21.10.2025

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2000 JAHRE ODING-WIZZOD

Seit über vierzig Jahren bin ich nun schriftstellerisch und als Vortragsredner bemüht, meine Kunde vom ODING-Wizzod einem Zuhörerkreis zu vermitteln. Nicht wenige haben bis heute nicht recht durchschaut worum es hierbei genaugenommen geht. Die Frage nach meinen Antrieben, meinen Untersuchungen und meinen Ergebnissen sollen noch einmal klar und deutlich erklärt werden.

Den Deutschen fehlt die Platform für eine völkische Annäherungs- oder Einigungsmöglichkeit, weshalb die sich streitenden Parteiungen so unüberwindbar erscheinen. Die Gundfeststellung, dass es den Deutschen am Fundament einer allgemein verbindlichern Religions-Idee mangelt und sie bewusst oder unerkannt an diesem Magel leiden, haben nicht wenige tieferdenkende Meister unserer Nation längst erkannt und nicht wenige der größten Geister haben ihre Angebote geliefert, um diesem Mangel abzuhelfen. Luther hat es mit seiner Bibel-Übersetzung versucht, Goethe mit seinem „Weltverständnis“, Marx mit seinem „Klassenkampf“, Nietzsche mit seinem „Zarathustra“, Steiner mit seiner „Anthroposophie“. Das Volk ist aber von all den Denkangeboten noch zerrissener geworden, denn eine erhöhende-verklärende und echt verbindende Tradition aus eigenem Herkommen fehlte allen Ideologien.

Die Frage nach der eigenen deutsch-germanisch-keltisch-slawischen Religiosität hat auch in der Vergangenheit nicht wenige redliche Geister umgetrieben. Um hier die nötigen Erkenntnisse zu gewinnen, stehen ergibige Quellen zur Verfügung, diese wären: 1.) Volkskunde, 2.) vergleichende Religionsgeschichte, 3.) Archäologie, 4.) Sagenforschung und 5.) Edda-Studien. Es zeigt sich ein weites Feld und nur ein aufnahmefähiger und kombinationsbereiter Geist wird daraus die Werkzeuge für sein Vorhaben gewinnen können. Um eine Unterscheidung sowie Ausscheidung von primären, sekundären und unseriösen Angeboten kommt kein Forscher herum. Alle christlichen, kirchlichen und judäo-christlichen Geistesspielarten können wir getrost fast unbeachtet lassen. Ebeso sind alle neuzeitlichen Runen-Spekulationen abzutun; denn wir suchen die tragfähigen, echten Informationsquellen.

Seit dem Fund des Runensteins von Svingerud (rund 40 Km nordwestlich von Oslo), von 2021, hat sich meine geäußerte frühe Vermutung bestätigt, dass es sich beim Ur-Runen-System um ein etwa 2000-jähriges Medium handelt. Der Stein wurde in einem Erdgrab unter Grabhügel gefunden. Er wird durch Radiokarbon-Datierung auf 1-250 n.0 festgelegt. Holzkohle und Grabbeigaben im Grab wurden mit Radiokohlenstoff auf die Jahre 25-250 n.0 datiert. Die Knochenreste wurden mit Radiokohlenstoff auf 25-120 n.0. erkannt. Die zuvor ältesten Runen sind auf dem Messer von Tietgenbyen, östlich von Odense in Dänemark, gefunden worden, mit Datierung von 150 n.0. Die germ. Runen-Religion erweist sich damit älter als die frühesten Äußerungen des orientalischen Christianismus.

Die 24er Runen-Reihe, zum Kreis gerundet, ergibt das Schema des 24 Mondstände (12 Neu- u. 12 Vollmonde) umfassenden idealen Sonnenjahres, also den Runen-Festkalender der germ. Altreligion -, bei 1. Rune (odala Odala.JPG) auf 1. Neumond zur Wintersonnenwende. Damit die Sonnen-Mond-Feste nicht ums Jahr zu wandern beginnen, weil das Mondjahr (354 Tage) um ca. 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr (365 Tage) ist, muss, wie das in jeder gebräuchlichen Luni-Solarjahr-Zeitrechnung üblich war, jedes 2. oder 3. Jahr ein Leermonat geschaltet werden (Zwischen Lida 1. und Lida 2. - Juni-Juli) , so wie das der Angelsachse Beda Venerabilis (672-735) von seinen altsächsischen Vorfahren beschrieben hat.

Eine fundierte aber komplizierte Quelle sind die isländischen und norwegischen Edda-Texte des Schriftstellers Snorri Sturluson (1179-1241) sowie die nordischen Familiengeschichten der Sagas. Snorri, so denken manche Willigen, war „einer von uns“, war er doch ebenso auf Erhaltung altvölkischer Tradionen bedacht, wie auch wir es sind. Doch, weit gefehlt, Snorri war kein Heide, wir nehmen ihn zwar als romantischen Skalden, Poet und Historiker wahr, doch er war, viel verbindlicher für ihn selbst, ein politischer Machthaber seiner Zeit, dem es absolut nicht gestattet war, altgläubige Gedankeninhalte, also heidnische, zu transportieren, mithin der Zukunft zu vermitteln. Ernsthafte Glaubensüberzeugungen vermittelte er nicht, was er zumeist tradierte, waren mehrere burlesken Götterschwänke, nach Art der griechischen Göttersagen, die sich das biedere Volk erzählte.

Auch trägt das Studium der vielen kultischen Götter- und Göttinnen-Namen nicht zur Erkenntnis der konzeptionellen nordischen Glaubensinhalte bei. Es ist nur geeignet, jene Forscher, die an Worten kleben, zu verwirren. So meinen die Fauensagen um „Frau Holle“ (die Holde/Gütige) und „Frau Peratha“ (die Reine/Helle) zweifellos die gleiche allgemein-germanische Muttergöttin Frija (geliebte Herrin).

Demnach kommt es darauf an, die altnordischen Edda-Texte des Snorri, anhand älterer Religions-Quellen zu überprüfen, sie zu reinigen und eine Rekonstruktion der nordisch-deutschen Ur-Religion anzuvisieren. Ein Vopa und eine Flüchtigkeit meines väterlichen Freundes und Lehrers Herman Wirth (1885-1981) gab mir die Chance, ein bis dahin unbekanntes Quellendokument in die Hand zu bekommen. Es handelt sich um den 24 Runen-Zeichen umfassenden Ur-Runenverbund, den vor mir keiner fähig war, zu dekodieren. H. Wirth schrieb selbst an einer Stelle seiner Werke, dass die alte Runen-Reihe möglicherweise ein linksläufig aufgebautes Sinnzeichenwerk sein könnte, ohne aber dieser Vision weiter nachzugehen. Er versuchte, die rechtsläufig vermutete FUÞARK-Runenreihe auszudeuten und produzierte damit eine unentwirrbare Verdrehung, aus deren Labyrinth kein noch so kluger Leser herausfindet und keine Runenwahrheit zu finden vermag. Denn Wirth unternahm damit die verhängnisvoll-vergebliche Bemühung, Frühlings-Runen im Herbst und Herbst-Runen im Frühling zu erklären. Er ahnte die richtige Spur aber verfolgte die falsche. Wirth beschrieb den mit Rune F (Fehu_Runde.JPG) beginnenden, nicht gekonterten, Runen-Jahreskreis.

Ich hingegen hatte das Glück, mit einem vielwissenden Runen-Verehrer, Mathematiker und Fachmann der Frühgeschichte befreundet zu sein, der mir unverdrossen, über dreizehn Jahre der Freundschaft, bis zu seinem Tod, zu jeder gewünschten Auskunft bereitstand. Es war der ehrenwerte Prof. Dr. Kurt Kibbert (1921-1993). Er begriff auch sofort, als ich ihm meine Vermutung gestand, die Runen müssten von rechts nach links gelesen werden, dass dann der Name des Systems nicht FUÞARK, vielmehr ODING heißen müsse. Od-Ing bedeutet „Geistkind“, plötzlich kam Sinn und Verständnis in die Runen. Schließlich konnte ich im Jahre 1993 mein Runen-Entschlüsselungs-Buch verlegen lassen: „ODING-WIZZOD - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“.

Das gemeingerm. ODING ist uns nützlich, gleichsam wie ein Korsett oder Geradehalter, die verstreuten Späne des alten Glaubens-Pfahles, bestehend aus den schwammigen, amorphen Mären und Edda-Texten, auf den Urbestand nordischer Religion zurückzustrecken. So sicher, wie die 24 ODING-Runen als belehrender Kerbstock des Volksglaubens geschaffen wurden, so sicher hilft es uns auch heute als Wegbereiter zur eigenen Gotterkenntnis.

 

PS: Auch die Netz-Seite „AHNENRAD DER MODERNE“, des ehrenwerten Dr. Pierre Krebs und Frau Gud-Run, vermittelt authentische ODING-Runen-Kunde.