28.01.2024

A knife called Owl ? - En kniv kaldet Ugle ? 

DänenRunenmesser.JPG

 Um 2.000 Jahre alter Runen-Fund auf einem Jagdmesserchen - Allerdings ist das rechtsläufige Wort „hirila“ - wie von den dänischen Runologen angegeben - nicht zu erkennen, weil: 1.) die beiden senkrechten Linien-Ritzungen halb so hoch sind wie die übrige Inschrift, also zum Wortkörper nicht sicher dazu gehören. Und 2.) die 1. Rune auch ein „e“ sein könnte, wodurch der sehr bekannte Begriff „Erila“ (Runenmeister) entsteht. 3.) Weil eine „r“-Rune nicht klar vorhanden ist (eine solche Form des „r“ ist völlig neu) bzw. sie eher als „u“ zu lesen wäre. Die linksläufig 4. Rune könnte als Binderune, bestehend aus „r/u“, gedeutet werden.

Handelt es sich aber um eine linksläufige Inschrift, müsste man „aliu“ lesen, was  eine Form von „alu“ sein könnte, dem Formel-Begriff für „Heil“, „Gedeihen“. Viele frühe Inschriften bestehen aus einem einzigen Wort wie alu, laukaz, laþu, also Heil/Segen. Die Gesamtdeutung, typisch runisch, wäre möglicherweise folglich: „Heil dem Runenmeister !“ Auf keinen Fall steht auf dem Messerchen „hirila“ („kleines Schwert“), das ist Unsinn. Mit hoher Sicherheit ist die dänische Inschrift-Auslegung also unvollkommen bzw. nicht korrekt.

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Name des Messers: gemeingerm. UILA = „Eule“ (Nachtraubvogel) ?

Eine weitere überlegenswerte Erklärungsvariante wäre die Runenfolge als des Messers Eigennamen zu deuten, denn es war durchaus üblich, den Gegenständen sinnspendende Namen beizulegen. Der Besitzer könne seine Waffe nach dem nächtlichen Raubvogel, rechtsläufig gelesen, „uila“, also „Eule“, genannt haben, was denkbar wäre, aus proto-westgermanisch uwwilā und proto-germanisch uwwalō, althochdeutsch (h)ūwila, mittelhochdeutsch iule, iuwel, altenglisch ūle, altnordisch ugla. Aber ohne Lupenbetrachtung des Objekts ist eine endgültige Beurteilung unmöglich.

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Runes found around 2,000 years old on a hunting knife - However, the clockwise word "hirila" - as stated by the Danish runologists - cannot be recognized because: 1.) the two vertical line carvings are half as high as the rest of the inscription , so it doesn't have to be part of the word body! And 2.) the 1st rune could also be an “e”, which creates the very well-known term “Erila” (rune master). 3.) Because an “r” rune is not clearly present (such a form of “r” is completely new) or it would rather be read as “u”. The left-handed 4th rune could be interpreted as a binding rune, consisting of “r/u”.

However, if it is a left-handed inscription, one would have to read “aliu”, which could be a form of “alu”, the formula term for “heal”, “prosper”. Many early inscriptions consist of a single word such as alu, laukaz, laþu, i.e. salvation/blessing. The overall interpretation, typically runic, would possibly be: “Hail to the rune master!” Under no circumstances does the knife say “hirila” (“little sword”)! There is a high degree of certainty that the Danish interpretation of the inscription is imperfect or incorrect.

Another explanation worth considering would be to interpret the rune sequence as the knife's proper name, because it was quite common to give the objects meaningful names. The owner could have named his weapon after the nocturnal bird of prey, read clockwise, “uila”, i.e. “owl”, which is conceivable, from Proto-West Germanic uwwilā and Proto-Germanic uwwalō, Old High German (h)ūwila, Middle High German iule, iuwel, Old English ūle, Old Norse ugla. Men uden at se på objektet med et forstørrelsesglas, er en endelig vurdering umulig.

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In Dänemark haben Archäologen jüngst ein kleines Jagdmesser mit einer fast zwei Jahrtausende alten Runeninschrift entdeckt. Als dieses Messer auf der dänischen Insel Fünen vergraben wurde, stand das Römische Reich auf dem Höhepunkt seiner verderblichen Macht. Die Runeninschrift des Messers gehört zu den ältesten nordischen Schriftzeugnissen. Insgesamt wurden rund 6.500 Inschriften entdeckt, eingeritzt vor allem in Stein, aber auch in Knochen, Holz, Metall, auf Waffen, Schmuck und Grabplatten. Mit der kriminellen Verchristlichung unserer Vorfahren wurde die Runenschrift im Hochmittelalter verboten und durch die fremden lateinischen Buchstaben, in Russland durch die frei erfundenen ostkirchlich-kyrillischen Buchstaben (Glagolitisch = Ostkirchenlatein) ersetzt. Aber in den nordisch-germanischen Ländern hielt sich der Gebrauch der Runen bis ins 15. Jahrhundert. 24 Runen umfasste das sogenannte gemeingermanische Alphabet, das von ca. 150 v.0 bis 800 n.0 bei allen germanischen Stämmen verbreitet war. Nach seinen ersten drei rechts beginnenden Lauten heißen die esoterischen Runen „ODING“, was so viel „Geistkind“ bedeutet, während sich die profane Lesung, über sechs links beginnenden Lauten als „FUÞARK“ liest, was „Hinternstück“ bedeutet. Runen stehen zum einen als Zeichen für einen Laut, zum anderen für die jeweiligen Begriffe, deren Namen sie tragen.

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In Denmark, achaeologists recently discovered a small hunting knife with a runic inscription that is almost two millennia old. When this knife was buried on the Danish island of Funen, the Roman Empire was at the height of its ruinous power. The runic inscription on the knife is one of the oldest Nordic written documents. A total of around 6,500 inscriptions were discovered, carved primarily in stone, but also in bones, wood, metal, on weapons, jewelry and gravestones. With the criminal Christianization of our ancestors, runic writing was banned in the High Middle Ages and replaced by foreign Latin letters, and in Russia by the freely invented Eastern Church Cyrillic letters (Glagolitic = Eastern Church Latin). But in the Nordic-Germanic countries the use of runes lasted until the 15th century. The so-called common Germanic alphabet, which was widespread among all Germanic tribes from around 150 BC to 800 AD, comprised 24 runes. After its first three sounds starting on the right, the esoteric runes are called "ODING", which means "spirit child", while the profane reading, over six sounds starting on the left, reads as "FUÞARK", which means "butt piece". Runes stand on the one hand as symbols for a sound and on the other hand for the respective terms whose names they bear.

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Die neu gefundene Inschrift sei völlig einzigartig und könne auf die Zeit um das Jahr 150 n.0 [bzw. 5.150 n.M.] zurückdatiert werden, teilte die Museumsorganisation Museum Odense mit. Die acht Zentimeter lange Klinge befand sich unter den Spuren eines Urnengrabs bei Odense, das auf der Insel Fünen liegt. Nur 15 Kilometer vom Fundort entfernt stieß man im Jahr 1865 auf ein ähnlich altes Objekt, einen beschrifteten Knochenkamm. Man könne mit Fug und Recht sagen, dass der Fund des Messers ein Jahrhundertereignis sei, erklärte der Archäologe und Museumskurator Jakob Bonde. Das Messer wurde nach Museumsangaben unter den Überresten eines Urnengrabs an einer kleinen Grabstätte östlich von Odense gefunden. Auf der Klinge wurde demnach das Wort „hirila“ eingeritzt, was im Urnordischen so viel wie „Kleines Schwert“ bedeutet und auf Dänisch „lille sværd“. Ob dies der Name des Messers an sich oder seines Besitzers gewesen sei, lasse sich unmöglich sagen, schrieb das Museum. Ab dem 2. Februar wird der äußerst seltene Fund nun in einer Sonderausstellung im Museum Møntergården in der drittgrößten Stadt Dänemarks auf der Insel Fünen ausgestellt. Die Runenschrift wurde von unseren unmittellbaren germanischen Vorfahren verwendet und ist die älteste bekannte Form des Schreibens in Skandinavien. Von ihr wurde von Beginn der Zeitrechnung über die Wikingerzeit bis hin ins späte Mittelalter regen Gebrauch gemacht. „Es ist, als ob man eine Nachricht aus dem Jenseits, aus der Vergangenheit erhält“, betont Entdecker Bonde. Der außergewöhnliche Fund gebe Neues über die Entwicklung der frühesten skandinavischen Sprache preis. Die Runenforscherin Lisbeth Imer vom dänischen Nationalmuseum ergänzt: „Es ist unglaublich selten, dass wir Runen finden, die so alt sind wie die auf diesem Messer.“ So könne man auch mehr über die Sprache erfahren, die damals, während der skandinavischen Eisenzeit, gesprochen wurde. Damals seien nur relativ wenige Menschen des Lesens und Schreibens mächtig gewesen, weshalb ein solches Objekt auf einen besonderen Status hindeutet. „In der Frühzeit der Geschichte der Runen bildeten diejenigen, die schreiben konnten, eine kleine intellektuelle Elite, und die ersten Spuren dieser Menschen finden sich auf Fünen“, meint Lisbet Imer. Ich halte diese These für nur eingeschränkt richtig und nehme an, dass der skandinavische Stammesverband der Eruler/Heruler des Runenschreibens mächtig war, während die Runen zu anderen Stämmen später vorgedrungen sind.

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The newly found inscription is completely unique and can be dated to around the year 150 AD [or 5,150 n.M.], said the museum organization Museum Odense. The eight centimeter long blade was found under the traces of an urn grave near Odense, which is on the island of Funen. In 1865, just 15 kilometers from the site of the discovery, a similarly old object was discovered, an inscribed bone comb. It is fair to say that the discovery of the knife was an event of the century, explained archaeologist and museum curator Jakob Bonde. According to the museum, the knife was found among the remains of an urn grave at a small grave site east of Odense. The word “hirila” was carved on the blade, which means something like “small sword” in Proto-Nordic and “lille sværd” in Danish. It is impossible to say whether this was the name of the knife itself or its owner, the museum wrote. From February 2nd, the extremely rare find will now be on display in a special exhibition at the Møntergården Museum in Denmark's third largest city on the island of Funen. Runic writing was used by our immediate Germanic ancestors and is the oldest known form of writing in Scandinavia. It was used extensively from the beginning of the Common Era through the Viking Age and into the late Middle Ages. “It’s like receiving a message from the afterlife, from the past,” emphasizes explorer Bonde. The extraordinary find reveals new things about the development of the earliest Scandinavian language. Rune researcher Lisbeth Imer from the Danish National Museum adds: “It is incredibly rare that we find runes that are as old as the ones on this knife.” This way you can also learn more about the language that was spoken back then, during the Scandinavian Iron Age became. At that time, relatively few people were able to read and write, which is why such an object indicates a special status. “In the early days of the history of the runes, those who could write formed a small intellectual elite, and the first traces of these people can be found on Funen,” says Lisbet Imer. I think this thesis is only correct to a limited extent and assume that the Scandinavian tribal group of the Erulians/Heruli were powerful in rune writing, while the runes spread to other tribes later.

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Die Bezeichnung der germanischen Schriftzeichen mit dem urgermanischen Wort *rūnō- findet sich schon in der Runeninschrift auf dem „Stein von Einang“ (ca. 350-400 n.0) als Akk. sg. runo. Außerhalb der Runeninschriften findet sich das Wort in einem Gedicht (um 565) von Venantius Fortunatus (Carmina VII, 18), der im fränkischen Merowingerreich mit Runen in Berührung gekommen sein muss: „Barbara fraxineis pingatur rhuna tabellis/quodque papyrus agit virgula plana valet“ (Die Rune der Barbaren mag man auf eschene Tafeln zeichnen; was der Papyrus vermag, tut der geglättete Zweig). Nach einleuchtender Vermutung leitet sich das Wort „Buchstabe“ von den Buchenstäben ab, auf die die Runen geritzt wurden. Nach einer weiteren Theorie geht die Bezeichnung auf den kräftigen senkrechten Strich, den sogenannten Stab, zurück, der vielen Runen gemein ist. Ein verbliebener Rest des germ. Wortes Runen, was „Geheimnis“ bedeutet, ist das Raunen, das geheimnisvolle magische Murmeln.

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Infos aus Dänemark (die haben das ODING noch nicht realisiert).

Runen in der Eisenzeit

Die älteste Runenreihe aus der Eisenzeit hat 24 Zeichen, die Sprache dieser Zeit wird als „unordisch“ beschrieben. Das Futhark wurde zunächst in den nordischen Ländern, später aber auch im süddeutschen Raum, in Frankreich und auf den Britischen Inseln eingesetzt. Man schrieb auf verschiedene Gegenstände, z.B. Waffen und Schmuck, und die Inschriften bestehen meist aus Namen in Form von Besitzerinitialen oder Meisterinschriften. In Norwegen und Schweden wurden bereits in der Eisenzeit Runensteine ​​an Grabstellen errichtet. In der späten Eisenzeit wurde das Futhark auf 16 Zeichen verkürzt, was auch für den Futhark aus der Wikingerzeit gilt. Die Sprache hatte eine enorme Entwicklung durchgemacht und wurde in der Wikingerzeit als „Altdänisch“ bezeichnet. Im allerletzten Teil der Eisenzeit wurden auch in Dänemark Runensteine ​​errichtet.

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Runennamen aus der Eisenzeit:

f *fehu (Vieh, Reichtum)
u *uruR (uro ochse)
þ *þurisaR (Riese, Troll)
± *ansuR (as, Gott)
r *raidho (reiten, Streitwagen)
k *kauna (Kochen, Wunde)
g *gebo (Geschenk)
w *wunjo (Freude)
h *hagall (Hagel)
n *naudhiR (Bedürfnis, Zwang)
i *isaR (Eis)
j *jára (Jahr)
ï *ïhwaR (Eibe)
p *perþo (?)
R *algiR (Elch)
s *sowilo (Sonne)
t *tiwaR (Stier, Gottesname)
b *berkana (Birke)
e *ehwaR (Pferd)
m *mannaR (Mensch/Mann)
l *laukaR (Wasser, Flüssigkeit)
ŋ *IngwaR (Ing, Gottesname)
d *dagaR (Tag)
o *oðila (Erbe)

Die Namen der Runen zur Wikingerzeit:

Jede Rune hatte einen eigenen Namen, der wahrscheinlich auf die Erfindung der Runen zurückgeht. Der Grund, jeder Rune einen Namen zu geben, lag wahrscheinlich darin, dass man sich leichter merken konnte, für welchen Laut die einzelne Rune stand. Wir kennen die Runennamen der Wikingerzeit nur aus erster Hand. Wir müssen die verbleibenden acht Runen des älteren Futhark anhand der angelsächsischen Runen rekonstruieren. Wenn vor dem Wort ein * steht, bedeutet das, dass es nicht schriftlich überliefert, sondern aus der Sprache der Wikingerzeit rekonstruiert wurde. Es wird angenommen, dass der Übergang vom älteren zum jüngeren Futhark mit diesen Faustregeln und der Entwicklung der Sprache in der Eisenzeit zusammenhängt. Z.B. Das Wort für „Pferd“ *ehwaR entwickelte sich zu jóR, sodass es schwierig wurde herauszufinden, welchen Laut die Rune e bezeichnete.

Wikingerrunen.JPG

Runennamen der Wikingerzeit:

f fé (Vieh, Reichtum)
u úrr (Uro-Ochse)
þ þurs (Riese, Troll)
ą áss, ǭss (as, Gott)
r reið (reiten, kutschieren)
k kaun (kochen, wund)
h Hagel (Hagel)
n nauð (Bedürfnis, Zwang)
in Eis (Eis)
ein ár (Jahr)
s sol (Sonne)
t Týr (der Gott Tyr)
b Bjarkan (Birke)
m maðr (Mann)
l lǫgr (Wasser)
R ýr (Eibe)

Zahlen mit Runen schreiben:

In der Runenschrift gibt es keine „Runenzahlen“. Wenn Sie also eine Zahl schreiben mussten, mussten Sie das Zahlenwort selbst in seiner gesamten Länge schreiben, z. B. „fünf“ oder „achthundertneunundachtzig“, was wir heute mit den arabischen Zahlen „5“ und „889“ wiedergeben würden. Im Mittelalter begann man, römische Ziffern zu verwenden, z.B. MCCCLXII (1362), und man könnte die entsprechenden Runen auch für denselben Zahlenwert wie die römischen Ziffern stehen lassen. Es gibt auch einige relativ späte Beispiele für die Verwendung von Runen als numerischen Wert, bei denen ihre Position im Futhark den numerischen Wert angibt, wie zum Beispiel in dem Beispiel, in dem das Jahr 1676 mit Runen geschrieben ist.

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