05.01.2026
Griechische Göttermutter Hera
Römische Göttermutter Juno
Fest der römischen Göttin Juno – Iuno Moneta
Ein kurzer Netz-Artikl beschäftigt sich mit dem alten Fest der Göttin Juno (Iuno Moneta), das man in der Antike feierte. Mit der Göttermutter der Griechen und Römer dürfen wir die gemeingermanische Frija-Frigga gleichsetzen. Noch heute gibt es vereinzelt Bräuche, welche Menschen begehen, die sich für das Alte Rom uns seine Götter begeistern. Diese Bräuche sollen an die Funktion der Göttin Juno erinnern und über ihre Mythologie aufklären. Das Fest der Göttin Juno feierten die Römer am 1. Juni.
Römische Göttin Juno
Die römische Göttin Juno wurde mit der griechischen Göttin Hera gleichgesetzt. Juno war die Göttin der Geburt, der Ehe und der Fürsorge. Der Monat Juni verdankt seinen Namen dieser römischen Göttin. Mit ihrer Gleichsetzung mit Hera galt Juno als Gattin Jupiters und wurde damit zur Königin der Götter. Das Juno-Fest fällt im germanischen ODING-Runen-Kalender in die Phase der Eiben-Rune d.h. der „Weltesche Yggdrasil“, welche ursprünglich als Eibenbaum verstanden wurde. Zur Mai-Juni-Phase gehört das sog. Mai-Paar von Rosmerta und Merkur im röm.-kelt. Kulturbereich.
Juno war auch die Schirmherrin von Rom. Sie wurde auf dem Kapitol, d. h. auf einem der sieben Hügel (7 war immer die Göttinnen-Zahl), auf welchen Rom erbaut wurde, gemeinsam mit Jupiter und Minerva verehrt. Auf diesem Hügel stand auch der Haupttempel dieser drei wichtigsten Götter des römischen Reiches. Gemeinsam bilden sie die sogenannte Kapitolinischen Trias und werden in dieser Konstellation am 1. März verehrt. Das war ihr Feiertag „Matronalia“ oder „feriae matronales“, abgeleitet aus dem Lateinischen matrona, was „würdevolle, verheiratete Frau“ bedeutet. Heute wird dort die „Muttergottes Maria“ (die das Kirchenchristentum aus einer jüdischen Dienstmagd sich erlogen hatte) verehrt.
Göttin der Warnung und Mahnung – Ionu Moneta
Juno (lat. Ionu) erhielt den Beinamen „Moneta“, welcher mit einer wichtigen Funktion zusammenhängt, die ihr zugeschrieben wurde. Das heilige Tier der Göttin Juno war die Gans. Ein Mythos erzählt, dass wilde Gänse die Bürger von Rom durch ihr lautes Geschnatter vor Feinden warnten. Gänse sind sehr gute Wächter und diese Funktion schrieb man Juno zu. „Moneta“ (lat. monere) bedeutet die Warnerin bzw. Mahnerin. Juno warnt aber nicht nur vor Feinden, sondern auch vor Erdbeben und anderen Gefahren. Wer ihr Opfer darbringt, wird auch ihre warnende Stimme wahrnehmen, die aus dem Tempel erschallt. In dieser Eigenschaft und Funktion als Moneta feierte man sie am 1. Juni.
Juno Moneta als Schutzpatronin der Münzstätte
Die Göttin Juno war zudem Schutzpatronin der frühen städtischen Münzstätte in Rom. Laut mehreren Überlieferungen soll sich diese Stätte der Münzen auf dem Kapitol befunden haben. Durch einen guten Rat von Juno kamen die Römer wieder zu den notwendigen finanziellen Mitteln, nachdem ihnen das Geld ausgegangen war. Daher wurde die Münzstätte in der Nähe des Tempels errichtet (289 v. Ztr.). Geld wird auch heute manchmal als „Moneten“ (ital. monete, engl. money) bezeichnet. Doch nicht der Tempel erhielt dadurch seine Namensgebung, sondern umgekehrt, das Geld durch seine Nähe zum Tempel.
Die Göttin Juno und der Pfau
Juno wurde der Pfau zugesprochen, als ein Attribut der Schönheit und der Liebe. Auf manchen Abbildungen und Münzen ist sie in Begleitung eines Pfaus zu sehen.
Traditionen und Bräuche
Zu Ehren Junos soll es viele Kulte außerhalb Roms gegeben haben. Diese Gänse galten früher als heilig und man brachte ihnen kleine Opfergaben dar, damit sie die Menschen auch weiterhin warnen können. Bis nach Indien gilt die Gans als altheilger Vogel, was mit dem auch altägyptischen Mythus zu tun hatte, dass dieser Wasservogel das Ur-Ei gelegt haben soll, aus dem die Welt wurde. der ario-indische Vogel Haṃsa ist ein wichtiges Sanskrit-Begriff, der Gans oder Schwan bedeutet, aber symbolisch die Individualseele, den Lebensatem (Prana) und das höchste Selbst (Brahman) darstellt, oft verbunden mit der mythologischen Fähigkeit, Milch von Wasser zu trennen. Er dient als Fahrzeug (Vahana) für Götter wie Brahma und Saraswati und steht in der Yoga-Praxis für Freiheit und die Vereinigung von Individuum und Absolutem. Ähnliche Vorstellungen hat es auch im alten Europa gegeben, denken wir nur an den Schwanen-Wagen des Apollon. Die früheste Darstellung Apollos lässt sich aus der balkanischen „Garla-Mare-Kultur“ nachweisen, nämlich in Gestalt eines tönernen, von Wasservögeln gezogenen Votivwägelchens aus Dupljaja in der serbischen Vojvodina (Nationalmuseum Belgrad). Es zeigt die anthropomorphe vogelgesichtigen Gestalt, auf einem Radkreuz stehend, mit seinem Dreier-Spiralschmuck auf der Brust, im von drei Schwänen gezogenen Gefährt. Gefunden wurde eine weitere vogelköpfige Figur im zweirädrigen tönernen Wägelchen, bei dem die „Zugvögel“ verloren gingen. Sein Brustschmuck besteht aus zwei zentrischen Kreisen, flankiert von zwei links- und rechtsdrehenden Hakenkreuzen. Ein weiteres rechtsdrehendes Hakenkreuz befindet sich auf Höhe des Bauches.
Lichtgott der Seevölker im Schwanenwagen - Kultwägelchens aus Dupljaja
Ein sehr interessanter, neuzeitlicher Brauch besteht darin, am 1. Juni an einen Ort zu gehen, wo sich viele Wildgänse beim gemeinsamen Grasen versammelten. Herumliegende Federn kann man mit nach Hause nehmen. Wenn sie umher wehen, sollte man das als Warnung deuten und sich in der nächsten Zeit ganz besonders aufmerksam und vorsichtig verhalten.
Quellen: „Arx und Tempel der Iuno Moneta“ (Santa Maria in Aracoeli)