15.03.2024

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Das Trommeln gehört nicht allein zur sog. Negermusik, auch die Wikinger trommelten und davor schon unsere frühgermanischen Vorfahren, wie es die skandinavischen Felsbilder ausweisen, durch die Abbildungen vieler Trommeln (siehe Bild re. Felsbildabreibung der Region Backa Brastad, Bohuslän, Schweden  - die sanduhrartigen Gebilde in Schiffen sind Trommeln). Die Trommel mit den drei Runen stammt aus dem Vorschlag eines italienischen Trommelbauers aus Verona: www.tamburidiluce.it

 In der Zeitschrift „Die Lesestunde“, 1928, S. 49 schreibt ein Karl Stuewer, unter dem Titel „Negermusik in Kamerun“: „Das Charakteristikum an der Negermusik, das immer wieder auch an den heute so beliebten Tanzweisen einer Jazzband hervorklingt, ist der Trommelrhythmus. Ohne künstlerischen Melodienaufbau in den einzelne Sätzen, ist sie beherrscht vom Trommelklang, der aufschwillt zur wilden Raserei, abflaut zum monotonen Tamtam, leidenschaftlich und melancholisch. Hört man die Negermusik mit ihren steigenden und fallenden Trommelklängen im Lande ihrer Geburt und gespielt von Eingeborenen als ihren Schöpfern, wenn in den klingenden Tropennächten der Vollmond seine gespenstigen Lichter über Urwald und Steppe zaubert, wenn brausende Akkorde ungezähmter Wildheit aufschwellen und fallend abebben, so wird man erst das faszinierend Berauschende im Trommelrhythmus erfassen und auch einen eigenartigen Wohlklang der Negermusik anerkennen. Die Landschaft Kameruns ist der natürliche Rahmen für solche Tongemälde ungezügelter Wildheit. Wolkentragende Berge mit donnernd polternden Gießbächen im Dunkel zerklüfteter Schluchten, - das lauernd schweigende Dämmern des Urwaldes mit seinem heimlich schleichenden Leben, - endlos weite Ebenen mit schläfernd rauschenden Strömen im Lichte der flimmernden Sonne, - das tausendfältig wispernde, schreiende, singende und brüllende Leben der Steppe mit dem Kampfliede von der Macht des Stärkeren, - das alles kling heraus aus der Negermusik…“

Die im Artikel abgebildeten Musikinstrumente, in meinem Tableo von 1 bis 5 bezeichnet, erklärt der Autor folgendermaßen: 1.) Eine größere hier nicht gezeigte Trommel, die nicht mit Schlegeln gerührt wird, sondern mit den Handballen der gesteckten Hände. 2.) Kleinere Trommeln, die von den Tanzenden gerührt werden. 3.) Auch lange Hohltrommeln, die schräg in den Erdboden gerammt werden. 4.) worauf der Trommler dann im Reitsitz oder liegend Platz nimmt, begleiten die dumpfen Schläge der Führerein. 5.) Die Schlitztrommel ist kein Musik- sondern mehr ein Signalinstrument.“

Das was Karl Stuewer hier von der Negermusik zum besten gibt, das „Lied von der Macht des Stärkeren“, hat allerdings für die ganze Welt seine Gültigkeit und nicht nur für die Urwälder und Steppen Afrikas. Schon die bronzezeitlichen Felsritzungen Schwedens zeigen die typischen Tontrommeln, mit der starke Taillierung, wie wir sie aus Funden kennen. Ebenso fanden sich unter den Felsritzungen des Nordens etliche Darstellungen, welche Menschen im Tanz erkennen lassen. Die Musikproduktion und die dazu passenden rhythmischen Bewegungen gehören seit Urzeiten zum allgemeinen Selbstdarstellungs- und Unterhaltungswillen aller Völker.

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Auf den lappischen Zaubertrommeln haben sich, bedingt duch das räumlich enge Zusammenleben von skandinavischen Germanen mit den Samen/Sami, viele altgläubige Gedanken und Motive erhalten. Das auffälligste ist das zentrale Runen-Zeichen für ing Rune_Ing.png = Sonne. Das informativste Buch zu diesem Thema ist das von Ernst Mauritz Manker „Die lappische Zaubertrommel - Die Trommel als Urkunde Geistigen Lebens.“, Stockholm, 1938.

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Zum Vergleich: Vorkarolingisch-merowingische Türsturz (5./6. Jh.) aus Geisenheim (Rheingau), Wiesbaden, Sammlung „Nassauischer Altertümer“. Die Ing-Rune, das Zeichen des germ. Sonnengeistes (altdeutsch Ingo-Frō, altnordisch Ingwi-Freyr) wurde von frühen Christen in Germanien als Kennzeichnung des jüdischen Zimmermanns Jeschua - bzw. wie ihn die Romkirche hochjubelte - zum solaren Erlöser-Gott „Jesus-Christus“ verdreht. Dieser synkretistische Christus hängt noch nicht am Kreuz, hat aber die großen Segenshände wie ihn die schwedischen Felsbilder (siehe Abb. 1) und die irischen Kruzifixe zumeist zeigen.

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