Ich liebt’ die Igel all' die Zeit,
hab sie von Zecken gern befreit,
hab’ sie gefüttert und gehegt,
ihr Schicksal hat mich oft bewegt.
Mit 8.000 Stacheln auf der Haut,
ein Igel sich ins Leben traut,
so gut bewehrt als wie ein Ritter -,
doch taugt’ er nie als Baby-Sitter.
Doch ist ja nicht mal der perfekt,
der seine Nase aufwärts reckt,
und unser Igel hält sie unten,
sehr bescheiden bleibt er drunten.
Tadellos und fleißig, bieder
kämpft er dickste Schnecken nieder,
selbst die allerlängsten Würmer -,
ist er doch ein tapf’rer Stürmer.
Was da kriecht lässt er sich schmecken,
selbst die Maus kann ihn nicht schrecken.
So bewirkt er wahren Segen,
das Ungeziefer auszufegen.
Allein die Garten-Pools, die Bäder,
auch gnadenlose Auto-Räder,
werden tödlich unserem Helden,
weil sie sich nicht voranmelden.
Nutzlos wird sein Stachelballen,
gibt’s doch viel zu viele Fallen -;
mörderisch ist dieses Rasen
über tausend Auto-Straßen.
Herzlos ist des Schicksals Tritt,
wie des Todes Sensen-Schnitt,
grausam oft muss Unschuld leiden -,
seh’n wir zu, es zu vermeiden !
Der Igel lebt als liebes Tier,
die Stachelhaut ist sein Panier !
Dem Schicksal aber ist das gleich,
die Zeit rollt über hart und weich,
und so ergeht es dir wie mir !
Igel pflegen
Verpflichtungen und Voraussetzungen
Wer einen Igel aufnimmt, muss sich von vornherein im Klaren sein, welche Verpflichtungen damit verbunden sind. Fragen Sie sich und antworten Sie ehrlich. Mitleid und Tierliebe sind wertvoll, jedoch als alleiniges Entscheidungskriterium schlechte Ratgeber.
1. Bin ich bereit, Geld für Tierarzt und Medikamente sowie für die Unterbringung und Nahrung auszugeben?
2. Habe ich genügend Zeit für das Tier bezogen auf artgerechte Ernährung, Haltung und Pflege?
3. Steht mir ausreichend Wohn- und Lebensraum zur Unterbringung zur Verfügung?
Außerdem sollte man nicht nur diese drei Fragen mit „Ja“ beantworten können, sondern auch umfassende Sachkenntnisse über diese Tierart haben – oder
sich diese aneignen.
Unterbringung des Igels in einer Pflegebox
Die Wände der Box müssen mindestens 45 cm hoch sein und eine glatte Oberfläche besitzen, denn Igel können gut klettern. Der Igel sollte seiner Größe entsprechend Auslauf haben, kleine Igel ca. 0,5 qm, große Igel ca. 1qm. Der Boden der Box sollte abwaschbar sein und wird mit mindestens drei Lagen Zeitungspapier ausgelegt. Bitte benutzen Sie hierfür keine Werbebeilagen, da diese nicht saugfähig sind und der Igel darauf nicht gut laufen kann. In die Box stellt man ein „Schlafhaus“ (falls vorhanden) oder einen Karton in einer Größe von ca. 35 x 25 x 20 cm auf und schneidet einen Eingang mit 10 x 10 cm aus.
In Box oder Karton legt man zerrissenes und geknülltes Zeitungspapier. Reißen Sie die Zeitung in Längsrichtung in schmale Streifen und zerknüllen Sie diese etwas. Bei verletzten Igeln sollte das Schafhaus mit einem Handtuch ausgelegt werden.
Der Raum sollte ruhig und gut zu lüften sein, die Raumtemperatur ständig 18–22°C betragen. Sind mehrere Igel aufgenommen und zu versorgen, ist es zum Zwecke der Behandlung mit Medikamenten wichtig, sie getrennt unterzubringen. Die Box muss jeden Tag gründlich gereinigt, Zeitung und/oder Handtücher gewechselt werden.
Pflegezubehör
Für die Igelpflege sollte man bestimmte Artikel im Haus vorrätig haben:
• Wärmflasche/Babywärmflasche und/oder Reptilienheizmatte
• Handtücher und Zeitungen
• Pipetten und Spritzen, Pinzetten (spitz und abgerundet)
• Verschiedene Näpfe, am besten aus vollglasierter Keramik. Diese sind standfest, wasserdicht und gut zu reinigen.
• verschiedene Sorten Katzennassfutter, z.B. Hill‘s Prescription Diet a/d Urgent Care mit Huhn, Animonda Carny oder MACs
• Nahrungsergänzungsmittel wie ReConvales Tonikum
• Fencheltee
• Spritze mit Sauger (siehe Bild rechts), Haushaltswaage und Handschuhe
• Welpenaufzuchtmilch, wir empfehlen: Royal Canin Babydog Milk und Farm Food No. 1 Welpen- und Kittenmilch.
Jungigel sollte man täglich wiegen, größere Igel alle 2 bis 3 Tage. Gewicht und die Verabreichung von Medikamenten sollten täglich mit Datum und allen Details zu den Medikamenten in einer Liste notiert werden. Hinzufügen kann man auch kurze Anmerkungen über Befinden und Verhalten des Pfleglings.