die er im Reservelazarett Nienstedt im Harz auskurierte.

Im Dezember 1941 als Ausbilder zur „Panzerersatzabteilung 1“ nach Erfurt versetzt, meldete er sich im Jahr 1942 freiwillig zur Aufstellung der Heerestigerabteilungen und kam zur „schweren Panzerabteilung 502“. Zuerst als Zugführer, später dann als Kompaniechef nahm er an zwei Ladogaseeschlachten, an den Abwehrkämpfen bei Pleskau und am harten Verteidigungskampf bei Ostrow teil.

Für seine Tapferkeit am 16.04.1944 mit dem „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“ ausgezeichnet, erhielt er am 10.09.1944 nach der Abwehrschlacht bei Anes-Memele das „Eichenlaub“. Seinen letzten Panzerkampf erlebte er bei Stecklenbach im Harz, wo sein Panzer von einer „schweren US-Pak“ abgeschossen wurde. Ohne je in Gefangenschaft geraten zu sein, gelang ihm die Flucht zu seiner Familie nach Erfurt. Von dort flüchtete er 1950 mit seiner Frau und zwei Töchtern in den Westen, wo er sich in seiner Geburtsstadt niederließ. Dort verstarb er am 16.09.1987 im Alter von 72 Jahren.

Bölter_Panzer.JPG

Anderer Autor: Hans Bölter wurde übrigens am 01.07.1944 zum Oberleutnant befördert. Doch was wurde aus Bölters Mannschaft? Das Schicksal dieser erfolgreichen Kampfgemeinschaft erfüllte sich am 13.08.1944, einem Sonntag im heißen Sommer dieses ereignisreichen Jahres.

An diesem Tag erfolgte ein deutscher Gegenangriff gegen den russischen Brückenkopf bei Anes-Memele. Bereits vor dem eigentlichen Angriff wurde Oberleutnant Bölters „Tiger“ beim Versuch, einen, wegen einer technischen Störung, liegen gebliebenen „Tiger“ seiner Einheit, durch einen schweren Treffer in die Bodenwanne hinter dem Fahrersitz in Brand geschossen.

Der Richtschütze Uffz Sebastian Gröschl und der Ladeschütze Oberschütze Josef Richter waren sofort tot. Der Funker Gefreiter Richard Bach fiel beim Ausbooten durch feindliches MG-Feuer. Lediglich dem Fahrer Herbert Hölzl und Bölters selbst gelang es schwerverletzt mit schweren Verbrennungen aus dem brennenden Panzer zu entkommen.

Erst Ende Oktober 1944 war Hans Bölter nach mehreren Operationen wieder soweit genesen, dass er nach Salzburg zur Verleihung des „Eichenlaubs“ kommen konnte. Nach seiner Gesundung kam Bölter als Ausbilder zunächst zur „Panzerersatz- und Ausbildungsabteilung 500“ in Paderborn und kurze Zeit später zur Unteroffiziersschule in Eisenach.

Am 01.01.1945 wurde Bölter zum Hauptmann befördert. Gegen Kriegsende wurden aus dem Personal und dem Material der Truppenschulen neue Kamfgruppen gebildet; Hauptmann Bölter übernahm in der Gegend von Kassel eine solche Panzerkampfgruppe und war als Panzerkommandant eines „Tigers“, jetzt gegen amerikanische Einheiten, sofort wieder erfolgreich. Im April 1945 konnte er, nachdem er mindestens drei „Shermans“ abgeschossen hatte, wieder aus seinem brennenden „Tiger“ entkommen.

Wahrscheinlich hatte er bis dahin insgesamt sogar 144 gegnerische Panzer und Sturmgeschütze abgeschossen (bestätigt sind 138). Bei Kriegsende hielt er sich versteckt und entging so der Gefangennahme durch die Amerikaner. Nach dem Krieg war er in einem großen Betrieb als technischer Angestellter tätig. Dank und Ehre seinem Andenken !

Bölter_Hans_2.JPG