14.05.2026

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Carl Raddatz, ein typisch deutscher Junge, eigentlich Karl Werner Fritz Raddatz, (1912-2004), geboren in Mannheim, gestorben in Berlin, war ein deutscher Film- und Theaterschauspieler sowie Synchronsprecher.

Seine Eltern waren der Versicherungsbeamte Karl Hermann Raddatz aus Magdeburg und Luisa Elisabetha Nußbickel aus Mannheim. In Mannheim nahm Raddatz Schauspielunterricht. Durch Willy Birgel kam er an das Nationaltheater Mannheim. Er spielte danach in Aachen, Darmstadt und Bremen. 1937 verpflichtete ihn die UFA in Potsdam-Babelsberg für den Film Urlaub auf Ehrenwort. Es folgten die UFA-Produktionen: „Zwölf Minuten nach Zwölf“ (1939), „Zwielicht“ (1940), „Wunschkonzert (1940), Heimkehr“ (1941) und „Stukas (1941), Immensee (1943), „Opfergang (1944) und „Unter den Brücken" (1944/46). Carl Raddatz stand 1944 in der „Gottbegnadeten-Liste“ des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. 

Nach dem WK II. wurde Raddatz in „Rosen im Herbst“ (1955), „Nacht der Entscheidung unter Regisseur Falk Harnack (1956) und „Made in Germany“ (1957) zum Publikumsliebling. 1975 drehte er mit „Jeder stirbt für sich allein seinen letzten Kinofilm. 1979 kehrte er als Konsul in der Thomas-Mann-Verfilmung „Die Buddenbrooks zurück. Raddatz gehörte zum Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, trat im Schiller- und Schlossparktheater in „Des Teufels General von Carl Zuckmayer und „Warten auf Godot von Samuel Beckett auf. 1963 wurde er zum „Berliner Staatsschauspieler“ ernannt, 1972 zum Ehrenmitglied der Staatlichen Bühnen. In den 1950er und 1960er Jahren synchronisierte er auch ausländische Filmproduktionen. 1972 wurde ihm das „Verdienstkreuz 1. Klasse“ der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1979 für sein Lebenswerk das „Filmband in Gold“. 1987 bekam er die „Ernst-Reuter-Plakette“ des Landes Berlin. Raddatz war drei Mal verheiratet, in erster Ehe mit Hannelore Schroth. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Dahlem im Feld 005-35, seit November 2010 ist es ein Ehrengrab des Landes Berlin. An seinem ehemaligen Wohnhaus, Am Schülerheim 6, in Berlin-Dahlem, wurde am 21. August 2012 eine Berliner Gedenktafel angebracht.

 

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Carl Raddatz mit der süßen Kollegin und Ehefrau Hannelore Schroth.

 

„Unter den Brücken“ >> https://www.youtube.com/watch?v=NMK2v4KSzBU

Das Lied aus dem Film Unter den Brücken“:

Der Film mit den vielen Brücken wurde zum Ende des Krieges gedreht, bevor die Brücken um Berlin vom Feind zerstört wurden. Das Lied spricht von den Sehnsüchten der jungen Kahnschiffer, nach den vielen unerreichbaren Mädels die weit über ihnen auf den Bücken spazieren gehen. 

Die Brücke Tuledu

Auf der Brücke Tuledu
gehn die Mädchen ab und zu.

Hell und duster, groß und klein,
welche wird die Schönste sein?

Jene Schlanken, blond von Haar,
geben tags das rechte Paar.

Doch die Schwarzen, scharf und jung,
küssen gut zur Dämmerung.

Und die Roten, schül und drall,
sind zu Haus der rechte Fall

Kühl und keck den Knabenschnitt
nimmt man gern auf Reisen mit.

Dunkle Locken, ringelkraus,
drehn das Licht von selber aus.

Ascheblonde, fitzefein,
liebt man nur bei Mondenschein.

Nur den Sanften, bronzebraun,
soll man gegen Morgen traun.

Und was sonst noch möglich ist,
die sind gut zu jeder Frist.

Sieh, mein Jung, du weißt Bescheid:
nichts ist für die Ewigkeit.

Auf der Brücke
Tuledu
gehn die Mädchen – lang man zu!


Gesang Carl Raddatz, Text: 1920, 
Hans Leip,

der Dicher von Lili Marleen (1893-1983)