30.05.2015
                  
 
Plakat von Otto Geiger, 1935
 
WANDERER-LUST
 
Wer Kraft durch Freude tanken will,
der braucht ein Herz von frohem Mut,
der hockt nicht in der Stube still,
der ist dem Wald und Wandern gut.
 
Er nimmt die Rindersohlen her,
greift sich die Klampfe von der Wand,
sein Vesperränzel ist nicht schwer,
noch leichter ist der Liebsten Hand.
 
Es ruft das Feld, der Milan streicht,
am hohem Himmel Blau und Weiß,
des Wanderers Seele wird so leicht,
sie ahnt den Sinn von Fleiß und Preis.
 
Dann tritt der Wanderer in den Dom,
der deutschen Gottheit Tempelbau,
zum Herzen drängt ein Jubelstrom,
aus frommer Andacht reiner Schau.
 
Das ist der Rausch im Buchenwald,
der jeglich’ Schauen aufwärts zieht,
der an der Säulen Urgestalt,
zur hohen Himmelsheimat flieht.
 
Und nur der deutsche Mensch allein,
ist seinem Gott im Waldlicht nah’,
so wandert hin zum heiligen Hain,
tankt Kraft wie’s alle Zeit geschah !
 

Wandern ist gesund

Beim Wandern ist der ganze Körper in Bewegung, und die großen Muskelgruppen in Beinen, Gesäß und Rücken werden besonders gestärkt. Eine trainierte Beinmuskulatur entlastet Knie- und Hüftgelenke und wirkt deren Verschleiß entgegen. Durch eine gute Rückenmuskulatur verbesserst Du Deine Körperhaltung und beugst Rückenschmerzen vor. Benutzt Du Wanderstöcke, kräftigst Du obendrein die Muskulatur im Schulterbereich und in den Armen. Allgemein gilt: Durch Muskelaufbau sinkt das Verletzungsrisiko, und Beschwerden im Bewegungsapparat werden gelindert. Wer im Gelände unterwegs ist, schult außerdem Trittsicherheit, Gleichgewichtssinn und Reaktionsvermögen beim Gehen. Das vermindert die Sturzgefahr und sorgt auch im Alltag für mehr Sicherheit. Durch die Bewegung beim Wandern werden zudem Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder gestärkt und das Herz-Kreislauf-System in Schwung gebracht. Die stetige, aber moderate Belastung stärkt Deinen Herzmuskel und erhöht somit die Pumpleistung des Herzens. Das sorgt für einen niedrigeren Puls in Ruhe und unter Belastung. Auch Menschen mit hohem Blutdruck profitieren vom Wandern. Nicht zuletzt und hat das Wandern vor allem auch positive Auswirkungen auf Deine seelische Gesundheit. Und eine gesunde Psyche steht ja bekanntlich in engem Zusammenhang mit einem gesunden Körper. Wandern und Bewegung helfen dabei, Stress abzubauen und die Schönheit der Natur sorgt für Entspannung und innere Ruhe. Vor allem für Sportanfänger ist Wandern besonders geeignet, da die sanfte Bewegungsform den Körper zwar beansprucht, aber nicht so schnell überfordert. Solange Du in Deinem persönlichen Wohlfühlbereich bleibst, nehmen die positiven gesundheitlichen Effekte mit der Intensität der körperlichen Aktivität zu. Wandern für die Ausdauer. Wandern gilt, wie Radfahren, Schwimmen oder Joggen als Ausdauersport, wenn auch mit geringerer Intensität. Beim Wandern bewegst Du den ganzen Körper, und je nach Ausübung wird eine Wanderung zum sanften Ausdauertraining, oder bringt Dich sportlich ans Limit. Die Intensität ist stufenlos verstellbar und deshalb eignet sich Wandern prima, um Deine Ausdauer buchstäblich Schritt für Schritt zu steigern. Wenn Du gerade aus den verschiedensten Gründen nicht über eine gute Kondition verfügst, beginnst Du am besten mit kurzen Wanderungen in der Ebene und steigerst die Strecke, Wanderdauer und Höhenmeter kontinuierlich und ganz nach Deinen Bedürfnissen. Auch die Gehgeschwindigkeit ist eine Schraube, an der Du drehen kannst, um die Intensität zu erhöhen. Wer sportlicher unterwegs ist, kann bei mehrtägigen Wanderungen mit viel Gepäck und/oder auf langen Strecken mit großen Steigungen die eigenen Grenzen ausloten oder sich auf die ganz große Tour vorbereiten. Um mit Erfolgserlebnissen belohnt zu werden und von Frust verschont zu bleiben, heißt die Devise für alle: fordern ja, überfordern nein! Als Faustregel gilt, die Belastung so zu wählen, dass Du Dich beim Gehen noch mit Deinen Mitmenschen unterhalten kannst.