20.12.2013 / 31.10.2025
 
 
 
 
HALLOWEEN ?
 
Feiern wir Halloween (Nacht vor Allerheiligen) als urdeutsches Fest ?
 
Warum nicht ?! - Wer daran Freude hat, sollte sich ins Halloween-Treiben einreihen. Zwar kommt der neue Impuls aus der angloamerikanischen Welt und wird deshalb auch in „unserer“ US-Kulturkolonie-BRD bzw. US-Protektorat, eifrig propagiert. Aber das muss uns nicht unbedingt stören. Gruselige Gestalten tauchen in der Halloween-Nacht an so manchen Haustüren auf und fordern „Süßes oder Saures“. Halloween wurde sicher auch aus kommerziellen Gründen immer beliebter gemacht, viele Leute wollen jedoch mit dem Fest aus Amerika nach wie vor nichts zu tun haben, wie mehrere Straßenumfragen ergaben.
 
„Halloween passt nicht hierher, weil es nicht zu unserer Kultur gehört“, sagen nicht wenige Leute. Für sie ist Halloween ein „importiertes Fest aus Irland“ und gehört nicht nach Deutschland. Mancher der einige Zeit in Amerika lebte und mitbekam, wie Halloween dort gefeiert wird, akzeptiert es schon eher. Die Amerikaner lassen sich richtig was einfallen, jeder kommt in einem anderen gruseligen Kostüm. In Salem, Massachusetts, beteiligt sich z.B. die ganze Stadt an diesem Fest mit Geisterbahn, Geistercafés und verkleideten Hexen. Ist das nun ein rein anglo-amerikanisches Fest, oder ist es ein Fest unseres keltisch-germanischen Kulturkreises ?
 
Stellt Euch doch mal vor, es käme einer und würde sagen: „Unsere eigenen Vorfahren hielten im Spätherbst eine Festzeit der bösen Geister – lasst uns diesen Brauch wieder aufgreifen !“ Wahrscheinlich würde kaum einer davon Notiz nehmen, und einige linksgedrallte Missionare würden ihn als faschistoiden Spinner verlachen. Aber, aber – das Fest kommt nun mal aus Amerika, ebenso wie Hula-hoop, Skateboardfahren, Mountainbikes und, und, und da darf’s halt sein, - nein,  man darf’s sogar gut finden und mitmachen !
 
Das Wort Halloween ist eine Zusammenziehung von „All Hallows’ Eve“, es bezeichnet den „Tag vor Allerheiligen“. Der spätherbstliche Bezug des Festes zum Totenreich ist eindeutig und ergibt sich aus dem „Allerheiligen-“ bzw. Heroen- / Helden-Gedenken und dem darauf folgenden Gedächtnis „Allerseelen“, an dem seit Urzeiten die Menschen ihrer guten (!) Verstorbenen an den Gräbern festlich - oft mit Speise, Trank und Tanz - gedachten (sog. Datsisas). Man glaubte sich den Geistern der Toten nahe -, hoffte auch, dass sie den Lebenden in Gefahrensituationen hilfreich beistehen würden. Doch auch die ungeliebten Geister der Feinde und der schlechthin Bösen glaubte man zu diesen Zeiten besonders verlebendigt, also gefährlich. Aus solchen altgläubigen Vorstellungen diesbezüglicher Ängste sind die Halloween-Spukgestalten-Umzüge entstanden.
 
Unser urdeutscher Jahresfestweiser, das ODING-Wizzod, zeigt die alten germanisch-keltischen Festzeiten auf, so lautet sein Anspruch. Da müsste sich Halloween, wenn es denn ein echtes altes Fest wäre, auch finden lassen !
 
Wenn am letzten Oktobertag die Nacht hereinbricht, steht nicht nur ein neuer Monat bevor; zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen verwischt sich auch die Grenze zwischen Lebenden und Toten, zwischen Lust und Angst – dann ist wieder Halloween. Die Nacht vor „Allerheiligen“ wird zu einer gruseligen Geisterparty.
 
Natürlich hat sich das heutige Fest von seinen Wurzeln gelöst. Früher kamen angeblich zum kelt. „Samhain“, dem Ende des Sommers, die toten Vorfahren als Geister auf die Erde zurück, um ihre Angehörigen zu besuchen. Aber da die meisten Verstorbenen wohl nicht zu den eigenen Verwandten und Freunden zählen, sondern eher zu den bösen Nachbarn, den Gegnern und ganz allgemein zu der ungeliebten Masse eben der Anderen, - so überwiegt die Masse der bösen Geister. Und das macht den Schrecken des Festes aus.
 
Ganz natürlich kamen zum Jahresende, wenn sich die Tage mehr und mehr verkürzen, die Dunkelheit wächst, auch die Guten Geister den Lebendigen zu Gast. Das Altsächsische Heidentum wird uns im Text des „Indiculus Superstitionum et Paganiarum“, einer kirchlichen Handschrift des 8. Jahrhunderts, kundgetan. Es handelt sich um eine Auflistung von 30 kurzen Punkten, die sich auf heidnische Bräuche der Altsachsen beziehen. Punkt 25: „De eo, quod sibi sanctos fingunt quoslibet mortuos“ - „Darüber, dass sie glauben, alle Toten seien heilig.“ Den heidnischen Altsachsen galten ihre toten Ahnen heilig. Im christlichen Totenkult hat es diese Ahnenverehrung nicht gegeben.
 
Von Bischof Burchard von Worms (965-1025) ist ein „Beichtspiegel“ (Entstehungszeit: 1008-1014) enthalten, der belegt, wie alltäglich vorhanden noch im 11. Jahrhundert der heidnische Glaube an die guten Geister der drei altheiligen Frauen (Nornen/Heilrätinnen/hl. Jungfrauen) lebendig war. Eine der Beichtfragen des Bischofs, die seine Beichtpriester auswendig lernen mussten, lautete: „Hast Du, wie manche Frauen es zu bestimmten Zeiten des Jahres zu tun pflegen, in deinem Haus einen Tisch gedeckt mit Speis und Trank und drei Messer hingelegt, damit die drei Schwestern sich daran erquicken können?“ Das zähe Festhalten an den alten Gottheiten, auch noch in Zeiten, in denen sich offiziell die Kirchenreligion durchgesetzt hatte, wird in den Beichtspiegeln des hohen Mittelalters und der frühen Neuzeit deutlich. Offensichtlich deckten Hausfrauen noch bis ins 16. Jahrhundert – vor allem in den ländlichen Regionen – heimlich den drei Heiligen Frauen den Tisch und legten Speise und Trank für sie hin, in bestimmten wichtigen Nächten und auch, wenn ein Kind zur Welt kam, damit die drei Frauen Kind und Mutter von Krankheit und Tod schützten. Man stellte, wer nicht zu arm war, Kerzenlichter in die Fenster, damit die Armen Seelen heimfänden. Die Kirche versuchte mit nicht nachlassender Gewalt den alten Volksglauben auszulöschen. Im alten Island fürchtete man sich - wie die Familiengeschichten der Sagas es ausweisen - vor den schadenstiftenden Geistern böser, toter Christen-Frauen. Hütet Euch vor schlimmen Gespenstern !
 
In unserem ODING-Runenkalender steht in dieser Zeit die 22. Rune (Thursen-Rune.JPG), das Zeichen des Bösen, des Thursen, des „Saturnius“ (nach norwegischem Runenlied), des unholden Riesen, der Herrscher und Anführer über alle bösen Geister ist. Diese Rune markiert im Runen-Kalender das Ende des Sommerhalbjahres und den Beginn des Winters. Sie positioniert sich im Runenkreis exakt gegenüber, also polar zur 10. Rune, der Algiz-Rune (Algiz-Rune.JPG) des Sommerbeginnes, zum Mai-Anfang. Die beiden markanten Kalender-Runen stehen im heliakischen Aufgang und heliakischen Untergang der Plejaden (Siebengestirn), deren kalendarische Bedeutung schon in der „Kalenderscheibe vom Mittelberg“ bei Wangen/Nebra, vor ca. 4000 Jahren, eine wichtige Rolle spielte. Sie galten als die uralten astronomischen Eingrenzungen des landwirtschaft-lichen Jahres.
 
Im südalemannischen, schweizerischen Raum nannte man ihn bis in die Neuzeit den Winter-Thursen auch Türst und identifizierte ihn mehr und mehr mit dem Teufel. Halloween ist Thursenzeit. Wer sich aus dieser Tradition in den Festreigen einreihen will, erschreckt die Lebenden mit phantasievollen Gruselkostümen, mit furchteinflößenden Kürbisfratzen und dekorativen Plastikskeletten.
 
Auf geht’s ins Thursentreiben ! Unsere ODING-Runen sind uns bei allen echt alten Jahresbrauchtümern der treffsicherste Ratgeber.
 
 
Halloween-Kreis.JPG
 
Einst gedachten und erwehrten sich in der Phase des 11. Jahres-Vollmondes (Ende Oktober-Anfang November) Germanen wie Kelten der unguten Geister der Gestorbenen. Wie aus den isländischen Sagas hervorgeht, den Familiengeschichten, ängstigte man sich in den volksgläubigen Sippenhäusern vor den Geisterumgängen übelwollenden Christen-Weiber. Es war das keltische Fest „Samhain“. Ein Fest, man könnte sagen, „des Grauens“. In Irland der vorchristlichen Zeit begingen die Kelten Ende Oktober Samhain, eines ihrer wichtigsten Feste. Sie feierten damit ihren Ernteabschluss und den Beginn der kalten Jahreszeit. Die Germanen wie Kelten glaubten, dass sich in diesen Tagen die Grenze zwischen dem Reich der Toten und der Lebenden ein Stück weit öffnen würde. Einst versuchten die Altgläubigen am 31. Oktober die bösen Geister zu vertreiben, heute spuken an Halloween Kinder in Kostümen durch die Nachbarschaft und Erwachsene treffen sich zu Grusel-Partys.